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BVB-Star Marco Reus: Die erste Zeit nach dem WM-Aus war extrem hart

Der Offensivmann knabbert immer noch an seinem unglücklichen WM-Aus. In der kommenden Saison will er mit der Borussia seinen Heißhunger nach Titeln stillen.

Dortmund. BVB-Star Marco Reus hat seine schwere Verletzung aus dem letzten Vorbereitungsspiel vor der WM und die damit verbundene Enttäuschung über das Verpassen des vierten deutschen Titels bereits so gut wie überwunden. Für den 25-jährigen Ausnahmekönner zählt jetzt nur noch der Blick nach vorn. Er brennt auf den ersten großen Titel mit seiner Borussia.

Seine rasanten Fortschritte bei der Rehabilitation bestätigt Reus im Kicker-Interview:  "Mittlerweile fühle ich mich richtig gut", verrät der Dortmunder und fügt an: "Es lief in der Reha bisher alles nach Plan, ich bin dem Zeitplan sogar einen Tick voraus. So kann es gerne weitergehen."

Trotzdem drängt sich der Nationalspieler selbst zur Geduld. Eine erneute Verletzung aufgrund von Fitnessrückständen will er nicht riskieren: "Es bringt nichts, wenn ich mir selber Druck machen würde. So etwas geht meistens schief. Ich steige erst dann wieder ein, wenn ich bei 100 Prozent bin, nur dann kann ich der Mannschaft wirklich helfen."

Reus: "Erste Tage waren extrem hart"

Dabei wiegen die mentalen Nachwehen seiner Syndesmose- und Fersenbeinverletzung für den Publikumsliebling deutlich schwerer, als die körperlichen. "So eine Enttäuschung ist schwer zu greifen. Für mich ist ein Traum zerplatzt. Die ersten Tage waren extrem hart", gibt er bedrückt zu Protokoll. "Familie und viele Freunde" hätten ihm in dieser schwierigen Situation aber zur Seite gestanden und auch, dass er eigentlich "ein lebensfroher Mensch" sei, der versuche "immer positiv zu denken" habe geholfen.

Nun liegt der Fokus auf den Aufgaben in der neuen Bundesligasaison. Vor allem seinen ersten großen Titel mit der Borussia hat der ehemalige Gladbacher fest im Visier – denn das verlorene DFB-Pokalfinale gegen die Bayern wurmt Reus noch immer: "Berlin im Mai war wieder ein Finale, das wir gewinnen konnten oder mussten. Wir haben leider verloren, und das zählt am Ende. Ich bin aber guter Dinge, dass unsere nächste Chance kommen wird."

Dortmunder Chance im Pokal?

Chancen sieht er dabei vor allem im Pokal, in der Liga hält er die finanzkräftige Konkurrenz aus München für zu stark. "In der Meisterschaft wird es wieder nur über die Bayern gehen – auch wenn sie 2007 und 2011 im Anschluss an die Weltmeisterschaften nicht Meister wurden. Wir müssen mit Borussia Dortmund die Punkte holen, die wir zuletzt in der Mitte der Saison liegen gelassen haben. Wir waren am Anfang und am Ende immer gut, zwischendurch aber nicht. Im Pokal lautet unser Ziel, wieder nach Berlin zu fahren und den Pokal zu holen."

Sich persönlich will der torgefährliche Offensivmann vorerst nicht allzu hohe Ziele setzen. "Ich bin nicht der Typ, der vor einer Saison irgendwelche Ansagen macht, welche Quote er sich vorgenommen hat", stellt er bescheiden klar, fügt aber an: "Ich möchte mich gemeinsam mit der Mannschaft weiterentwickeln. Dann kommen die Tore, die Assists und die guten Spiele von allein."

Dass seine herausragende Saison mit 16 Toren und 14 Vorlagen bei der nationalen und internationalen Konkurrenz – besonders aber in der bayrischen Landeshauptstadt – alte Begehrlichkeiten geweckt haben könnte, ist Reus durchaus bewusst. Die volle Konzentration gilt beim gebürtigen Dortmunder aber seinem Leib- und Magenverein. "Ich kann nur wiederholen, was ich schon häufiger geäußert habe: Ich bin echt glücklich, für den BVB zu spielen. Mir ist jetzt erst einmal wichtig, gesund zu werden. Alles andere schiebe ich zur Seite, weil es für mich – Stand jetzt – unwichtig is", äußert der BVB-Superstar. Wohin der Weg in Zukunft geht, will er jetzt noch nicht entscheiden: "Dinge, die dann später einmal für mich relevant sein könnten, sind derzeit zweit- oder sogar drittrangig."

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