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Hamburger SV: Darum steht Mirko Slomka nun in der Pflicht

Der Hamburger SV hat sich mit letzter Kraft gerettet. Aus diesem Grund muss sich Trainer Mirko Slomka kaum kritischen Fragen unterziehen. Doch nun steht er unter Druck.

Fürth. Klassenerhalt geschafft und nun große Ziele? Der Hamburger SV zeigt sich nach der erfolgreich bestandenen Relegation bescheiden. Doch die Zielsetzung wird im Lauf des Sommers mit angehender Transfer- und Kaderplanung durchaus nach oben korrigiert werden. Zum Saisonstart steht dann vor allem ein Mann in der Pflicht: Cheftrainer Mirko Slomka.

Vor ziemlich genau zwei Jahren war David Jarolim noch in HSV-Uniform in der Mixed-Zone, damals etwa 14 Kilometer weiter süd-östlich im Nürnberger Grundig-Stadion. Er polterte, der Schiri sei "eine Frechheit" und präsentiere sich "arrogant gegenüber den Spielern". Das war im April 2012, der HSV hatte gerade 1:1 beim 1. FC Nürnberg gespielt.

Diesmal war der Tscheche in zivil unterwegs, er brachte seine Tochter, die sich vor der Journalistenmeute etwas versteckt hatte, mit in die Mixed-Zone. Jarolim war erleichtert, dass der HSV es gepackt hatte. „Das waren harte 90 Minuten, ich konnte es am Ende kaum mitansehen“, sagte er, der auf der Tribüne mitgelitten hatte.

Mit dem Klassenerhalt im Rücken und Trainer Slomka auf der Bank blickt der Ex-Spieler aber positiv in die Zukunft. „Vor ein paar Jahren hat Mirko mit Hannover die Klasse gehalten und anschließend die Europa Laegue erreicht. Ich denke, dass so eine Leistung mit dem HSV auch möglich ist“, so Jarolim, der dem Verein attestiert, dass "er so viel mehr Möglichkeiten" habe als in diesem Jahr gezeigt.

Slomka möchte "weniger Glück benötigen"

Doch der Coach steht nicht nur in der Pflicht, weil die Erwartungshaltung steigt. Es muss Slomka erst einmal gelingen, überhaupt unter Beweis zu stellen, dass er in Hamburg spielerisch wie ergebnistechnisch etwas verbessern kann. Im restlichen Verlauf der Rückrunde ist ihm dies nicht wirklich gelungen.

Seine Vorgänger holten 16 Punkte in 21 Spielen (0,76 Punkte) und sorgten damit für eine miserable Bilanz. Da das Team unter Slomka nur selten Ausreißer nach oben (wie das 3:0 gegen Dortmund) hatte, brachte es auch der neue Übungsleiter lediglich auf 0,85 Punkte pro Spiel.

In einer normalen Saison hätte dies den Abstieg bedeutet. Dass es dennoch reichte, darf der HSV der Liga (Einführung der Relegation vor sechs Jahren) und den beiden Konkurrenten aus Nürnberg und Braunschweig (miserable Punktausbeute) danken. Mirko Slomka meinte, man wolle "in der kommenden Saison weniger Glück benötigen."

Dafür zu sorgen, ist nun seine maßgebliche Aufgabe beim "Bundesliga-Dino", der den einzigartigen Status auch an diesem Dienstag noch führen darf.

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