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Tom Starke lobt die hohen Ansprüche beim FC Bayern und sieht andere Klubs hier noch mit Aufholbedarf. Seinen Wechsel bewertet er trotz geringer Spielzeiten als positiv.

München. Obwohl Tom Starke beim FC Bayern nur die Nummer Zwei hinter Nationaltorhüter Manuel Neuer ist, fühlt sich der Routinier in München rundum wohl und lobt die hohen Ansprüche beim Rekordmeister. Seinen Wechsel von 1899 Hoffenheim zum FCB vor zwei Jahren bewertet er daher als durchweg positiv, zudem habe er sich in München auch ohne Spielpraxis verbessert.

"Es ist gut zu sehen, dass es eben nicht egal ist, mal ein Spiel zu verlieren", so Starke im Kicker: "Da können sich viele Vereine ein Beispiel nehmen, die sagen, 'Okay, jetzt haben wir in München verloren, aber nur 1:2'. Gegen wen auch immer, Niederlagen sind nie egal. Das ist hier verankert in der Philosophie, da können sich viele noch was abschauen."

Acht Titel gewann der Torhüter in zwei Jahren mit den Münchnern, unter anderem das Triple 2013: "Es fing mit meiner ersten Meisterschaft an. Das Gefühl, so ein Ding mal in der Hand zu halten, ist unbeschreiblich. Dann Europas Thron als nächste Stufe, in Wembley, das war megahistorisch. Zu guter Letzt haben wir uns mit dem Triple in Berlin die Krone aufgesetzt. Die Feier danach werden wir so nicht mehr erleben, glaube ich."

Sein Wechsel aus Hoffenheim war allerdings keine einfache Situation: "Damals bin ich in Hoffenheim durch die Verpflichtung von Tim Wiese mehr oder weniger gegangen worden, das war keine einfache Zeit. Im Endeffekt entschied ich mich für die Möglichkeit, Titel zu holen. Diese ist bei Bayern sehr groß, als kleiner Junge träumst du doch genau davon. So, wie es gelaufen ist, habe ich die richtige Entscheidung getroffen."

Starke: "Hier ist alles noch akribischer"

Obwohl er nur die Nummer Zwei ist, habe er sich auch beim FC Bayern weiterentwickelt. Immerhin könne er sich dennoch keine Auszeiten nehmen: "Ich habe mich schon immer auf jedes Training intensiv vorbereitet, aber hier ist alles noch akribischer. Du kannst dir keine Schwäche erlauben. Das ist positiv gemeint, dadurch bist du immer hellwach, immer hochkonzentriert."

Außerdem habe er auch persönlich den nächsten Schritt gemacht und die Rolle hinter Manuel Neuer voll akzeptiert: "Ich bin ruhiger geworden. In Leverkusen, als junger Torwart, war die Konkurrenz als Nummer Eins in meinen Augen lösbar, da habe ich mit den Hufen gescharrt. Jetzt habe ich genügend Spiele auf dem Buckel, bin in Deutschland in allen Stadien aufgelaufen und trage eine gewisse Ruhe und Geduld in mir."

"Es ging darum, mal die Schale hochzuhalten"

Letztlich sei es auch eine Frage der Reife. "Wenn ich ohne Bundesligaeinsatz wäre und noch nichts vorzuweisen hätte, wäre die Situation anders. Es ging einfach darum, mal die Schale hochzuhalten", so der 33-Jährige, der gerne über 2015 hinaus bleiben will: "Da bin ich nicht abgeneigt."

Ohnehin kann er sich noch einen lange Karriere vorstellen: "Ich habe zu Beginn meiner Karriere in Leverkusen fünf Jahre auf der Bank gesessen, bin praktisch ein Spätstarter. Mein Körper ist fit genug, dass noch ein bisschen was kommen kann."

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