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Der Schalke-Youngster hat in einem Interview seinen Frust über den DFB abgelassen, dennoch könnte er sich noch für Deutschland entscheiden.

Gelsenkirchen. Abwehrspieler Kaan Ayhan überzeugte in der abgelaufenen Saison bei Schalke 04 seinen Trainer Jens Keller, schaffte in der Rückrunde den Sprung zum Stammspieler. An Selbstbewusstsein mangelt es dem 19-jährigen Youngster nicht, spricht offen über seine Ziele und kritisiert den DFB.

"Das ist echt unfassbar! Der Trainer wollte mich damals eigentlich direkt wieder wegschicken - ich war ihm zu jung. Aber ich habe überzeugt", freut sich Ayhan. Seine Ziele für die kommende Saison sind klar definiert, auch wenn der Youngster 2014 vom Verletzungspech auf Schalke profitierte. "Die neue Saison sollte so anfangen, wie die Letzte aufgehört hat. Mein Ziel ist es, Stammspieler zu bleiben. Wenn alle fit sind, wird der Konkurrenzkampf natürlich brutal."

Meisterschaft nach über 50 Jahren?

Zu einem Streit um die königsblauen Stammplätze wird es, laut Kaan Ayhan, nicht kommen. "Wir haben dafür zu viel Team-Charakter", verrät er Bild und beschreibt das Gefühl, trotz guter Leistungen nicht zu spielen: "Klar ist man sauer, wenn man nicht spielt. In der Hinrunde war es hart für mich. Ich war mal drei Wochen nicht im Kader."

Die Gelsenkirchener qualifizierten sich als Tabellen-Dritter erneut für die Champions League, nicht zuletzt wegen der jungen Wilden: Julian Draxler, Leon Goretzka und Max Meyer. Das nächste Ziel des 19-Jährigen, der mit Schalke U19-Meister wurde, ist die Deutsche Meisterschaft: "Wir wollen uns weiter steigern - und unschlagbar ist Bayern nicht, das hat man zuletzt gesehen."

Vom DFB enttäuscht

Zu seinen Vorbildern zählt der Abwehrspieler nicht nur seinen Onkel Saffet Kaya (Galatasaray Istanbul), sondern auch Ilkay Gündogan von Borussia Dortmund. "Wir waren beide auf dem Schalker Gymnasium, haben den gleichen kulturellen Hintergrund. Und auch ich spiele am liebsten auf der Sechs", schildert der türkische U21-Nationalspieler.

Im Gegensatz zu Gündogan entschied sich Ayhan für die Türkei. Wie es dazu kam, erklärt er kurz und knapp: "Ich habe die U17-WM noch für Deutschland gespielt, danach aber nichts mehr gehört", des Weiteren gibt er offen zu: "Ich war enttäuscht vom DFB und mache kein Geheimnis daraus. Ich habe lange gewartet und am Ende auch mit Frust gehandelt." Bei der Weltmeisterschaft in Brasilien, für die sich die Türkei nicht qualifizierte, drückt er trotzdem der Mannschaft von Jogi Löw die Daumen: "Na klar! Ich kann mir gut vorstellen, dass Max Meyer und ich im Trikot zusammen WM schauen."

Die Goal-Story um falsche Versprechen und den Kampf des DFB gegen andere Verbände lesen Sie hier.

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