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BVB-Boss Watzke sieht in der Dominanz der Topklubs kein Problem. In der kommenden Saison wollen die Borussen Klassenprimus Bayern München wieder angreifen.

Dortmund. Nach der Vertragsverlängerung mit Evonik sowie dem Einstieg des Hauptsponsors als Anteilseigner rüstet Borussia Dortmund offenbar weiter auf. Medienberichten zufolge erhält der BVB noch in diesem Jahr zwei weitere strategische Partner und könnte damit eine ordentliche Finanzspritze erhalten. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sieht den Vorsprung des FC Bayern schmelzen.

Wie die Sport Bild berichtet, werden bis Mitte September zwei weitere Partner zusammen 25 Millionen Aktien der Borussia übernehmen. Damit hätte Dortmund weitere 140 Millionen Euro zur Verfügung. "Wir müssen klug mit dem Geld umgehen", betonte Watzke zuletzt, fügte aber hinzu: "Natürlich werden wir weiter in die Mannschaft investieren und das Gehaltsgefüge nach und nach anheben."

Langfristig, so Watzke weiter, sei es das Ziel, "dass uns so leicht keine Spieler mehr weggekauft werden". Zwar verlässt Stürmer Robert Lewandowski den BVB ablösefrei, doch gleichzeitig hat Dortmund im laufenden Transferfenster bereits kräftig aufgerüstet. Nuri Sahin wurde für sieben Millionen Euro fest verpflichtet, Ciro Immobile und Adrian Ramos kosteten zusammengerechnet 29,1 Millionen Euro.

Außerdem soll Freiburgs Matthias Ginter noch kommen, womit die Dortmunder wohl bei deutlich über 40 Millionen Euro an Transferausgaben stehen würden. Künftig allerdings soll der BVB durch die finanzkräftigen Deals 40 bis 50 Millionen Euro mehr für die Mannschaft zur Verfügung haben.

Watzke: "Kommen näher an Bayern ran"

Dennoch stellte Watzke klar, dass der FC Bayern noch nicht um seine Vormachtstellung fürchten müsse: "Ich habe keinen Anruf aus München bekommen - warum auch? Angesichts des finanziellen Sockels, auf dem die Bayern stehen, wird es sie nicht allzu sehr beschäftigen. Wir sind durch diesen Deal noch immer nicht auf Augenhöhe mit Bayern, aber wir kommen wieder etwas näher ran."

Das sei auch im Sinne des Wettbewerbs im deutschen Fußball, wenngleich jetzt noch stärker eine Zwei-Klassen-Gesellschaft droht: "Wie in jeder Top-Liga gibt es zwei, drei Klubs die dominieren. Das ist aber nicht schlimm: Wenn ich mir die Champions oder die Europa League anschaue, kann ich zumindest nicht feststellen, dass die Dominanz von Real, Barca oder Atletico dem spanischen Fußball geschadet hätte."

Gleichzeitig könnten andere Klubs die Dortmunder auch als Vorbild sehen: "Wir sind der beste Beweis dafür, dass man es aus dem Nichts binnen weniger Jahre nach ganz oben schaffen kann. Das sollte doch ein Ansporn sein für andere Klubs, dass so etwas zu schaffen ist."

Steigt Puma ein?

Wer indes die beiden zusätzlichen strategischen Partner sind, ist noch unklar. Bei einem der beiden neuen Anteilseigner könnte es sich allerdings um den Sportartikelhersteller Puma handeln. Das "Handelsblatt" meldete am Montag, dass bereits Verhandlungen über eine engere Zusammenarbeit mit dem Ausrüster laufen, ein Abschluss der Gespräche vor dem Sommer sei wahrscheinlich.

Außerdem bestätigte auch die Fachzeitung weitere Gespräche der Dortmunder mit anderen Sponsoren über eine mögliche Beteiligung. Der BVB hält aktuell 7,24 Prozent der Aktien, rund 75 Prozent befinden sich in Streubesitz und stehen somit dem Börsenhandel zur Verfügung.

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