Spielbericht DFB-Pokal: SpVgg Greuther Fürth - VfB Stuttgart

Großer Jubel auf der einen Seite und bittere Enttäuschung auf der anderen: Das DFB-Pokal-Spiel beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth endete für den VfB Stuttgart in einer Katastrophe. Die Schwaben mussten sich mit 0:1 geschlagen geben. Die Kleeblätter können sich auf das Viertelfinale freuen.

DFB Pokal: SpVgg Greuther Fürth - VfB Stuttgart, Elson & Leonhard Haas (Bongarts/Getty-Images)
(sh) Fürth. Wer kennt ihn nicht, diesen Ausruf im Einspieler der DFB-Pokalbegegnungen: „Der Außenseiter führt mit 1:0!“ – Am Dienstagabend kam es für die SpVgg Greuther Fürth zum ersten Treffer in der Partie gegen den VfB Stuttgart und bei diesem Tor blieb es auch nach 90 Minuten. Markus Babbel und der VfB Stuttgart liegen endgültig am Boden und nun ist auch die Zukunft die VfB-Coaches ungewiss.

PERSONAL & TAKTIK

Die SpVgg Greuther Fürth setzte auf die gleiche Startformation wie gegen Union Berlin – dieses Spiel gewann der Zweitligist mit 2:1. Benno Möhlmann musste in der Innenverteidigung seinen Kapitän Biliskov ersetzen, der eine Rotsperre absitzen muss. Für ihn rückte Mittelfeldspieler Caligiuri in die Abwehrreihe zurück. In der Offensive gab es mit dem Einsatz von Sailer eine kleine Überraschung.

Beim VfB Stuttgart setzte Markus Babbel von Beginn an auf die sogenannte Raute im Mittelfeld. Hinter den Spitzen durfte Elson von Beginn an ran, davor stürmte mit Pogrebnyak und Marica ein Angriffsduo. Das Sorgenkind aus Weißrussland, Hleb, blieb zu Beginn draußen, ebenso wie Cacau.

SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE

„Wir müssen in Fürth gewinnen. Da kann es überhaupt keine Diskussionen geben“, forderte VfB-Manager Horst Heldt vor der Partie in Fürth. Die Augen richteten sich unmissverständlich auf Markus Babbel und das Abschneiden seiner Mannschaft. Die erste gute Chance der Schwaben gab es bereits nach vier Minuten, als Pogrebnjak nach einem Eckball von Hitzslsperger frei zum Kopfball kam und den Ball nicht richtig kontrollieren konnte.

Die Stuttgarter dominierten die Anfangsphase, doch die Angst war den VfB-Akteuren in den Beinen zu spüren. Ein ungefährlicher Kopfball von Marica (21.) und eine verpasste Hereingabe von Kuzmanovic (22.) veranlassten VfB-Coach Markus Babbel dazu, seine Ersatzspieler schon der 24. Minute warmlaufen zu lassen.

Als hätte es Babbel geahnt, dass es in dieser Phase der Partie wieder einmal schlecht läuft für seine Mannschaft: Fürths Nehrig (32.) brachte die Hausherren mit einem nicht unhaltbaren Schuss in Führung, obwohl die Schwaben bis dahin die bessere Mannschaft waren. Die Fürther brauchten nur eine Chance zum ersten Treffer.

SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE

Die Hoffnung auf die große Aufholjagd blieb zu Beginn der zweiten 45 Minuten aufseiten der Stuttgarter aus. Die Schwaben starteten mit vielen Fehlpässen und einigen Unsicherheiten in die zweite Halbzeit, dass hatte ihnen wohl Coach Markus Babbel ganz anders erklärt. Erst in der 55. Minute hatte Kuzmanovic mal wieder eine Schusschance aus knapp 22 Metern.

Die Kleeblätter verteidigten ihre knappe Führung sehr geschickt und lauerten weiterhin gefährlich auf Konter. In der 59. Minute nahm Markus Babbel noch einmal einen Doppelwechsel vor und brachte mit Schieber und Hleb zwei frische Kräfte, die allerdings in den folgenden Minuten auch nicht für die erhofften Chancen sorgen konnten.

Erst in der 77. Minute hatten die Gäste eine große Möglichkeit, als der eingewechselte Hilbert eine gute Schussposition für Elson vorbereitete, der das Leder jedoch weit über das gegnerische Gehäuse donnerte. In den Schlussminuten kamen beide Mannschaften dann zu weiteren Tormöglichkeiten, doch auf beiden Seiten wurden die Chancen fahrlässig liegen gelassen. Die Fürther spielten ihre Konter nicht gut genug zu Ende und VfB-Angreifer Marica scheiterte in seiner besten Aktion (86.) an dem Pfosten. Es gab an diesem Pokalabend einfach kein Glück aufseiten der Stuttgarter, die sich nach dem Aus im DFB-Pokal weiterhin ganz tief in der Krise befinden.

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN

Die Stuttgarter Offensive war für die Fürther keine große Gefahr. Ob die probierte Doppelspitze mit Pogrebnyak und Marica, oder der eingewechselte Schieber. Kein Offensivakteur aus Stuttgart sorgte so richtig für Gefahr, lediglich der junge Schieber hatte nach seiner Einwechselung eine gute Szene.

SPIELER DES SPIELS: Bernd Nehrig

Der Mann des Abends aufseiten der SpVgg Greuther Fürth war Bernd Nehrig – ausgerechnet ein Ex-Stuttgarter erzielte den wichtigen und entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg. Nehrig spielte bis zum Sommer 2007 bei den Schwaben und wechselte dann zu den Kleeblättern.

SCHIEDSRICHTER – Note: 8.5
Im DFB-Pokal-Achtelfinale hatte Schiedsrichter Babak Rafati aus Hannover das Sagen. Der Unparteiische ist in der Bundesliga nicht immer unumstritten, leistete sich an diesem DFB-Pokalabend allerdings keine diskussionswürdigen Entscheidungen.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).


SPIELNOTE: 6

Es war kein hochklassiges Spiel in Fürth, doch es lebte in der Schlussphase vor allem durch die Spannung. Stuttgart hatte gute Möglichkeiten, an diesem Abend passte jedoch alles in das bekannte VfB-Bild der vergangenen Wochen.

FAZIT

Die Spielvereinigung erkämpfte sich den Einzug in die nächste Runde mit viel Glück. Sie hatten in Halbzeit eins eine gute Möglichkeit und verwandelten diese zur 1:0-Führung. Am Ende verpassten die Gastgeber einige Konterchancen, die knappe Führung hielt dennoch…

Eure Meinung: Stuttgart in der Krise – Muss Babbel gehen?


 
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