Vereinswechsel bei Schalkes Höwedes? "Das hat Zeit"

In einem Mediengespräch äußerte sich der Kapitän des S04 über seine Rolle im Team, das kommende DFB-Pokalspiel und etwaige Wechselabsichten.

Aus Gelsenkirchen berichtet Hassan Talib Haji

Mit Ruhe und Gelassenheit saß Benedikt Höwedes am Mittwoch beim Medientermin des FC Schalke 04. Der Kapitän und Weltmeister der Königsblauen ließ wissen, dass er trotz seiner sommerlichen Reise nach Brasilien noch derselbe ist - und der Auftakt bei Dynamo Dresden im DFB-Pokal kein Zuckerschlecken wird. Ob er dabei auch spielen wird, ließ er offen.

Und der Defensivallrounder äußerte sich über Begehrlichkeiten, die er als Weltmeister naturgemäß weckt. "Es gibt immer Gerüchte, insbesondere wenn man Weltmeister wurde. Ich spiele aber seit 13 Jahren auf Schalke und wäre nicht so lange hier, wenn ich diesen Verein nicht lieben würde. Daher beschäftige ich mich aktuell nicht mit solchen Themen", so Höwedes.

Ein Hintertürchen ließ sich der Halterner trotzdem offen: "Ich habe schon gesagt, dass es mich reizen würde, irgendwann einmal ins Ausland zu gehen und eine neue Umgebung, eine neue Sprache und einen anderen Verein kennenzulernen. Aber das hat noch Zeit."

Volle Verantwortung

"Ich werde mich weiterhin nicht verstecken und als Kopf dieser Mannschaft Verantwortung übernehmen!" Ein Wort, wie in Stein gemeißelt. Schalkes Benedikt Höwedes hat vieles vor. Seinen Urlaub verbrachte er in Europa und tourte von Land zu Land. Er hat abgeschaltet. Einem viel gefragten Weltmeister ist dies absolut zu gönnen.

Seinen Fokus hat er dabei nicht verloren und schon gar nicht die Saisonziele seines Klubs. "Wir wollen Platz drei", macht der 26-Jährige klar und ergänzt: "Wir wissen aber auch, dass wir harte Konkurrenz in Leverkusen, Gladbach und Wolfsburg haben. Bayern München und Borussia Dortmund klammere ich fast aus, weil sie anderes Potenzial haben." Letzteres klingt fast wie ein Kniefall oder Aufgabe.

Dem ist aber nicht so. Auch Höwedes kennt die Worte von Manager Horst Heldt: "Wenn die Bayern mal straucheln, wollen wir da sein." Doch, wie geht er mit der neuen, gewonnenen Aufmerksamkeit um? "Ich bin immer noch derselbe", beschwichtigt er. Der Titel hat keinen neuen Höwedes geschaffen.

Kein Oberschlauer

"Ich muss hier jetzt nicht den Oberschlauen spielen", stellt Höwedes klar. Er kennt seine Aufgaben, die haben sich nicht verändert. Schon gar nicht im Umgang mit seinen Teamkameraden. "Ich mache meine Arbeit sehr verantwortungsbewusst. Mit den jungen Spielern spreche ich viel und gebe ihnen Hilfestellung. Ich werde meiner Verantwortung gerecht und bemühe mich, dass der FC Schalke weiterkommt."

Den Revierklub plagen immer wieder mal Verletzungen, ein Phänomen, das jüngst zu denken gab. Maßnahmen wurden getroffen, Richtlinien eingeführt und die Spieler sollen mehr auf ihren Körper achten. "Es muss immer Regeln geben, sonst haben wir hier einen Karnevalsverein! Es muss Disziplin herrschen. Jeder Einzelne muss sich seiner Verantwortung bewusst sein", stößt Höwedes ins gleiche Horn wie seine Vorgesetzten.

Am kommenden Montag bestreitet Schalke 04 den ersten Aufgalopp zur neuen Saison und mit der ersten DFB-Pokalrunde bei Dynamo Dresden wartet beim ersten Pflichtspiel auch gleich ein harter Brocken.

Höwedes ist sich der schweren Aufgabe bewusst: "Das Stadion wird kochen. Dresden hat eine neue, junge und hungrige Mannschaft." Doch Schalkes Ansprüche dürfen nicht im Klang der Semperoper untergehen. Der Innenverteidiger stellt klar: "Das ist ein Drittligist, wir brauchen uns nichts vormachen, wir müssen da eine Runde weiterkommen. Es wird ein intensives Spiel, wo wir definitiv als Sieger vom Platz gehen müssen."

Doch wird der Abwehrchef auch gleich von Beginn an auflaufen können? "Ich werde definitiv mit nach Dresden fahren. Ob ich dann auflaufe oder nicht, ist eine andere Frage."