Vorschau DFB-Pokal: SV Werder Bremen – 1. FC Kaiserslautern

Der 1. FC Kaiserslautern gehört in der laufenden Saison sicherlich zu den Überraschungen im DFB-Pokal. Auf einen Erfolg gegen Eintracht Braunschweig (1:0) folgte auch ein Sieg gegen den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Nun wollen die „Roten Teufel“ auch die Hanseaten aus Bremen etwas ärgern. Wenngleich aber auch klar sein dürfte: Auswärts werden es die Pfälzer sehr viel schwerer haben als vor eigenem Publikum. Und dennoch ist das Selbstvertrauen groß beim FCK.

Mertesacker, Boenisch und Marin jubeln über den Triumph gegen Hoffenheim (DAVID HECKER/AFP/Getty Images)
Von Dennis WEINACHT

Bremen/Kaiserslautern. Zum ersten Mal musste sich der 1. FC Kaiserslautern am Wochenende in einem Pflichtspiel der laufenden Saison geschlagen geben. Gegen Düsseldorf setzte es am „Betzenberg“ eine 0:2-Niederlage. Um ein vorläufiges Tief schnellsmöglich wieder abzuwenden, soll nun schon im nächsten Match wieder ein Erfolg her. Dabei geht es zu keinem geringeren Gegner als dem SV Werder Bremen.

PERSONAL & TAKTIK

Bei den Hanseaten ist die Aufstellung noch ganz und gar nicht festgelegt, weil sich Thomas Schaaf nicht in die Karten schauen lässt. So scheint es möglich, dass er mit seiner aktuell besten Mannschaft auflaufen wird. Denkbar aber auch, dass er einigen Reservisten den Vorzug gibt und seinen Stammspielern eine Pause gönnt. Mögliche Kandidaten für einen Startplatz wären dann Petri Pasanen, Peter Niemeyer, Tim Borowski oder auch Markus Rosenberg. Es ist aber sehr viel wahrscheinlicher, dass der Trainer auf wenige Veränderungen zurückgreifen wird und stattdessen der zuletzt erfolgreichen Mannschaft zumindest im Stamm den Vortritt lässt.

Beim 1. FC Kaiserslautern wird der Coach Marco Kurz ebenso wieder auf die altgewohnten Mittel setzen. Er wechselte schon in der Liga nur selten, ist nun aber zu Änderungen gezwungen. Ivo Ilicevic ist noch gesperrt. Für ihn wird auf der linken Seite vermutlich wie schon gegen Leverkusen Dragan Paljic beginnen. Seinen Platz im Angriff nimmt Erik Jendrisek ein, da ein Einsatz für Srdjan Lakic noch zu früh kommt. Auf der rechten Außenbahn ist zudem der Einsatz von Sidney Sam fraglich. Es könnte also sein, dass Kurz beide Flügel neu besetzen muss im Vergleich zu den letzten Ligaspielen.

FORMKURVE & AUSGANGSLAGE

Beim SV Werder Bremen läuft es derzeit absolut rund. Die Hanseaten gewannen sechs ihrer sieben vergangenen Pflichtspiele und nehmen damit in allen drei Turnieren eine gute Rolle ein. Auch die Stimmung ist gut. Am letzten Wochenende gab es den überzeugenden 4:1-Erfolg beim VfL Bochum. Nicht feiern durfte hingegen am Freitag der 1. FC Kaiserslautern. Zum ersten Mal wurde in der laufenden Saison ein Spiel verloren (0:2 gegen Düsseldorf). Ansonsten präsentierte sich die Mannschaft aber bisher in bestechender Form. Wichtig für die Stimmung und das Selbstvertrauen wird nun sein, dass das Team gegen Bremen eine ordentliche Form abruft und ein gutes Spiel zeigt. Denn die Schlappe in der Liga soll nur ein Ausrutscher bleiben.

DER DIREKTE VERGLEICH

Der letzte Sieg des SV Werder Bremen vor eigenem Publikum gegen den 1. FC Kaiserslautern liegt bereits fünf Jahre zurück. Man muss aber auch dazu sagen, dass der FCK mittlerweile bereits im vierten Jahr nur zweite Liga spielt. Das letzte Aufeinandertreffen im Weserstadion war am 11. Februar 2006. Damals gewannen die „Roten Teufel“ mit 2:0. Es begann das letzte Aufbäumen einer jungen Mannschaft, die am Ende jener Spielzeit den Gang ins Unterhaus antreten musste. Seither haben die Pfälzer auf ihrem gefürchteten Fußball-Berg kein Bundesliga-Spiel mehr gesehen. Die Reise ins Weserstadion bleibt vorerst eine Ausnahme. Oder gibt es im kommenden Jahr doch wieder das Treffen der befreundeten Fan-Gruppen beider Vereine? Interessant: Zehn Mal mussten die Teams im Pokal gegeneinander ran. Die Bilanz: Jede Mannschaft gewann je fünf Mal!

DIE SCHLÜSSELSPIELER

Wenn Werder im Mittelfeld kompakt und konzentriert auftritt, dürfte der 1. FC Kaiserslautern keine Chance haben. Deshalb wird bei den Kickern aus der Hansestadt vieles von den Mittelfeldspielern abhängen. Beim 1. FC Kaiserslautern muss wohl eine Achse funktionieren: Tobias Sippel wird im Tor gut aufgelegt sein müssen, Martin Amedick muss als Kapitän und Organisator funktionieren, Bastian Schulz muss das Spiel an sich reisen und Erik Jendrisek bleibt der Mann für die Tore. Schwache Einzelleistungen können sich die Gäste nicht erlauben.

DAS DUELL DES SPIELS

Claudio Pizarro vs. Tobias Sippel – Der Angreifer des SV Werder Bremen möchte sein Tor-Konto natürlich weiter aufbessern und auch gegen den 1. FC Kaiserslautern losballern. Im Kasten steht bei den „Roten Teufeln“ dabei aber ein sehr starker Schlussmann mit Tobias Sippel, der schon im Verlaufe der Saison beim FCK immer wieder zur Stelle war. Vermutlich werden beide Spieler des öfteren in diesem Match aufeinander treffen. Der Sieger im Privat-Duell könnte sich dann vermutlich auch über die nächste Runde freuen.

AUFGESPIESST

Klaus Allofs (Geschäftsführer, SV Werder Bremen): „Wir müssen nicht tiefstapeln!“

Marco Kurz (Trainer, 1. FC Kaiserslautern zu einer möglichen Pokal-Sensation): „Der Weg nach Bremen ist zu weit, um nicht daran zu glauben.“

PROGNOSE

In einem über weite Strecken spannenden Spiel werden sich beide Teams nicht viel schenken. Gegen Ende der Begegnung muss der 1. FC Kaiserslautern dem Favoriten dann aber doch den Erfolg überlassen. Bremen spielt bis zum Ende geduldig und fährt am Ende einen 3:1-Sieg ein. Für die „Roten Teufel“ endet damit das Pokal-Märchen.

Eure Meinung: Wer zieht durch dieses Spiel in die nächste Runde des DFB-Pokals ein?



 
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