Spielbericht DFB-Pokal: SV Werder Bremen – 1. FC Kaiserslautern
Der SV Werder Bremen schafft es als einer der wenigen Bundesligisten, im DFB-Pokal sicher aufzutreten. Gegen den 1. FC Kaiserslautern siegen die Hanseaten souverän und ohne Probleme mit 3:0 (2:0). Die Gäste aus der Pfalz enttäuschen über 90 Minuten, weil die Kontrolle im Mittelfeld immer bei den Bremern bleibt. Der letztjährige Sieger des Turniers hat auch weiterhin alle Chancen auf eine Titelverteidigung.
28.10.2009 20:48:14
Zum Thema
Mannschaften
Bremen. Dank Mesut Özil und einem sehr passiven 1. FC Kaiserslautern gewinnt der SV Werder Bremen im Achtelfinale des DFB-Pokals sicher und zieht damit in die nächste Runde ein. Insgsamt gab es an diesem Erfolg nie einen Zweifel, weil die Gastgeber sehr professionell agierten.
PERSONAL & TAKTIK
Beim SV Werder Bremen konnte wie erwartet Claudio Pizarro nicht auflaufen. Ihn ersetzte im Angriff Moreno, der an der Seite von Marko Marin im Sturm agierte. Im Mittelfeld setzten die Hanseaten auf Aaron Hunt, Mesut Özil, Torsten Frings und Tim Borowski. Die Viererkette vor Torhüter Tim Wiese setzte sich aus Petri Pasanen, Naldo, Per Mertesacker und Clemens Fritz zusammen.
Bei den Gästen aus Kaiserslautern musste Trainer Marco Kurz die beiden Mittelfeldspieler auf den Außen ersetzen. Für Sidney Sam spielte Daniel Pavlovic, der gesperrte Ivo Ilecevic wurde durch Dragan Paljic ersetzt. Im Zentrum des Mittelfelds agierten wie gewohnt Georges Mandjeck und Bastian Schulz. Im Angriff durften erneut Erik Jendrisek und Adam Nemec ran. Erfolgreich konnte der FCK aber nur sein, wenn die Defensive wieder gut stehen würde, wie das zuletzt meist der Fall war. Dafür sollten Florian Dick, Martin Amedick, Rodnei und der erfahrene Alexander Bugera einstehen. Selbstverständlich war auch der Torhüter Tobias Sippel als zentrale Figur im Lauterer Spiel eingeplant.
SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE
Von Beginn an dominierte der Gastgeber das Spiel auf ganzer Strecke. Die Hanseaten ließen keinen Zweifel an ihrer spielerischen Überlegenheit und agierten zielstrebig nach vorne. Während die Gäste aus der Pfalz in der Anfangsphase zumindest im Zentrum noch gut verteidigten, häuften sich dann auch die individuellen Fehler bei den „Roten Teufeln“. Die erste dicke Tormöglichkeit gab es deshalb nach 26 Minuten: Mesut Özil hatte die Defensive des FCK vorgeführt, dann aber aus wenigen Metern Torentfernung nur den Pfosten getroffen. Marko Marin erhielt den Ball, flankte schnell in die Mitte. Dort aber scheiterte Moreno mit einem Kopfball am guten Tobias Sippel. Da war die Chance für Werder, in Führung zu gehen.
Besser machten es die Hausherren zwei Minuten später. Nach einem Eckball konnte die Mannschaft von Marco Kurz nicht konsequent klären. Marin spielte mit Glück den Ball auf den freistehenden Petri Pasanen, der keine Mühe hatte, das Leder ins Netz zu köpfen (28.). In der Phase nach dem Treffer wurde aber die große Qualität der Bremer deutlich. Sie steckten auch danach keineswegs auf, ließen die „Roten Teufel“ zu keiner Sekunde an die Sensation glauben. Immer und immer wieder versuchten sie schnell und kontrolliert nach vorne zu spielen, was vor der Pause auch noch einmal gelingen sollte.
Sechs Minuten vor dem Kabinengang spielte Werder auf der rechten Seite Katz und Maus mit dem FCK. Der Zweitligist agierte viel zu zögerlich, so dass die Flanke einmal mehr in die Mitte geschlagen wurde. Martin Amedick hatte sich dort nicht um den einlaufenden Tim Borowski gekümmert. Dieser köpfte aus kurzer Distanz zum 2:0 ein, wobei auch der FCK-Torhüter Tobias Sippel keine gute Figur machte (39.). Dieses verdiente und leistungsgerechte Ergebnis stellte auch den Halbzeitstand her. Schon jetzt glaubte in der Pfalz niemand mehr so recht an das Wunder. Zu stark, zu konzentriert und zu diszipliniert spielte Bremen bisher auf und zudem ließen die Gäste den entschlossenen Glauben an eine Überraschung vermissen.
SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE
Auch im zweiten Durchgang zeigte Bremen direkt, dass sie nicht gewillt waren, hier nochmal etwas anbrennen zu lassen. In der Defensive standen die Norddeutschen ordentlich, in der Offensive mussten sie nicht mehr allzu viel riskieren. Denn eines war deutlich zu sehen: Im Mittelfeld war Bremen federführend. Solange sie das Übergewicht in diesem Mannschaftsteil halten konnten, war klar, dass nichts mehr Überraschendes zu erwarten war. Der angereiste Zweitligist ließ nennenswerte Möglichkeiten vermissen, verspielte aber in der 63. Minute die beste Möglichkeit, als Jendrisek freistehend an Wiese scheiterte.
In der Folge schienen sich beide Mannschaften nicht mehr viel abzugewinnen. Bremen spielte gefällig, aber nicht zwangsläufig offensiv. Der 1. FC Kaiserslautern forcierte seine Bemühungen zur Mitte der zweiten Halbezeit, fuhr dabei aber keine großen Tormöglichkeiten ein. So war die Entscheidung spätestens nach 76 Minuten gefallen. Nach einer Flanke des bemühten Mesut Özil war Thomas Oehrl zur Stelle. Er war zur Pause eingewechselt worden und erzielte das dritte Kopfball-Tor des Tages.
Auch deshalb blieb es am Ende beim verdienten 3:0-Erfolg der Bremer. Die Defensive instabil, das Mittelfeld zu passiv und der Angriff ohne Chance – so kann man als gegnerische Mannschaft an der Weser nicht bestehen!
SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN
Die beiden Tore waren schon das Nennenswerteste an dieser Begegnung. Ansonsten geschah leider nicht allzu viel, was die Zuschauer in Euphorie versetzt hätte. Bremens Dominanz im Mittelfeld war letztlich die Garantie für den Erfolg. Die tollen Zweikämpfe waren deshalb ebenfalls absolute Schlüsselszenen. Zu den Schlüsselspielern gehörten Mesut Özil und Tim Borowski. Letzterer vor allem wegen seiner Zweikampfstärke im Mittelfeld. Er versuchte wieder als Leader aufzutreten und die Mannschaft zu führen.
SPIELER DES SPIELS: Mesut Özil
Auch wenn er im zweiten Durchgang abbaute, war Özil der beste Spieler auf dem Feld. Er hatte tolle Einzelaktionen und vermochte auch ansonsten der Partie seinen Stempel aufzudrücken. Eine insgesamt sehr starke Leistung, wobei er sich auch gegen die körperlich besser ausgestatteten Verteidiger Amedick und Rodnei durchsetzte. Im ersten Durchgang scheiterte er zudem am Pfosten, was ihm einen eigenen Treffer verwehrte.
SCHIEDSRICHTER – Note: 7
Deniz Aytekin zeigte eine ordentliche Leistung, leistete sich keine größeren Fehlentscheidungen. In einer leicht zu führenden Begegnung pfiff er souverän und ohne größere Probleme. Er wird nach diesem Spiel nicht seine Lizenz entzogen bekommen.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 5
Nachdem Bremen früh mit 2:0 führte drohte das Spiel nicht mehr zu kippen. Der 1. FC Kaiserslautern agierte viel zu passiv und hinterließ nie den Eindruck, eine Sensation zu erzwingen. Das war insgesamt zu wenig. Deshalb verflachte das Spiel vor allem auch in den zweiten 45 Minuten, nachdem sich auch die Gastgeber nicht mehr verausgaben mussten. Highlights waren im zweiten Durchgang sehr wenige zu sehen.
Das Spiel in der Goal.com-Statistik
FAZIT
Bremen spielte seinen Part sehr sicher, was ja mittlerweile bei den Bundesligisten im DFB-Pokal nicht mehr selbstverständlich ist. Die Hanseaten wirkten sehr konzentriert und ließen nicht locker. Das war eine starke Vorstellung und deshalb ging der Sieg absolut in Ordnung. Gegen einen schwachen 1. FC Kaiserslautern siegten die Bremer als Kollektiv!
Eure Meinung: Ist Bremen auch in diesem Jahr wieder der Favorit auf den Pokalsieg?
- Einzelkritik: DEUTSCHLAND in Noten
- DFB-Elf vor dem schwersten Spiel des Jahres
- Goal.com-Check: Die Form der DFB-Verteidiger
- Nachruf: Abschied von Robert Enke
- DFL führt Supercup wieder ein
- Viertelfinale im DFB-Pokal ausgelost: Bayern spielt gegen Fürth
- „Am Ende war es eine deutliche Vorführung“ – Die Stimmen zum klaren Hoffenheim Sieg
- Man oft the Match: Vedad Ibisevic
- „Heute hat sich der Qualitätsunterschied gezeigt“ - Stimmen zur Eintracht-Pleite
- Bayern siegt, und jetzt?
