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Es kann nur einen geben: Dortmunds Marcel Schmelzer und Erik Durm im Zweikampf

Das Pech des einen Linksverteidigers war der Startschuss für die Karriere des anderen. Der Vertreter nutzte seine Chance – und muss sich nun vielleicht wieder hinten anstellen.

Dortmund. Bei Borussia Dortmund steht in der neuen Saison aller Voraussicht nach eine Systemänderung an: Aus dem erfolgreichen 4-2-3-1, mit dem der Klub zwei Meisterschaften und einen Pokalsieg holte und das Finale der Champions League erreichte, wurde schon in der Endphase der vergangenen Saison ein 4-1-4-1 – und angesichts der größeren Alternativen in der Offensive ist auch ein 4-4-2 inzwischen denkbar und getestet worden. Was allerdings in allen Systemen gleich bleibt, ist, dass unter Trainer Jürgen Klopp nur mit einem Linksverteidiger gespielt wird. Das ist nun wirklich keine Sensation, aber im Vergleich zu vielen anderen Bundesligisten haben die Borussen für diese Position gleich zwei fähige Mitarbeiter: Marcel Schmelzer und Erik Durm.

Welcher der beiden im Supercup gegen die Bayern aufläuft ist ziemlich klar: Marcel Schmelzer wird den Job übernehmen, da Erik Durm nach dem WM-Urlaub erst in der vergangenen Woche wieder ins Training eingestiegen ist. Welcher der beiden hingegen auf längere Sicht den Job hinten links bekommt, ist noch völlig offen.

Marcel Schmelzer hat mit dem BVB in den vergangenen Jahren die Titel gesammelt und wurde und war bislang eine feste Größe im schwarz-gelben Team. In der vergangenen Spielzeit plagte sich der 26-Jährige allerdings drei Mal mit Muskelfaserrissen herum – und das war die Chance für Erik Durm. Eigentlich war er Stürmer, doch in Dortmund schulten die Trainer den Offensivmann auf Linksverteidiger um. Und als Schmelzer-Ersatz glänzte er unter anderem in den Duellen mit Bayerns Arjen Robben und Reals Gareth Bale, sodass ihn Bundestrainer Jogi Löw mit zur WM nach Brasilien nahm und Schmelzer zu Hause ließ.

Kein Blick zurück

"Es ist so, dass Marcel verletzt war, das ist ein bisschen in der ganzen Geschichte untergegangen. Er war nicht schwer verletzt, aber er war nicht fit, als es um die Nominierung ging", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp während der Saisonvorbereitung. Durm nutzte Schmelzers Ausfall im Team und in der Nationalmannschaft – aber das interessiert den Coach nicht mehr, der nur nach vorne blickt. "Wenn Marcel Schmelzer im nächsten Jahr als Linksverteidiger spielt, dann tut er das, weil er top in Form und kerngesund ist. Wenn Erik Durm spielt, ist das aus denselben Gründen", so Klopp, der ergänzte: "Was jemand einmal vorher war, ob Welt- oder Waldmeister, hat damit überhaupt nichts zu tun."

Bislang war es beim BVB so, dass Schmelzer gespielt hat, wenn er körperlich dazu in der Lage war. Fiel er aus, durfte Durm ran. Ob sich an diesem Kräfteverhältnis etwas geändert hat, kann man erst beurteilen, wenn das Duo auf links wieder auf dem gleichen Fitness-Stand ist. Das wird in ein paar Wochen der Fall sein – und bis dahin gibt es nur Spekulationen, wie Klopp sich entscheiden wird. "Wenn alle fit sind, sitzen sicher Leute auf der Bank und der Tribüne, die dort nicht hingehören", sagte Klopp zum Gerangel um die elf Positionen in der Dortmunder Startelf.

"Stark sein" für die Dreifach-Belastung

Erik Durm ist zwar gelernter Stürmer, aber seine Offensivqualitäten reichen eher nicht aus, um beim BVB auf einer anderen Position als hinten links zum Einsatz zu kommen. Deshalb kann es nur einen geben: Einer wird spielen – der andere auf der Bank sitzen. Trainer Jürgen Klopp findet das grundsätzlich gar nicht so schlecht: "Es ist für uns wichtig, dass wir immer reagieren können – auf Krankheiten und Verletzungen", sagte er. "Wir müssen stark sein für all das, was uns bevorsteht", verwies der Dortmunder Trainer auf die kommende Saison, in der die Borussen wieder möglichst lange der Dreifach-Belastung mit Meisterschaft, Pokal und Champions League ausgesetzt sein wollen. Ob dann Marcel Schmelzer oder Erik Durm seine erste Wahl ist, wird sich zeigen. Fakt ist: Borussia Dortmund wird einen sehr guten Linksverteidiger auf dem Platz stehen haben.

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