Spielbericht DFB-Pokal: Kickers Emden - 1. FC Köln

Das erwartete Schützenfest für den 1. FC Köln ist ausgeblieben. Die Domstädter spielten verhalten und mussten gegen den Fünftligisten bis zur 37. Minute auf das erlösende 1:0 warten. Die Kickers verkauften ihre Haut so teuer wie möglich, unterlagen am Ende aber völlig verdient.

Bundesliga: 1. FC Köln - FC Schalke 04, Torjubel nach dem 1:0 (firo)
(fb) Emden. Eine Runde weiter gekommen, Mund abputzen, auf die Bundesliga konzentrieren. So dürfte das Fazit des 1. FC Köln nach dem Pokalerfolg bei Kickers Emden lauten. Spielerisch lief es noch nicht rund beim FC, dennoch geht der 3:0-Sieg voll in Ordnung. Oberligist Emden kämpfte tapfer und verkaufte sich sehr gut.

Personal & Taktik


Kickers-Trainer Johann Lünemann entschied sich für ein 4-2-3-1-System mit Andreas Gerdes-Wurpts als einziger Spitze. Unterstützt wurde der Stürmer von Stephen Famewo und Paolo Rizzo auf den Außenpositionen. Im Tor spielte Neuzugang Edgar Fabry.

Kölns neuer Coach Zvonimir Soldo vertraute in seinem ersten Pflichtspiel auf ein 4-4-2 mit „Doppel-Sechs“ in der Zentrale. Kevin Pezzoni spielte gemeinsam mit Petit vor der Abwehr, Neuzugang Maniche saß zunächst auf der Bank. Kevin McKenna ersetzte in der Innenverteidigung den verletzten Pedro Geromel und im Angriff liefen Lukas Podolski und Sebastian Freis auf.

Spielverlauf 1. Hälfte


Köln hatte, wie zu erwarten war, viel mehr Ballbesitz. Doch die Soldo-Elf konnte es nicht ummünzen. Es fehlte an Geschwindigkeit und Zielstrebigkeit im Spiel nach vorn. Emden zog sich zunächst weit zurück und hielt der technischen Überlegenheit des FC großen Kampf entgegen. Brenzlig wurde es zum ersten mal nach zwölf Minuten, als Kickers-Torwart Edgar Kary stark gegen Podolski rettete.

Die Partie verlief auf überschaubarem Niveau, die dickste Gelegenheit für die Domstädter vergab Sebastian Freis, der nach feinem Zuspiel von Adil Chihi aus zehn Metern nur knapp am Tor vorbeizielte. Die spärlichen Angriffsbemühungen der Emdener verliefen im Sande. In der 39. Minute erlöste Abwehrspieler Mohamad schließlich den Favoriten: Er köpfte eine Flanke von Brecko zur 1:0-Pausenführung ein.

Spielverlauf 2. Hälfte


Zunächst tat sich nach dem Seitenwechsel nicht sonderlich viel. Ein völlig überflüssiges Foulspiel des bereits verwarnten Manuel Menzel gegen Adil Chihi spielte den Kölnern in die Karten. Menzel flog mit Gelb-Rot vom Platz (54.). Dadurch ergaben sich für die Gäste mehr Räume und prompt schlugen sie zu. Wilfried Sanou vollendete nach erneuter Vorarbeit von Brecko (57.). Köln schaukelte die Partie locker über die Zeit, verpasste es aber zunächst, weitere Tore nachzulegen. Kurz vor Schluss traf Lukas Podolski mit einem direkt verwandelten Freistoß zum 0:3 (88.)

Schlüsselspieler


Wenn die Kickers einmal den Weg nach vorn einschlugen, war Paolo Rizzo mit von der Partie. Der Mittelfeldspieler war an jeder gefährlichen Aktion der Gastgeber beteiligt. Innenverteidiger Holger Willms erwischte einen starken Tag und Torwart Kary überzeugte, obwohl er beim ersten Gegentor nicht glücklich agierte.  Bei den Kölner absolvierte Mohamad, der Torschütze zum 0:1 eine souveräne Partie. Adil Chihi spielte auf der rechten Seite ordentlich und Lukas Podolski war, vor allem in Durchgang eins, sehr agil. Oft holte er sich die Bälle aus dem Mittelfeld.

Schlüsselszene


Länger als erwartet hielt Kickers Emden das 0:0. Doch mit dem 1:0 durch Mohamads Kopfball war eigentlich schon eine Vorentscheidung gefallen. Viel zu harmlos präsentierten sich Emden in der Offensive, um den Rückstand noch einmal wettzumachen.

Spieler des Spiels


Kölns Rechtsverteidiger Miso Brecko war der Wegbereiter zu beiden Kölner Treffern. Zunächst flankte er punktgenau auf den Kopf von Mohamad, später servierte er Sanou das Leder maßgerecht. Brecko war defensiv stark und offensiv deutlich agiler als Pierre Womé auf der linken Seite.

Schiedsrichter


Christian Fischer (Hemer) hatte die Partie im Griff und lieferte eine nahezu tadellose Leistung ab.

Spielnote: 3

Die Partie war mehr ein lauer Sommerkick, als ein packender Pokalfight. Köln reichte eine Leistung mit angezogener Handbremse um in die nächste Runde einzuziehen. Emden kämpfte, hatte aber letztlich nicht die spielerischen Mittel, um den FC ernsthaft zu fordern.

Statistik


Stadion: Embdena-Arena
Zuschauer: 7.200
Tore: 0:1 Mohamad (37.), 0:2 Sanou (57.), 0:3 Podolski (87.)
Gelbe Karten: McKenna (35.), Menzel (37.)
Gelb-Rote Karte: Menzel (54.)
Chancen: 1:6
Ecken: 1:7


 
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