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BVB-Boss Watzke zur Reus-Ausstiegsklausel: "Mussten damals Kompromiss schließen"

Watzke spricht erneut über das Verhältnis mit Bayern, über Marco Reus und will das Budget für Spielergehälter anheben.

Dortmund. Borussia Dortmund -Boss Hans-Joachim Watzke verteidigt  die relativ geringe festgeschriebene Ablösesumme für Dortmunds Kronjuwel Marco Reus und gibt Einblick in die Personalplanungen der Schwarz-Gelben. Dazu äußert er sich erneut zum Verhältnis mit dem FC Bayern.

"Damals waren wir nicht auf dem Level von heute. Aus heutiger Sicht hätte es keine Ausstiegsklausel gegeben, aber damals wollte er eine, es gab zehn Angebote, und wir mussten einen Kompromiss schließen", gab Watzke in der Westfalenpost  zu und fügt an vielsagend an: "Hätten wir es nicht gemacht, dann wäre er möglicherweise heute nicht bei uns."

Das Budget für Spielergehälter soll langfristig steigen: "Wir wollen am besten schon 2017 über 300 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften – und zwar ohne Transfers. Das würde bedeuten, dass wir die Mannschaft mit 120 Millionen budgetieren könnten, ohne jemals rote Zahlen zu schreiben. Das ist der Weg", so Watzke.

Ansagen aus dem Süden erregen Watzkes Missfallen

Den Großklub aus dem Süden des Landes hält er mittlerweile für all zu mitteilungsfreudig. "Es ist ein schönes Gesellschaftsspiel, dass sich jeder dazu äußert. Das nervt! Aber allmählich dürfte auch jeder etwas dazu gesagt haben", stellte er bereits mit unverhohlenem Missfallen via Bild klar.

Die sicherlich auch geschäftsfördernde Rivalität mit dem FC Bayern unterstreicht er noch einmal zusätzlich. Für ihn liegen die Beziehungen zu den Münchner Granden jetzt endgültig auf Eis: "Ich sehe nicht ein, warum wir irgendetwas entkrampfen sollten. Ich hätte es mir auch nicht träumen lassen, dass wir heute zu den Offiziellen von Schalke 04 sicher das bessere Verhältnis haben als zu den Bayern."

Der BVB-Boss gibt sich kämpferisch, Bayern spöttelt

Watzke erwartet nach seiner Aussage beinahe postwendend die nächste Retourkutsche und bringt sich schon einmal in Stellung. Im Abnutzungskampf will er die Oberhand behalten. "

"Vier Jahre lang hat man uns unsere besten Leute weggenommen, weil wir uns nicht in dem Maße wehren konnten, weil wir weiter ökonomisch wachsen mussten und noch müssen. Trotzdem sind wir immer noch da. Wir richten uns auf die nächsten Attacken ein, die werden kommen. Aber es wird uns keiner zerstören können", kommentiert er martialisch.

Im Süden nimmt die ganze Angelegenheit etwas lockerer. Man wolle Herrn Watzkes ohnehin schon angespanntes Nervenkostüm schonen, heißt es spöttisch. "Der Kollege ist ja ein bisschen genervt von gewissen Aussagen", stichelte etwa Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der aber abwiegelt: "Ich möchte den Gemütszustand jetzt ausdrücklich nicht noch mehr verschlechtern, auch kein Öl da reingießen."

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