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Frisches Geld und gute Leistung: HSV spürt Rückenwind

Beim Hamburger SV geht es endlich voran. Rafael van der Vaart kommt in Schwung, und Investor Kühne dreht den Geldhahn für Verstärkungen auf.

Hamburg. Erster "Heimsieg" seit fast vier Monaten, frisches Geld von Investor Klaus-Michael Kühne und ein Rafael van der Vaart in ansprechender Frühform: Der Hamburger SV ist am Montagmorgen mit reichlich Rückenwind in sein letztes Trainingslager im österreichischen Stegersbach gestartet. Auf der Zielgeraden der Saisonvorbereitung geht es beim Bundesliga-Dino endlich voran.

Lange mussten die HSV-Fans in den zurückliegenden Chaos-Wochen des Klubs auf positive Schlagzeilen verzichten, 26 Tage vor dem Bundesliga-Start beim 1. FC Köln gibt es gleich mehrere. Die wichtigste dürfte den wochenlangen Transferstau betreffen. Nach Informationen der Hamburger Morgenpost dreht Milliardär und Edelfan Kühne den Geldhahn auf und macht nach langem Hin und Her den Weg für notwendige Verstärkungen frei. Einzig der genaue Betrag der Soforthilfe sei noch offen.

Transfers von Müller und Ostrzolek stehen kurz bevor

Dank des Millionen-Darlehens sollen die beiden Wunschspieler Nicolai Müller (26/Mainz) und Matthias Ostrzolek (24/Augsburg) schnellstmöglich an die Elbe gelotst werden. Ihr Medizincheck stehe unmittelbar bevor, berichtete die Mopo am Montag. Und auch der Schweizer Mittelfeld-Abräumer Velon Behrami (29/Neapel) sowie der finnische Innenverteidiger Niklas Moisander (28/Ajax Amsterdam) stehen bei den Hanseaten hoch im Kurs. Zudem soll die Zusage Peter Knäbels, zurzeit noch als Technischer Direktor beim Schweizer Fußball-Verband beschäftigt, für den Posten des Sportdirektors "so gut wie sicher" sein.

Kühne wollte den Bericht auf SID -Anfrage allerdings nicht kommentieren, doch HSV-Trainer Mirko Slomka hatte sich schon am Sonntagabend vielsagend geäußert. "Ich kenne den Stand der Verhandlungen und Gespräche. Was diese ganzen Punkte angeht, sind wir auf einem sehr guten Weg", sagte der 46-Jährige.

Slomka zufrieden mit Abschneiden beim Telekom-Cup

Aber nicht nur wegen des vermeintlichen Durchbruchs auf dem Transfermarkt hatte Slomka beim Abflug zum achttägigen Trainingstrip gen Süden gute Laune. Zehn Wochen nach dem Last-Minute-Klassenerhalt in der Relegation hatte sein Team beim Telekom Cup schließlich den ersten Sieg (3:1 gegen Borussia Mönchengladbach) in der heimischen Arena seit dem 4. April (2:1 gegen Leverkusen) gefeiert.

"Das ist ein schönes Erfolgserlebnis für uns vor dem Trainingslager. Das nehmen wir gerne mit", sagte Slomka, warnte aber auch davor, "jetzt nicht euphorisch zu sein". Die schlechteste Saison der Hamburger Bundesliga-Historie steckt noch zu sehr in den Köpfen aller Beteiligten.

Adler und Van der Vaart mit guter Leistung

Doch am Wochenende sah der Coach auch viele positive Dinge. Neben einer stabilen Defensive stachen ihm der wiedererstarkte Keeper René Adler und - vor allem - ein engagierter und deutlich verbesserter Rafael van der Vaart ins Auge. Der Kapitän machte ein Tor selbst und bereitete eins vor.

"Rafael ist sehr spritzig, agil", lobte Slomka seinen zuletzt viel gescholtenen Spielmacher: "Ich finde, dass er momentan deutlich besser in Fahrt ist." Der an der Elbe umstrittene Top-Verdiener, an dem noch immer der englische Premier-League-Aufsteiger Queens Park Rangers interessiert sein soll, setzte mit seiner Leistung ein klares Zeichen: Van der Vaart will in Hamburg bleiben - und mit dem "neuen HSV" Erfolg haben.

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