Lübeck wie es singt und lacht

Der DFB-Pokal 2009/2010 hat ihre erste faustdicke Überraschung: Regionalligist VfB Lübeck kegelte Bundesliga-Aufsteiger Mainz 05 aus dem Wettbewerb. Während bei den Hanseaten logischerweise Freude pur herrschte, war beim selbsternannten „Karnevalsverein“ Zähneknirschen angesagt.

Lohmühle, VfB Lübeck (firo)
(fb) Lübeck. Nachdem Niko Bungert Mainz 05 an der Lohmühle mit seinem Kopfball in Führung gebracht hatte (19.) sah es nach einem Erfolg des Favoriten aus. Doch der VfB Lübeck kam zurück in die Partie, kämpfte, wie man es von einem Underdog gewohnt ist, und drehte schließlich die Partie. Joker Nico Schrum markierte nach dem Seitenwechsel den Ausgleich (56.) und erzwang damit die Verlängerung. Zum Held des Abends wurde Mittelfeldspieler Jakob Sachs, der mit einer Direktabnahme vom Fünf-Meter-Raum den Lübecker Einzug in die zweite Runde perfekt machte (97.).

„Geil, geil, geil, geil, so geil“


Ausgelassene Freude war natürlich bei den Hausherren angesagt, die von den knapp 8000 Fans im Stadion gefeiert wurden. „Das ist einfach nur geil. Geil, geil, geil, geil, so geil. Heute wird sicherlich nicht geschlafen“, jubelte Torschütze Schrum nach Spielende. Zwar waren die Mainzer mit großen Personalsorgen in den Norden gereist, doch wie ein Bundesligist präsentierten sich die 05er gewiss nicht. Ohne Willen und Esprit spulten sie ihr Pensum ab, versuchten früh nur noch die Führung über die Zeit zu schaukeln. Dementsprechend angefressen war Trainer Jörn Andersen später auch: „Das darf uns nicht passieren. Diese Niederlage ist schwer zu verdauen.“

Müller ist selbstkritisch


Im Tor stand bei den Mainzern Heinz Müller. Der Neuzugang war beim Interview mit Sky noch auf dem Rasen sichtlich geschockt, zeigte sich aber als fairer Verlierer: „Wir haben gut angefangen, den Lübeckern dann aber zu viel Räume gegeben. Nach dem Ausgleich ist das Spiel leider gekippt.Wir dürfen uns aber nicht beschweren, da wir uns über 90 Minuten praktisch keine Torchance erspielt haben.“, analysierte der Schlussmann.

Während in Lübeck eine lange Partynacht eingeläutet wurde, herrscht in Mainz Katerstimmung und die Gewissheit, dass es bis zum Bundesligaauftakt am kommenden Wochenende gegen Bayer Leverkusen noch jede Menge Arbeit gibt.


 
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