thumbnail Hallo,

Der Neuzugang hat mit seinem neuen Klub Großes vor und freut sich auf die kommenden Aufgaben. Trotzdem gibt es für ihn einen Wermutstropfen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Hassan Talib Haji

Man konnte ihm schon ansehen, dass er große Freude hatte, die Menschen beim FC Schalke 04 kennenzulernen. Besonders natürlich seine neue Mannschaft. Die Rede ist von Schalkes bisherigem Königstransfer in diesem Sommer: Sidney Sam.

"Ich wurde sehr gut aufgenommen, ich fühle mich schon richtig wohl hier", ließ das aus Leverkusen für kolportierte 2,5 Millionen Euro gekommene Transferschnäppchen wissen. Schalke 04 ist für den 26-Jährigen eine neue Herausforderung, eine größere, eine schwierigere. Dennoch hofft der Außenbahnwirbler auf große Erfolge.

Hohe Ziele

Der letzte Triumph der Knappen liegt mittlerweile drei Jahre zurück, es war der DFB-Pokalsieg über den MSV Duisburg 2011 – noch im königsblauen Dress: Raul Gonzalez Blanco. Doch auch Sam hat Ambitionen, die er verwirklichen will. "Mit Schalke ist es wichtig, Titel zu gewinnen - das wäre das Größte. Und natürlich erfolgreich mit der Mannschaft in der Champions League zu sein, das sind meine Ziele."

Der Traum von der deutschen Meisterschaft wird diesen Verein immer begleiten, unlängst rief der Sportvorstand Horst Heldt höchstselbst dieses schwere Unterfangen auf der Mitgliederversammlung im Mai jedem noch mal ins Gedächtnis – wenn auch in etwas defensiverer Art und Weise. Offenbar hat auch Sam schon mitgehört: "Meister zu werden, ist natürlich ein Traum von mir!"

Doch der Linksfuß ist sich auch bewusst, dass er sich keine Luftschlösser bauen sollte – vor allem nicht im königsblauen Revier, zu schmal ist dort der Grad zwischen Freud und Leid. "Wir wollen aber einfach oben dranbleiben, wichtig ist, den dritten Platz zu verteidigen. Wenn die Bayern mal patzen sollten, wollen wir natürlich den ersten Platz erobern", schob er kampfesmutig noch hinterher.

Sam plagten in der Rückrunde der Vorsaison Verletzungsprobleme und er fiel lange aus. Das liegt aber hinter ihm, wie er betonte: "Ich bin beschwerdefrei und körperlich topfit. Verletzungen passieren, ich versuche alles, um fit zu bleiben. Ich mache mir da keinen Kopf." Sams großes Plus ist seine Vielseitigkeit. "Ich fühle mich im Mittelfeld wohl, egal ob links oder rechts. Ich kann auch in der Mitte spielen." Jens Keller wird sich ob dieser Aussagen freuen. Wohlgleich der Trainer der Schalker ganz genau weiß, warum er ihn wollte. "Wir haben Sam ja verpflichtet, weil dahinter eine Idee steckt", so Keller.

Sam fühlt sich "zuhause"

Dass die deutsche Nationalmannschaft in Brasilien die Weltmeisterschaft spielt, macht Sam nachdenklich. Schließlich ist er Nationalspieler. "Natürlich bin ich etwas enttäuscht", so der gebürtige Kieler, "dass ich nicht dabei bin. Ich war leider oft verletzt, das hat mich leider die WM gekostet. Die Konkurrenz auf meiner Position war aber auch sehr groß, das war vielleicht auch ein Grund."

Doch das leidvolle letzte halbe Jahr liegt hinter Sam, der nur noch nach vorne schaut: "Das ist Vergangenheit. Ich freue mich auf Schalke – das ist jetzt mein Zuhause!" Und dass Schalke nicht Leverkusen ist, erkannte die neue Nummer 18 der Königsblauen auf Anhieb: "In Leverkusen waren nicht so viele Fans beim Training wie hier. Das ist schon ein Unterschied. Schalke ist was anderes, das ist ja kein Geheimnis."

Markante Worte, die jeder Schalke-Fan sicherlich gerne hören wird ...

Dazugehörig