Spielbericht DFB-Pokal: VfL Osnabrück – Borussia Dortmund

Die nächste Überraschung, bitte: Der VfL Osnabrück hat es schon wieder getan. Auch wenn die Gäste aus Dortmund die überlegene Mannschaft waren, gingen sie beim Außenseiter als Verlierer vom Platz.

DFB Pokal: VfL Osnabrück - Borussia Dortmund (Bongarts/Getty-Images)
Von Daniel BUSE

Osnabrück. Der VfL Osnabrück hat das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht. Der Drittligist bezwang Borussia Dortmund mit 3:2 (2:0) und schaffte damit die nächste Überraschung nach dem Sieg gegen den Hamburger SV in der Runde zuvor.

PERSONAL & TAKTIK

Bei den Osnabrücker entschied sich Trainer Karsten Baumann für die defensivere Variante mit Henrich Bencik als einziger Spitze in einem 4-5-1. Michael Lejan, Björn Lindemann und Benjamin Siegert übernehmen den offensiven Part im Mittelfeld. In der Defensive vertraute der VfL-Coach auf die Spieler, die auch gegen den HSV in der vorigen Runde überzeugen konnten.

Die Dortmunder mussten aus Verletzungsgründen auf Sven Bender verzichten. Dafür wurde der Brasilianer Tinga rechtzeitig wieder fit und spielte im defensiven Mittelfeld des 4-5-1 der Borussen. Der Pole Jakub Blaszczykowski konnte trotz Oberschenkelproblemen auf der rechten Seite spielen.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Das Spiel gehörte in der ersten Halbzeit den Gästen aus Dortmund – und der VfL Osnabrück machte die Tore. Zu Beginn war es noch kein richtiger Pokalfight. Der BVB kontrollierte das Geschehen, hatte viel Ballbesitz und versuchte, nach vorne zu spielen. Die spielerische Überlegenheit der Gäste führte aber nicht zu großen Torchancen für die Borussia.

Osnabrück hatte in der Offensive zuerst überhaupt nichts zu bieten. Bei zwei Ecken von Nuri Sahin herrschte im VfL-Strafraum ein großes Durcheinander, doch kein Borusse konnte die Kugel über die Linie drücken (15., 21.). Kurz vor der Pause schlug dann auf einmal der VfL Osnabrück zu: Bei zwei Standards war Verteidiger Angelo Barletta der gefeierte Mann, dem ein Doppelpack gelang.

In der 37. Minute verpassten bei einem weiten Einwurf gleich mehrere Dortmunder im BVB-Strafraum und auch der für Barletta zugeteilte Nelson Valdez passte nicht auf, sodass Barletta mit einem Fallrückzieher zum 1:0 glänzen konnte. Und nur fünf Minuten später köpfte Barletta eine Ecke von Björn Lindemann aus zehn Metern in die linke Ecke (42.). Wieder sah Nelson Valdez als direkter Gegenspieler nicht gut aus. Vom Spielbild her war die Führung der Hausherren zwar zur Pause nicht unbedingt verdient – aber das wird dem VfL egal gewesen sein.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Nach dem Seitenwechsel ging es ähnlich weiter: Die Dortmunder drängten auf den Anschlusstreffer. Ein Schuss von Blaszczykowski ging abgefälscht am Tor vorbei (49.). Der verdiente Anschlusstreffer gelang in der 55. Minute, als Nuri Sahin eine Kopfballverlängerung direkt nahm und aus 10 Metern das 2:1 schoss.

Der BVB machte weiter mit viel Ballbesitz und Osnabrück hatte viel Einsatz und Kampfgeist dagegen aufzubieten. Die große Chance zum Ausgleich ergab sich danach für Lucas Barrios, der mit einem Schuss aus der Drehung nur den Innenpfosten traf (61.). Wie in der ersten Halbzeit auch schockte dann auf einmal der VfL den BVB: Bei einem Konter bediente der eingewechselte Dennis Schmidt den startenden Benjamin Siegert, der flach zum 3:1 einschoss (69.).

Danach war eigentlich noch genug Zeit für eine Dortmunder Aufholjagd, aber es kam in der Schlussphase nichts Vernünftiges mehr für die Gäste trotz aller Bemühungen dabei herum. Der VfL verteidigte und verteidigte – und brachte den Vorsprung über die Zeit, auch wenn ganz spät Lucas Barrios noch in der sechsten Minute der Nachspielzeit das 3:2 per Kopf erzielte (90.+6).

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN

Angelo Barletta machte nach zwei Standards einen Doppelpack (37., 42.), wobei vor allem das erste Tor per Fallrückzieher eine Augenweide war. In der zweiten Halbzeit machten die Gäste viel Druck. Lucas Barrios war in der 61. Minute ganz nah am Ausgleich zum 2:2 dran, als er nur den Pfosten traf. Die Vorentscheidung besorgte dann Benjamin Siegert, der einen Konter mit dem 3:1 abschloss (69.).

SPIELER DES SPIELS: Angelo BARLETTA

Ein Tor für einen Abwehrspieler ist schon gut, aber zwei Treffer in solch einem Pokalfight gelingen einem Defensivmann selten. Weil Barletta auch bei seiner eigentlichen Aufgabe in der Abwehr gut eingriff, hatte er sich die Auszeichnung als bester Mann verdient.

SCHIEDSRICHTER – Note: 7

Schiedsrichter Guido Winkmann aus Kerken hatte das Spiel gut im Griff. Mit seinen Entscheidungen lag er fast immer richtig und machte keinen groben Fehler. Gute Leistung.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 7

Ein irgendwie seltsames Spiel in Osnabrück. Der VfL machte wenig für das Spiel, aber zwei Standards und ein Konter waren am Ende genug, um eine Runde weiter zu kommen. Borussia Dortmund bemühte sich uns spielte nicht überheblich, aber in der Offensive fehlte die letzte Entschlossenheit.

Das Spiel in der Goal.com-Statistik

FAZIT

Der VfL Osnabrück lebt das Märchen weiter – und musste eigentlich nur ganz zum Schluss zittern. Dortmund beherrschte die 90 Minuten, aber es kam nichts dabei herum. Der Osnabrücker Einsatzwille und die Leidenschaft reichten, um den Sieg am Ende über die Zeit zu bringen.

Eure Meinung: Wie beurteilt ihr dieses Ergebnis? Wem bringt der Punkt mehr?


 
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