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Bremen siegt für die Seele
Muss Thomas Schaaf sich endlich von seiner Langzeit-Mission „Werder Bremen“ trennen? Diese Frage machte in der letzten Saison immer wieder die Runde an der Weser. In der Liga hatten die Hanseaten immer enttäuscht. Am Ende stand nur ein unbefriedigender Platz im Mittelfeld zu Buche. Nach neuen Aufgaben sollte sich Schaaf umschauen. Und die Kicker mit der Raute auf der Brust sollten sich neu erfinden. Wenige Monate später aber ist das alles längst hinfällig. Denn an der Weser ist das neue Selbstbewusstsein ausgebrochen und es hat offenbar jeden noch so ruhigen Charakter infiziert.
Bremen. „Die Meisterschaft in Deutschland wird über den FC Bayern München entschieden. Nur wenn die patzen, kann ein anderes Team zugreifen“, hatte Rudi Völler zuletzt erklärt. Nun ist es aber so, dass der deutsche Rekordmeister in der Tat seiner Form nachläuft und nicht zwingend den Titel in der Bundesliga angreift. Die Konkurrenz darf deshalb mit breiter Brust auflaufen. In Leverkusen und Hamburg träumt man von der Schale. Und auch beim SV Werder Bremen darf dieser Traum noch gelebt werden.
Professionell, professioneller, Bremen
Denn während die anderen Teams in den letzten Jahren immer wieder auf der Zielgerade einbrachen und etwa auch im DFB-Pokal Nerven zeigten, ist das Team von Trainer Thomas Schaaf jederzeit klasse eingestellt. Gegen den 1. FC Kaiserslautern im Pokal wurde das wieder ersichtlich: Das Team von der Weser musste sich auf dem Feld nicht zerreißen und tat das auch nicht. Mit einem sehr gut durchdachten taktischen Gefüge ließen sie Ball und Gegner laufen und stachen in der Offensive immerhin dreimal zu. Nicht auszudenken was passiert wäre, hätte auch Claudio Pizarro auf dem Feld gestanden. Vermutlich wäre die Begegnung noch wesentlich früher entschieden gewesen. So aber freuten sich die Hanseaten am Ende über einen lockeren Erfolg, der wieder einmal zeigte, dass die Qualität in außergewöhnlicher Masse vorhanden ist.
Selbstbewusst ins Titelrennen
Auch deshalb ist in Bremen das neue Selbstvertrauen ausgebrochen. Im Bezug auf das Rennen um die deutsche Meisterschaft erklärte der Geschäftsführer Klaus Allofs zuletzt: „Wir müssen nicht tiefstapeln.“ Nach der verkorksten letzten Saison und dem Abgang Diegos war das Ego der Bremer angeknackst. Aber durch eine sehr ordentliche Politik und eine rundum gesunde Einstellung der Mannschaft ist der Weg in die Erfolgsspur wieder eingeschlagen. Und eines wollen an der Weser alle: Völler wiederlegen! Denn in diesem Sommer soll kein Weg zur deutschen Meisterschaft am SV Werder Bremen vorbeiführen...
Eure Meinung: Ist Werder Bremen in dieser Saison ein Titelgewinn zuzutrauen?
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