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Spielbericht DFB-Pokal: VfL Bochum – FC Schalke 04
Der VfL Bochum verliert auch sein erster Pflichtspiel unter dem neuen Trainergespann klar. Mit 0:3 (0:1) unterliegen die Gastgeber völlig verdient gegen den FC Schalke 04 in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Spielerisch war das von den Hausherren viel zu wenig und nur über den Kampf kann man ein solches Spiel nicht gewinnen. Mit Blick auf die Bundesliga wird es so ganz, ganz eng für die Bochumer. Für Schalke hingegen geht eine gute Phase weiter vor dem „großen“ Revierderby gegen Borussia Dortmund. Die Generalprobe ist gelungen.
Von Dennis WEINACHT
Bochum. Heinemann ist auch kein Heilemann – Der VfL Bochum verliert im Pokal verdient gegen den FC Schalke 04, weil die Mannschaft spielerisch nicht überzeugen kann. Mimoun Azaouagh konnte nicht spielen und fehlte merklich.
PERSONAL & TAKTIK
Gleich vier Mal wechselte der neue Trainer Frank Heinemann beim VfL Bochum im Vergleich zur Niederlage gegen den FSV Mainz 05. So erhielten Daniel Imhof, Paul Slavio Freier und Dennis Grote eine Chance in der Startelf. Die größte Überraschung gab es aber im Tor, wo ein gewisser Andreas Luthe seinen Platz einnahm. Der Hüne spielte noch nie für die Profimannschaft, konnte sich aber über die Einsätze in der Regionalliga bei der zweiten Mannschaft anbieten und erhielt nun seine Chance im Derby gegen die „Königsblauen“.
Auch beim FC Schalke 04 veränderte Trainer Felix Magath einiges. Mit Carlos Zambrano, Christoph Moritz und Halil Altintop fanden sich gleich drei neue Akteure in der Anfangsformation wider. Der Coach wollte seiner Mannschaft damit mehr taktische Flexibilität für die 90 Pokal-Minuten verleihen. Gegen den VfL Wolfsburg hatte er noch bemängelt, dass ihm das System zu starr war. Wenngleich die Mannschaft gegen den deutschen Meister insgesamt eine gute Partie gezeigt hatte. Nun aber zählte nur noch Bochum.
SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE
Und so startete seine Mannschaft auch höchst konzentriert in dieses Spiel. Bochum versuchte über den Kampf dagegenzuhalten, war aber von Beginn an in der Defensive verunsichert. So sollte auch die Führung der Gäste nicht lange auf sich warten lassen: Nach einem Freistoß des sehr aktiven Levan Kenia war Heiko Westermann in der Mitte zur Stelle, drückte das Leder mit dem Kopf über die Linie (10.). Die Stimmung unter den Bochumer Anhängern, die noch zum Anpfiff so gut gewesen war, schlug um. Nun lag ihre Mannschaft wieder zurück, nun musste sie wieder einmal Charakter beweisen. Nicht gerade die Stärke des Teams in den letzten Wochen.
In den kommenden Minuten bis zur Pause sollte auch nicht mehr allzu viel von den Gastgebern kommen. Der FC Schalke 04 spielte seine Rolle sicher runter, ließ nichts anbrennen. Die Gastgeber zeigten in der Offensive viel zu wenig, um nicht zu sagen: gar nichts. Oft wurden sie frühzeitig von den Gästen gestört, so dass sich früh auch ein wenig Frust breitmachte. Bereits zur Pause hatten deshalb fünf Profis des VfL eine Gelbe Karte gesehen. Die Mannschaft schadete sich zunehmends selbst und spielte letztlich nur gegen das 0:2 und nicht auf den Ausgleich.
Die „Königsblauen“ hingegen versuchten mehr zu investieren und wirkten auch spielerisch reifer in den Anlagen. Bochum enttäuschte auch in diesem ersten Durchgang auf ganzer Linie, ließ jegliches Konzept oder jegliche Spiellaune vermissen. Nur dem jungen Andreas Luthe im Tor der Hausherren war es zu verdanken, dass nicht noch vor dem Kabinengang das 2:0 für Schalke folgte. Insgesamt musste man am Ende dieser ersten 45 Minuten festhalten, dass die Gäste schlichtweg mehr Qualität in ihren Reihen haben. Ohne das ganz große Feuerwerk abzubrennen, wiesen sie so den VfL Bochum ohne Probleme mit einem minimalen Aufwand in seine Schranken!
SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE
Das war zu Beginn des zweiten
Durchgangs indes anders. Die Gastgeber kamen gut aus der Kabine,
drängten nun auf das 1:1. Immer wieder wurde es im Strafraum der
Schalker richtig brisant, die Ordnung bei den Gästen schwand
dahin. Aber das macht eben auch eine Spitzenmannschaft aus, denn
mitten in die Drangphase des VfL Bochum erhöhte Halil Altintop
auf 2:0. Jefferson Farfan hatte sich auf der Außenbahn klasse
durchgesetzt und dann toll auf den Türken weitergeleitet. Dieser
musste nur noch einschieben (56.). Daniel Imhof vergab auf der
Gegenseite kurz darauf freistehend im Strafraum, weil er den Ball
direkt in den Armen von Manuel Neuer platzierte (58.). Das machte nun
den Unterschied: Bochum vergab seine Chancen, während die
Mannschaft von Felix Magath eiskalt zuschlug. Für den VfL war es das letzte Aufbäumen in einer ansonsten sehr schwachen Partie.
Es sollte für den VfL Bochum sogar noch schlimmer kommen. Das 3:0 zum Endstand fiel noch, weil Christian Fuchs eine Heirengabe von der rechten Seite ins eigene Tor ablenkte (76.). Er war umkreist von Gäste-Spielern und wollte den Ball im Grätschen noch irgendwie klären, was ihm aber sichtlich misslang. Es war der Schlusspunkt in einer mittelmäßigen Partie, die nicht wirklich zum Schulterschluss des VfL Bochum mit seinen Fans beitragen sollte. Marcel Koller ist weg, die Probleme aber sind nach wie vor noch vorhanden. Das merkte man auch während insgesamt doch sehr blutleeren 90 Minuten.
SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN
Die drei Treffer waren selbstverständlich insgesamt die absoluten Schlüsselszenen. Aber auch der VfL Bochum hatte unmittelbar nach dem Beginn der zweiten Halbzeit einige gute Möglichkeiten, die aber vergeben wurden. Deshalb reichte es am Ende nicht mehr zur Wende. Nicht auszumalen, was möglicherweise im Falle eines Ausgleiches durch Bochum passiert wäre. Beim FC Schalke 04 waren die Schlüsselspieler ganz klar Rafinha und Jefferson Farfan.
SPIELER DES SPIELS: Rafinha
Der zuletzt oft negativ aufgefallene Brasilianer machte eine sehr ordentliche Partie und gefiel mit gutem Stellungsspiel, starken Zweikämpfen und auch einem ausgeprägten Drang nach vorne. Sehr stark, wie er wieder aufspielte und sich so weiter zur festen Säule im System von Trainer und Manager Felix Magath entwickelt.
SCHIEDSRICHTER – Note: 8
Florian Meyer leitete die Begegnung absolut souverän. Er griff hart durch, übertrieb es aber nicht. Denn hätte er zu verbissen agiert, wäre es wohl auch zu dem ein oder anderen Platzverweis gekommen. So aber sorgte er für eine halbwegs ruhige Partie, in der zumindest keine Eskalationen zu sehen waren. Eine insgesamt sehr ordentliche Lei(s)tung.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 5.5
In dieser Begegnung überwog am Ende der Kampf. Spielerische Elemente blieben selten gegebene Geschenke, Spannung gab es leider auch nicht allzu viel. Vor allem die Hausherren konnten nur über die kämpferische Leistung dagegenhalten. Der Verein muss sich auch im Bezug auf die Bundesliga Gedanken machen. So wird es ganz, ganz eng. Denn trotz aller Bemühungen war Bochum von einem Erfolg meilenweit entfernt.
Das Spiel in der Goal.com-Statistik
FAZIT
Dem VfL Bochum waren die Bemühungen ganz sicher nicht abzusprechen, in jedem Fall fehlt aber die Qualität. Das Spiel nach vorne war über weite Strecken schwach, der Sturm nur auf dem Papier auszumachen. Eine positive Erkenntnis dürfte man mit Andreas Luthe gewonnen haben. Für den FC Schalke 04 war es unter dem Strich nicht mehr als ein Arbeitssieg. Aber diesen fuhren sie doch sehr sicher und taktisch abgeklärt ein.
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