Spielbericht DFB-Pokal: Eintracht Braunschweig – 1. FC Kaiserslautern

Trotz Unterzahl reichte dem Zweitligisten ein Tor zum Einzug in die nächste Runde.

Kann derzeit kaum lächeln: FCK-Boss Stefan Kuntz platzte der Kragen! (firo)

(cv) Braunschweig. Der 1. FC Kaiserslautern hat durch einen 1:0-(0:0-)Sieg über Eintracht Braunschweig die 2. Runde des DFB-Pokals erreicht. Adam Nemec erzielte in der zweiten Hälfte das einzige Tor (62.). Lautern spielte knapp 50 Minuten in Unterzahl, da Ivo Ilicevic in der ersten Hälfte die rote Karte sah.

PERSONAL & TAKTIK

Während Braunschweig in Bestbesetzung und mit nur einer echten Sturmspitze namens Onuegbu antritt, hatte Trainer Marco Kurz bei Kaiserslautern mehr Probleme: Lakic, Kotysch, Sippel, Hornig und Ouattara fehlten verletzt, doch immerhin konnte Neuzugang Nemec dank rechtzeitiger Spielberechtigung auflaufen. Neben ihm stürmte Kai Hesse im Angriff der Teufel.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

In den ersten Minuten zeigte sich Braunschweig sehr engagiert und kam in der sechsten Minute durch eine schöne Kombination in Person Onuegbu frei vors Tor, doch dessen harter, aber unplatzierter Schuss war kein Problem für Trapp im Tor des FCK. Lautern zeigte sich noch ungeordnet und fand nicht richtig ins Spiel, dennoch wäre es Hesse gewesen, der das 1:0 hätte machen können, doch sein Schuss landete an der Querlatte (16.). Fortan war es ein Spiel auf Augenhöhe, dem es aber an Torchancen mangelte. Die Lauterer wurden gefestigter, viel kam aber besonders im Spiel nach vorne vom Zweitligisten nicht, denn Braunschweig hielt mit viel Kampf dagegen und die Räume eng. Doch gerade als man dachte, dass Lautern das Spiel kippen würde, schwächte Ilicevic sein Team unnötig: Die Bochumer Leihgabe sah nach einem Foul gegen Pfitzner glatt rot (35.). Fünf Minuten vor der Pause wirkte Lautern ungeordnet und fast hätte Boland das ausgenutzt, aber völlig freistehend köpfte er am langen Pfosten nach einer Flanke aus dem Halbfeld Torwart Trapp an.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Kurz reagierte und brachte für den gelb-rot gefährdeten Sam den schweizer U-21-Nationalspieler Daniel Pavlovic. Doch sofort brannte es im Strafraum der Roten: Nach einer hohen Hereingabe stand Kruppe völlig frei, aber der Ball rutschte ihm leicht vom Fuß, sodass Trapp gut den Winkel verkürzen konnte und der Ball am Tor vorbeiging (47.). Braunschweig hatte das Spiel im Griff und Kaiserslautern schien zwar bemüht, konnte sich aber keine Chancen erspielen. Die Hausherren agierten aber zunehmend passiv und schienen nicht gewillt, schnell aus der Überzahl Kapital zu schlagen. Genau in diese Phase stach Lauterns Nemec: Bugera schoss einen Freistoß von halbrechts gut auf den ersten Pfosten und Nemec war zur Stelle und drückte den Ball über die Linie (62.). Kaiserslautern hatte also den Platzverweis gut verkraftet und wehrte sich gegen die aufkommende Härte der Braunschweiger. Beinahe hätte ein Kopie des 1:0 zu einem weiteren Treffer geführt, doch die unfreiwillige Kopfballverlängerung von Kruppke landet nach dem Freistoß von Bugera nur auf der Latte (71.). Lautern wirkte äußerst souverän und Braunschweig war die gesamte zweite Halbzeit über nicht in der Lage, den Zweitligisten ernsthaft in Gefahr zu bringen und ließen somit die Überzahl gänzlich ungenutzt. Dennoch ein Schreckmoment für Kaiserslautern ca. 5 Minuten vor dem Ende: Banser kommt im Strafraum relativ frei an den Ball und dessen Schuss klatscht an den Pfosten (86.).

SCHLÜSSELSPIELER

Kevin Trapp im Tor der Lauterer hielt, was es zu halten gab und war bei mehreren brenzligen Situationen zur Stelle. Am Wichtigsten wohl seine Rettungstat gegen Onuegbu in der ersten Hälfte, wo Trapp den frühen Rückstand seines Teams verhinderte.

SCHLÜSSELSZENEN

Entscheidend war sie am Ende nicht, die rote Karte von Ivo Ilicevic, der vor Ende der ersten Hälfte seinen Gegenspieler umknickte (85.), doch es hätte anders kommen können. Marco Kurz schwor in der Kabine sein Team zusammen, das in der zweiten Halbzeit gefestigter und souveräner auftrat und beinahe nichts mehr zuließ.

Dann natürlich das einzige Tor der Partie, das zu einem psychologisch perfekten Zeitpunkt fiel und die Moral der Braunschweiger brach. Mit der Führung im Rücken war es den Lauterern ein Leichtes, durch eine gefestigte Defensive den Vorsprung zu verwalten.

SPIELER DES SPIELS

Spieler des Spiels ist durch seni goldenes Tor Adam Nemec. Der Neuzugang vom KRC Genk startete genau zum richtigen Zeitpunkt und erwischte die Freistoßflanke von Bugera mit dem genau richtigen Timing. Der Slowake hatte 65 Ballkontakte und ließ drei Torschüsse auf das Tor von Keeper Petkovic los. In seinem ersten Pflichtspiel für den FCK schoss Nemec seinen neuen Klub direkt in die nächste Runde.

FAZIT

Braunschweig war in den zweiten 45 Minuten einfach zu passiv um die gute Abwehr der Lauterer in Bedrouille zu bringen. Ein Tor von Nemec und gute Standards von Bugera reichten am Ende, um in die zweite Runde des DFB-Pokals einzuziehen.

Schiedsrichter: Peter Gagelmann

Spielnote: Ausreichend (4), das Spiel lebte nur von der Spannung, denn Braunschweig machte zu wenig für das Spiel, während Kaiserslautern in Unterzahl aufs Kräftesparen konzentriert war.

Statistik:

Stadion: Eintracht-Stadion
Zuschauer: 25.000
Tore: 0:1 Nemec (62.)
Gelbe Karten: Brinkmann – Sam, Mandjeck, Schulz
Rote Karten: Ilicevic (35.)
Ecken: 6 - 3



 
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