Spielbericht DFB-Pokal: Preußen Münster – Hertha BSC Berlin

Finale Furioso in Münster: Als alle schon mit einem Elfmeterschießen rechneten, schlug die Hertha eiskalt zu. Zwei Treffer in den letzten beiden Minuten der Verlängerung bescherten den Berlinern den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals. Preußen Münster lieferte einen großen Kampf und schied am Ende doch aus.

DFB-Pokal: Preußen Münster - Hertha BSC Berlin, Fall und Dardei schenken sich nichts (firo)
(fb) Münster. Hertha BSC Berlin wankte, fiel aber nicht! Zwei Minuten vor dem Ende der Verlängerung schlug Elf von Lucien Favre eiskalt zu und rette sich gegen Preußen Münster in die zweite Runde des Pokals. Valeri Domovchiyski und Raffael hießen die beiden Torschützen. Der Regionalligist aus Münster lieferte einen tollen Pokalfight, wurde am Ende aber nicht belohnt.

Personal & Taktik


Münsters Trainer Roger Schmidt bot vier Neuzugänge in seiner Startformation auf. David Fall rückte auf die Position des Rechtverteidiger, Marc-André Nimptsch lief im defensiven Mittelfeld auf, Marc Lorenz spielte auf der rechten Außenbahn. Im Sturmzentrum spielte Torjäger Wojciech Pollok. Münsters Grundformation war ein 4-4-1-1 mit Mehemt Kara als hängender Spitze.

Bei der Hertha wurden Christoph Janker und Cicero nicht rechtzeitig fit. Der Brasilianer nahm zumindest auf der Bank Platz. Steve von Bergen spielte nehmen Arne Friedrich in der Innenverteidigung. Rückkehrer Artur Wichniarek war die einzige Spitze der Berliner, Raffael spielte etwas zurückgezogen.

Spielverlauf 1. Hälfte


Die Preußen begannen couragiert. Es war deutlich zu sehen, dass sie die Partie offen gestalten wollten. Die Hertha fand nicht in die Partie, denn Münster machte die Räume geschickt eng, stellte den Gegner früh und war zweikampfstärker. Dennoch spielte sich das Geschehen weitgehend zwischen den Strafräumen statt. Nach gut zwanzig Minuten saß der erste Torschuss der Gäste. Kacar marschierte durch das Mittelfeld und setzte raffael ein. Der Brasilianer schlug einen Haken und zog aus 16 Metern ab, Preußen-Schlussmann David Buchholz patzte und es stand 0:1 (23.).

Dieser Gegentreffer war ganz offensichtlich ein Schock für den Regionalligisten. Das Spiel nach vorn fand nicht mehr so flüssig statt und es häuften sich die Abspielfehler. Berlin kam über mehr Ballbesitz zu mehr Spielkontrolle. Torchancen blieben jedoch bis zur Halbzeitpause Mangelware. Zwar erzielte Raffael in der 44. Minute das vermeintliche 0:2, wurde jedoch korrekterweise wegen Abseitsstellung zurück gepfiffen.

Spielverlauf 2. Hälfte


Der frühe Ausgleich nach dem Seitenwechsel tat dem Spiel gut. Patrick Ebert hatte einen Lorenz-Freistoß zum 1:1 ins eigene Tor verlängert (55.). Im Anschluss entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Kulisse war wieder da und beide Mannschaften spielten mit offenem Visier. In der Schlussphase wuchs Pechvogel Buchholz über sich hinaus und hielt seine Mannschaft mit tollen Reflexen gegen Kacar (86.) und Cicero (90.) im Spiel.

Spielverlauf Verlängerung 1. Hälfte:


Münster zog sich einen Tick weiter zurück und überließ den Gästen das Mittelfeld. Dicke Möglichkeiten konnte sich die Favre-Elf dennoch nicht erspielen. Die vereinzelten Konter der Preußen brachten aber auch nichts ein.

Spielverlauf Verlängerung 2. Hälfte:


Beide Mannschaften neutralisierten sich und als alle schon mit dem Elfmeterschießen rechneten, schlug die Hertha eiskalt zu: Erst nutzte Valeri Domovchyski einen Fehler in der Münsteraner Hintermannschaft (118.). Dann warfen die Hausherren alles nach vorn und Raffael schloss einen Konter zum entscheidenden 1:3 ab (120.).

Schlüsselspieler


Die auffälligsten Akteure in Reihen der Gastgeber waren die beiden Außenbahnspieler Marc Lorenz und David Loose, die mit ihrer Schnelligkeit für Unruhe in Herthas Defensive sorgten. Auch Abwehrchef Guerino Capretti und Rechtsverteidiger David Fall überzeugten. Marc-André Nimptsch spielte im zentralen Mittelfeld bärenstark.

Prägende Akteure auf Seiten der Berliner waren Gojko Kacar, der im Mittelfeld Regie führte und Arne Friedrich, der die Defensiv-Zentrale dicht machte. Cicero war nach seiner Einwechslung ein belebendes Element. Raffael war lange nicht zu sehen, doch bei seinen beiden Treffern war er eiskalt.

Schlüsselszene


Knapp 120 Minuten machte Münsters Innenverteidigung Guerino Capretti/Orhan Özkara ein tolles Spiel, doch zwei Minuten vor dem Ende der Verlängerung patzte sie. Gojko Kacar verlängerte per Kopf auf Domovchiyski, Münsters Abseitsfalle schnappte nicht zu und der Berliner schob freistehend aus kurzer Distanz zum 1:2 ein.

Spieler des Spiels


Trotz seines Fehlers vor dem 0:1 zeigte Preußens Torwart David Buchholz eine beeindruckende Leistung. Der 24-Jährige zeigte gleich mehrere tolle Reflexe und rettete seine Mannschaft überhaupt erst in die Verlängerung. Dafür wurde er mit Sprechchören gefeiert, im Elfmeterschießen durfte er sich dann jedoch nicht mehr auszeichnen.

Schiedsrichter


Frank Willenborg hatte mehrere knifflige Entscheidungen zu treffen. Der Osnabrücker lag großteils richtig, doch Abseitsentscheidungen hatte er mit seinen Assistenten nicht immer ein glückliches Händchen.

Spielnote: 9
Spätestens nach dem 1:1 entwickelte sich ein toller Pokalfight. Beide Mannschaften spielten nach vorn, es gab zahlreiche brenzlige Situationen. Am Ende war es Dramatik pur.

Statistik

Stadion: Preußenstadion
Zuschauer: 18.800
Tore: 0:1 Raffael (23.), 1:1 Eigentor Ebert (53.), 1:2 Domovchiyski (118.), Raffael (120.).
Gelbe Karten: von Bergen (52.), Capretti (55.), Lorenz (63.), Domovchyski (90.), Pejcinovic (115.).
Ecken: 5:4
Chancen: 4:8


 
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