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Die Bayern wollen für die kommende Saison aufrüsten. Benfica-Verteidiger Garay steht dabei ganz oben auf der Liste. Doch wer ist der argentinische Hüne?

München. Nach den desolaten Abwehrleistungen im Champions-League-Halbfinale sieht der deutsche Rekordmeister im Abwehrbereich akuten Handlungsbedarf. Mit Ezequiel Garay von Benfica Lissabon soll bereits eine Verstärkung für die Innenverteidigung des FC Bayern gefunden sein. Goal stellt Euch den 27-Jährigen vor.

DER BLICK AUS PORTUGAL

Von Luís Milhano | Jornal Record


Sollte sich der Wechsel von Ezequiel Garay bestätigen, verliert Benfica einen soliden und zuverlässigen Spieler in der Innenverteidigung. Der Argentinier ist schnell und gewandt, die perfekte Ergänzung zu Luisão, eine Wand in der Verteidigung der portugiesischen Mannschaft.

Garay ist ein Liebling bei den Fans des Vereins, seit er im Jahr 2011 zu Benfica kam. Auch in der Offensive hat er Qualitäten und erzielt für einen Verteidiger viele Tore, dazu noch die entscheidenden.

Es wird schwierig sein, einen Ersatz mit dieser Qualität zu finden. In der aktuellen Mannschaft gibt es keinen Spieler seinen Eigenschaften.

Die argentinische Zeitung Clarin vermeldete den Transfer vor einigen Tage bereits als perfekt, eine Bestätigung aus Europa beziehungsweise von einem der Vereine blieb bisher aus. Benfica-Trainer Jorge Jesus scheint auf einen Abgang seines Spielers aber vorbereitet zu sein: "Garay? Ich bin darauf vorbereitet, Spieler zu verkaufen."

"Aber so war es immer in den letzten fünf Jahren, wenn der Verein glaubt, dass das notwendig ist", so Jesus weiter gegenüber A Bola. Vertrauen in einen Verbleib des Argentiniers sieht wahrlich anders aus. Bayern soll angeblich 15 Millionen Euro für den Ex-Madrilenen bezahlen, fast schon ein Schnäppchen angesichts des kolportierten Marktwerts von 20 Millionen Euro.

Real verdient mit, Benfica fast ohne Gewinn

Interessanterweise geht ein Teil der Ablöse für Garay an Bayern-Bezwinger Real Madrid, das dank einer Vertragsklausel 40 Prozent der Ablösesumme bekommt. Benfica muss zudem 20 Prozent an Finanzierungesfonds zurückzahlen. Zieht man die Ablöse von 2011 ab, bleibt dem portugiesischen Meister gerade mal ein Gewinn von 1,5 Millionen Euro.

Bei den Königlichen konnte sich das Abwehrtalent aus Rosario nicht durchsetzen, dabei hatte er sich in den drei Jahren zuvor bei Racing Santander bereits einen Namen in Spanien gemacht. Danach ging es für Garay zu Benfica Lissabon, wo er gleich zum Stammspieler wurde und mit Luisao ein physisch beeindruckendes Innenverteidigerpaar bildet. In Portugal konnte er in dieser Saison den Meistertitel gewinnen, nur mit einem internationalen Vereinstitel klappte es bisher noch nicht. Im Finale der diesjährigen und letztjährigen Europa League scheiterte er jeweils mit Benfica.

Goldmedaille als Karrierehighlight

Auch in der Nationalmannschaft ist er ein wichtiger Bestandteil in den Planungen von Coach Alejandro Sabella. Denn der 1,89 große Garay ist der einzige Innenverteidiger Argentiniens von internationalem Format, lässt man Javier Mascherano, der gelernter Mittelfeldspieler ist, außen vor.

Mit der Albiceleste konnte er seinen bisher größten Titel feiern, die Olympische Goldmedaille 2008 in Peking. Zudem wurde er drei Jahre zuvor mit gerade einmal 18 Jahren Juniorenweltmeister mit der U20-Auswahl Argentiniens.

Statistiken aus der Europa-League-Saison 2013/14

Garay ist für Bayern in vielerlei Hinsicht ein interessanter Spielertyp, denn neben seinen physischen Fähigkeiten zeigt er eine enorme Präsenz auf dem Platz. Zu seiner Kopfballstärke kommt noch ein gutes Auge für den Spielaufbau. In der portugiesischen Liga erzielte er sechs Tore in 27 Spielen, dazu kommen noch zwei weitere Treffer in acht Europa-League-Einsätzen.

Das Team von Pep Guardiola hat mit Dante, Boateng und Badstuber nur noch drei etatmäßige Verteidiger, da der Belgier Daniel van Buyten besonders international keine echte Alternative mehr gewesen zu sein scheint und den Verein verlässt. Ob Holger Badstuber zu alter Form zurückfindet, steht ebenfalls noch in den Sternen. Mit Garay könnte die Konkurrenzsituation zum Antrieb für die etablierten Spieler wie Dante und Boateng werden.

Konkurrenz von der Insel?

Doch die Bayern sind auf dem Transfermarkt nicht ohne Nebenbuhler, denn auch Manchester United soll die Fühler nach Garay ausgestreckt haben. Da der Vertrag des 27-Jährigen bei Benfica in der kommenden Saison ausläuft, wäre es für die Portugiesen die letzte Chance, Kasse zu machen. Da aber United in der kommenden Saison international nicht vertreten ist, ist der Bundesliga-Primus sportlich die bessere Wahl. Bei den Bayern könnte der Nationalspieler Argentiniens eine echte Bereicherung zur Erfüllung der internationalen Ansprüche werden.

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