thumbnail Hallo,

Was sich seit Wochen andeutete, bestätigte sich bis zur letzten Sekunde der Saison. Der FCN war in dieser Saison nicht zu retten. Der achte Bundesliga-Abstieg ist Gewissheit.

NACHBERICHT
Robert Bobbe aus der Veltins-Arena

Kaum jemand glaubte vor dem abschließenden Bundesliga-Spieltag beim FC Schalke 04 (1:4) an ein Wunder für den 1. FC Nürnberg. Und so kam es am späten Samstagnachmittag, wie es kommen musste. Das Unvermeidbare wurde Wirklichkeit: Der Club stieg zum achten Mal in die 2. Bundesliga ab – ein trauriger Rekord.

Die Voraussetzungen hätten schon vor dem Anpfiff schlechter kaum sein können. Mit Timothy Chandler, Marvin Plattenhardt, Raphael Schäfer sowie Javier Pinola fehlten vier defensive Stammkräfte im wichtigsten Spiel der Saison.

Letzterer hatte vor der Partie dennoch die Hoffnung, dass die unerfahrenen Vertreter in Gelsenkirchen bestehen und den Sprung auf den Relegationsplatz doch noch möglich machen würden. "Ich hatte vollstes Vertrauen in diese Mannschaft. Die Jungs, die auf dem Platz standen, haben alles versucht, haben alles gegeben." Dass das an diesem Nachmittag nicht ausreichen würde, zeigte bereits die sechste Minute, als Joel Matip zur frühen Schalker Führung einnickte – nahezu unbedrängt.

Die Gegenwehr Nürnbergs war früh gebrochen, sieht man von einer verunglückten Flanke von Martin Angha (26.) ab, die an den Innenpfosten prallte und anschließend – passend zur Saison – nicht den Weg ins Tor fand.

Dabei schien die Mannschaft nach einer sieglosen Hinrunde im Winter die richtigen Schlüsse gezogen zu haben. Vier Siege sprangen aus den ersten fünf Spielen des Jahres heraus. "Wir starteten furios und schafften es, den Rückstand auf die Konkurrenz aufzuholen", blickte Kapitän Raphael Schäfer zurück. Was folgte, waren elf Niederlagen bei nur einem weiteren Dreier. "Dann kamen die Spiele gegen die direkten Konkurrenten und auf einmal schafften wir es nicht mehr zu punkten."

"Manchmal hasst man das, was man doch so liebt"

Allzu nachvollziehbar war daher die Unmutsbekundung des eigenen Anhangs zu Beginn der zweiten Halbzeit in der Veltins-Arena. Ein Spruchband mit der Aufschrift "Manchmal hasst man das, was man doch so liebt" zierte den Gästeblock. "Letztendlich tut es mir für die Fans leid, für die Leute, die in diesem Verein arbeiten. Ich kann die Reaktion verstehen und man kann ihnen auch gar keinen Vorwurf machen", erklärte Pinola sichtlich niedergeschlagen.

Der Argentinier, der seit nunmehr neun Jahren im Frankenland seine Fußballschuhe schnürt, hat so ziemlich alle Höhen und Tiefen miterlebt. Auch dieses Mal will er beim Neuaufbau helfen und stellte kurz nach dem Saisonabschluss klar: "Ich will bleiben. Unter dem Strich entscheidet zwar der Verein, aber ich will gerne bleiben. Ich hoffe, dass der Verein mich halten will."

Trotz des erheblichen Verletzungspechs gerade in der entscheidenden Phase wollte Pinola die Unzulänglichkeiten, die sich wie ein roter Faden durch das letzte Jahr zogen, nicht schönreden. "Jeder Einzelne hat sich in dieser Saison einfach zu viele Fehler geleistet. Das darf in der nächsten Saison so nicht wieder passieren. Das werden wir intern aufarbeiten." Gleichzeitig richtete er den Blick schon wieder nach vorne: "Im nächsten Jahr ist es wichtig, dass wir zusammen für ein Ziel arbeiten – den Wiederaufstieg."

Dass der FCN dafür eine schlagkräftige Truppe beisammen haben wird, daran zweifelt Schäfer nicht. "Jeder, der an diesem Verein hängt und dem die Möglichkeit gegeben wird, das in der zweiten Liga wieder zu reparieren, der wird es auch machen." Dann strebt der 1. FC Nürnberg einen weiteren alleinigen Rekord an: den achten Aufstieg in die Bundesliga.

Dazugehörig