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Neu bei Mainz 05: Wer ist Kasper Hjulmand?

Der Tuchel-Nachfolger ist gefunden. Goal stellt Euch den engagierten Dänen vor.

Mainz. Für Mainz 05 beginnt mit der Verpflichtung des dänischen Trainers Kasper Hjulmand eine neue Zeitrechnung. Der Nachfolger von Thomas Tuchel ist in Deutschland weitgehend unbekannt. Ein Grund mehr den 42-Jährigen genauer unter die Lupe zu nehmen.

DER BLICK AUS DÄNEMARK

Von Jonas S. Kristiansen | Ekstra Bladet


Der dänische Fußballverband spricht in den höchsten Tönen von Hjulmand, denn in ihm sieht man einen potenziellen Nationaltrainer.

Der Wechsel nach Mainz ist vielleicht der größte Transfer eines dänischen Trainers überhaupt.

Er ist ein freundlicher Typ, der sich sehr leidenschaftlich dem Fußball widment. Manche bezeichnen ihn als verrückt, aber im positiven Sinne. Er denkt immer offensiv und gilt als größtes Trainertalent Dänemarks.

Ich glaube, er wird hervorragend zu Mainz passen.

Nachdem Hjulmand seine Spielerkarriere nach einer Verletzung bereits im Alter von 24 beenden musste, schloss er ein Studium in Sportwissenschaften und Philosophie ab, ehe er noch ein Studium in Sportmanagement in den USA nachlegte. Nach zwei Jahre als Reservetrainer des Lyngby BK wurde er 2006 zum Cheftrainer der A-Mannschaft befördert. Gleich in seinem ersten Jahr stieg er in die erste Liga Dänemarks auf, konnte jedoch den direkten Abstieg nicht verhindern.

Meistertitel in der Premierensaison

2008 wechselte er als Co-Trainer zum FC Nordsjaelland. Drei Jahre später übernahm er dort das Amt des Cheftrainers und gewann gleich in seiner ersten Saison den Meistertitel der Superligaen. Seine Leistungen wurden 2012 mit der Ehrung zu Dänemarks Trainer des Jahres gewürdigt.

In der Champions League zahlte sein Team zwar Lehrgeld, doch in einer Gruppe mit dem FC Chelsea, Juventus Turin und dem ukrainischen Meister Shaktar Donetsk war man ohnehin nur Außenseiter. Kritiker warfen dem Trainer lediglich vor, auch gegen spielerisch überlegene Mannschaften nicht von seiner taktischen Marschroute des offensiven Pressings abzurücken.

Svensson als Co-Trainer

In der kommenden Saison wird Hjulmand die Geschicke bei Mainz 05 leiten, nachdem Thomas Tuchel seinen vorzeitigen Abschied angekündigt hat. Auch der Däne bat vor einigen Wochen um die Vertragsauflösung bei seinem aktuellen Klub, der ihn am letzten Spieltag und dem Motto "Nehmt Abschied von einer Legende" Richtung Bundesliga entlässt. Auch in ganz Dänemark genießt der 42-Jährige großes Ansehen, wie uns ein dänischer Kollege bestätigte (siehe Box rechts).

Der Kontakt zu den 05er kam über den Berater, der bereits die Mainzer Profis Niki Zimling und Bo Svensson betreut. Letzterer ist auch eine Option auf den Posten des Co-Trainers. Heidel hatte bereits kurz nach der Verabschiedung des Verteidigers angekündigt, den 34-Jährigen in irgendeiner Form an den Verein binden zu wollen.

Die Voraussetzungen für den Trainer in Mainz sind für Hjulmand wie geschaffen, der in seiner Heimat auch dafür bekannt war, Talente weiterbringen zu können. In Malli, Geis, Karius, Bell oder Saller hat Mainz mehrere junge Spieler, die in der abgelaufenen Saison bereits einen großen Schritt in ihrer Entwicklung nehmen konnten.

Bleibt "Choupo" dank neuem Trainer

Der Trainerwechsel könnte Mainz auch in Sachen Choupo-Moting in eine bessere Ausgangsposition bringen. Der Stürmer wollte sich am letzten Spieltag nicht verabschieden lassen, obwohl sein Vertrag bei den Rheinhessen am 30.06. in diesem Jahr ausläuft. Der Stürmer hatte in dieser Spielzeit mit zehn Treffern maßgeblichen Anteil am guten Abschneiden der Mainzer. Ob Hjulmand und Manager Heidel den Stürmer von einem Verbleib überzeugen können, bleibt offen, aber unter Tuchel wäre der Abschied des Nationalspielers aus Kamerun sicher gewesen. Das Verhältnis zum Ex-Trainer soll, aufgrund der Joker-Rolle des 25-Jährigen, angespannt gewesen sein.

In Mainz ist die Euphorie nicht nur wegen der Europapokal-Qualifikation groß. Mit dem international erfahrenen Trainer beginnt in Mainz ein neues Kapitel, ohne dass Mainz von seiner bisherigen Spielphilosophie abrücken muss. Der Däne ist nicht nur ein Tuchel-Ersatz, sondern viel mehr der nächste Schritt in der Entwicklung des Vereins.

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