Tauziehen beendet - HSV holt Lasogga und lässt Calhanoglu ziehen

Die Hanseaten verpflichten ihre Lebensversicherung der letzten Saison. Im Gegenzug müssen sie einen der ihren zu einem Liga-Konkurrenten ziehen lassen.

Hamburg. Der Retter kommt, das Juwel geht: Nach wochenlangem Tauziehen hat sich der Hamburger SV mit Hertha BSC auf einen Wechsel von Wunschstürmer Pierre-Michel Lasogga geeinigt. Der Angreifer wechselt für 8,5 Millionen Euro an die Elbe. Der HSV gibt dafür den seit Wochen von Bayer Leverkusen umworbenen Hakan Calhanoglu an den Werksklub ab. Nach Goal-Informationen soll der Türke 14 Millionen Euro kosten, zwei weitere Millionen könnten als Erfolgsprämie noch hinzukommen (Goal berichtete bereits).

Lasogga, der die Norddeutschen in der vergangenen Spielzeit als Hertha-Leihgabe mit 14 Toren beinahe im Alleingang in der Erstklassigkeit hielt, soll den HSV als Führungsspieler in eine erfolgreichere sportliche Zukunft führen. 2015 wäre der 22-Jährige ablösefrei zu haben gewesen, doch so lange wollte man an der Elbe angesichts der positiven Erfahrung mit dem ehemaligen U21-Nationalspieler nicht warten. Und die Berliner machten den Weg frei.

HSV muss Calhanoglu ziehen lassen

Doch die finanziell angeschlagenen Hamburger mussten für die Verpflichtung dem Wechselwunsch von Calhanoglu nachgeben, der erst im Frühjahr bis 2018 unterschrieben hatte. Da der junge Nationalspieler aber immer wieder öffentlich auf einen Abschied drängte, hatte sich das Verhältnis zu den Fans zuletzt merklich abgekühlt. Calhanoglu, der einen Shitstorm auf Facebook ertragen musste und sich zuletzt für vier Wochen krank gemeldet hatte, dürfte froh sein, nicht nach Hamburg zurückkehren zu müssen.

Lasogga hatte bereits am Mittwoch den Medizincheck in der Hansestadt bestanden, dennoch verzögerte sich der Transfer danach noch um mehr als 24 Stunden. Zwar hatte HSV-Investor Klaus-Michael Kühne die Finanzierung des Wechsels garantiert, bestand aber im Gegenzug darauf, dieses Darlehen später in Anteile der HSV Fußball AG umzuwandeln. Doch aus rechtlichen Gründen sperrte sich der noch amtierende Vorstand gegen dieses Ansinnen.

Freude über Lasogga-Deal

Die sportliche Führung begrüßte jedenfalls die Verpflichtung von Lasogga. "Er ist ein ganz besonderer Typ. Seinen Wert haben wir vor allem auch in der Phase gesehen, in der er uns gefehlt hat", sagte HSV-Trainer Mirko Slomka und auch Mannschaftskapitän Rafael van der Vaart ist davon überzeugt, dass der Stoßstürmer dem Team sportlich weiterhelfen wird. "Er hat einen super Charakter und ich bin richtig froh, dass er da ist", erklärte der niederländische Nationalspieler.

Sollte es keine kurzfristigen Probleme mit dem Visum geben, wird der gebürtige Gladbecker seine alten neuen Kollegen schon am Freitag zu einer einwöchigen Promotion-Tour nach China begleiten. In Guangzhou stehen am Sonntag (14.00 Uhr) sowie am 9. Juli (13.30 Uhr) zwei Testspiele auf dem Programm. Nach der Rückkehr nach Deutschland beginnt für die Profis ein einwöchiger Kurzurlaub.

Lasogga ist bislang der vierte Neuzugang beim HSV. Zuvor waren der Schweizer Nationalspieler Johan Djourou, Zoltan Stieber vom Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth sowie die beiden Nachwuchskicker Gideon Jung und Philipp Müller verpflichtet worden.

Erster Härtetest für die Truppe von Coach Slomka ist am 26./27. Juli ein Vierer-Turnier in der WM-Arena am Volkspark, an dem auch der deutsche Rekordmeister Bayern München, Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg teilnehmen.