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Trainingsauftakt bei den Bayern: Mit Lewandowski - und vielen Problemen

Robert Lewandowski ist da, aber die WM-Fahrer fehlen: Am Mittwoch nimmt Bayern München eine schwierige Saison-Vorbereitung auf.

München. Robert Lewandowski brennt auf seinen ersten Arbeitstag. Doch wenn der neue Star von Bayern München am Mittwoch an der Säbener Straße zum Trainingsauftakt beim Rekordmeister antritt, wird er ziemlich alleine dastehen. Mit Lewandowski empfängt Trainer Pep Guardiola gerade einmal zehn Profis zur ersten Einheit am Nachmittag (16 Uhr), der Rest der Mannschaft weilt noch im Urlaub - oder bei der WM in Brasilien. Schon jetzt ist klar: Die Saison-Vorbereitung steht für die Bayern unter keinem guten Stern.

14 Spieler hatten die Münchner am Zuckerhut - so viele wie weltweit kein anderer Klub. Neun schafften es bis ins Halbfinale. Das machte die Bosse stolz, rief aber auch böse Erinnerungen wach. 2010 waren 13 Münchner in Südafrika, Coach Louis van Gaal sprach damals wegen des späten Einsteigens dieser Spieler von einer "lächerlichen" Vorbereitung. Mit nur drei Siegen in den ersten neun Liga-Spielen verpatzte seine ausgelaugte Truppe den Start gründlich, van Gaal verlor seinen Job, und die Münchner beendeten die Saison auf Platz drei. Nach der WM 2006, an der zehn Bayern teilgenommen hatten, musste Felix Magath vorzeitig gehen, die Bayern wurden Vierter.

Ersatzspieler mit Chance sich zu beweisen

Ein ähnliches Schicksal hat Guardiola nicht zu befürchten. Doch der Spanier weiß um die Probleme. Sein Dortmunder Kollege Jürgen Klopp spricht von einer "schweren" Vorbereitung, obwohl er "nur" neun Profis bei der WM hatte (vier im Halbfinale). Wie Klopp erwarten die Bayern einige Spieler erst Anfang August zurück, nur wenige Tage vor dem ersten Pflichtspiel beim Supercup zwischen Meister und "Vize" am 13. August in Dortmund. "Unsere drei Wochen Urlaub müssen und werden reichen, es hilft ja nix", sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm zuletzt mit einem Schuss Verzweiflung.

Bis Lahm und Co. bereit seien, "müssen halt die ran, die gleich im Training sind", meinte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer: "Das ist ja für die eine große Chance, sich in die Mannschaft zu spielen." Zum Beispiel Lewandowski. "Ich komme voller Motivation und Ehrgeiz zum Training. Ich bin hungrig", sagte der Zugang aus Dortmund der Sport Bild. Im Urlaub habe er bereits trainiert, um topfit in das Abenteuer FC Bayern zu starten. Dort "zählen nur Titel, das weiß ich", meinte er. Deshalb ist er nach 74 Toren in 131 Bundesliga-Spielen für den BVB ja an die Isar gewechselt, wo er bis 2019 unterschrieben hat.

Comeback von Ribery und Martinez

Neben Lewandowski stellt sich am Mittwoch in Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt, beide ablösefrei) ein weiterer Neuer vor, erst am Donnerstag trifft der jüngste Zukauf Juan Bernat (FC Valencia, zehn Millionen Euro) ein. David Alaba, Holger Badstuber, der wechselwillige Diego Contento, Pierre Emile Höjbjerg, Claudio Pizarro, Rafinha, Tom Starke und Mitchell Weiser sind vom ersten Tag an dabei. Thiago befindet sich nach seiner Verletzung in der Reha, der mit Spanien bei der WM früh gescheiterte Javi Martinez wird wie Rücken-Patient Franck Ribery am 15. Juli erwartet.

"Mir geht es sehr gut", ließ der Franzose mitteilen, "ich brauche nur ein wenig Zeit, um meinen Körper auf die neue Saison vorzubereiten." Das dürfte für die meisten seiner geschlauchten Kollegen gelten. Deshalb, und weil sich Toni Kroos, Mario Mandzukic und Daniel van Buyten verabschieden werden, sind weitere Transfers geplant. Lewandowski muss nicht lange (fast) alleine bleiben.

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