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Der Hoffenheimer Torhüter ist über die Bedingungen bei seinem neuen Verein hocherfreut. Die harschen Beschimpfungen von Freiburger Seite waren für ihn schwer zu ertragen.

Sinsheim. Neuzugang Oliver Baumann von 1899 Hoffenheim bereut den Abgang von seinem Jugendverein SC Freiburg nicht. Die besseren Trainingsbedingungen bei den Kraichgauern entschädigen ihn für die Querelen um seinen Transfer.

Trotzdem war der Schritt aus dem vertrauten Breisgau für den 24-Jährigen eine schwierige Entscheidung. "Emotional war es nicht einfach, den SC zu verlassen – und auch noch nach Hoffenheim zu wechseln. Es gibt ja inzwischen so etwas wie einen Derby-Charakter mit Freiburg", verrät er dem kicker.

"Hier herrscht eine klare Linie"

Die besseren Möglichkeiten des Vereins von SAP-Gründer Dietmar Hopp gaben schließlich den Ausschlag: "Ich wechsele ja nicht von einem gepflegten Umfeld in Freiburg zu einem Chaosverein. Wenn man all die Spinnereien weglässt und nur die Fakten nimmt, dann spricht einfach sehr viel für Hoffenheim: Hier herrscht seit anderthalb Jahren eine klare Linie und die Mannschaft wurde nochmals verstärkt."

Auch Freund und Teamkollege Sebastian Rudy leistete Überzeugungsarbeit. "Er hat mir zur TSG geraten. Und ein Pluspunkt war auch, dass der Verein die Möglichkeiten und Argumente hatte, Spieler wie Firmino oder Volland zu halten. Ich bereue jedenfalls nichts", stellt er klar.

Generell hält er das so oft propagierte Bild vom neureichen Chaosverein für völlig überzogen: "Gerade bei den Freiburg-Fans hat die TSG ein schlechtes Image, weil einfach vieles in der Vergangenheit übertrieben dargestellt wurde. Dabei ist es hier sehr ruhig, man hat wahnsinnige Bedingungen. Da geht einem Fußballer das Herz auf."

Beschimpfungen schwer zu ertragen

Die Beschimpfungen die Baumann nach seinem Wechsel von Freiburger Seite erdulden musste, kann er nur bedingt nachvollziehen: "Ich verstehe, dass einige enttäuscht waren, weil ich als Spieler gehe. Aber letztlich beleidigen sie mich ja auch als Menschen. Und das ist traurig, weil ich immer alles für den Verein gegeben habe." 

Seine eigene Onlinepräsenz ist dabei nicht gerade hilfreich. "Wer in den sozialen Netzwerken präsent ist wie ich, ist auch leicht erreichbar und bekommt den Frust Einzelner ab", stellt er fest und ist vom Verhalten einiger Freiburger Anhänger enttäuscht: "Solange man tut, was sie toll finden, ist man der Beste auf der Welt, aber wehe, es läuft andersrum. Sie nehmen es persönlich, weil ich ja aus der Jugend kam. Aber vielen fehlt ganz ehrlich auch der Einblick in den Profifußball."

Auch Ex-Trainer Christian Streich soll Baumann den Wechsel übel genommen haben. "Gefreut hat er sich jedenfalls nicht. Es war alles andere als einfach für mich, ihm das zu erklären. Aber wir hatten immer ein offenes Verhältnis, deshalb war klar, dass ich ihn schnell informieren musste", gibt Baumann abschließend zu.

Sein erstes Pflichtspiel für den neuen Verein bestreitet der Keeper am kommenden Sonntag, wenn es in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den unterklassigen Uhlenhorster SC Paloma geht.

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