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"Kleiner Schritt": Hamburger SV erreicht seine "Finalspiele"

Der Hamburger SV bekommt seine zwei Endspiele. Trotz des 2:3 beim FSV Mainz 05 rettete sich der Bundesliga-Dino in die Relegation - Grund zur ausgelassenen Freude war das allerd...

Mainz. Das Abklatschen vor den lautstark feiernden Fans, die "niemals" in die zweite Liga wollen, wirkte fast etwas beschämt, große Kampfansagen ersparten sich die Spieler und Verantwortlichen des Hamburger SV vorsorglich gänzlich. Das Erreichen der Relegation, der beiden "Finalspiele, wie Trainer Mirko Slomka betonte, war beim Noch-Dino der Bundesliga längst kein Grund zum Jubeln.

Am 15. Mai zunächst in Hamburg und drei Tage später beim Dritten der 2. Liga geht der Überlebenskampf des HSV nahtlos weiter. Der erste Abstieg der Vereinsgeschichte ist trotz des fast schon versöhnlichen Endes einer katastrophalen regulären Saison noch lange nicht abgewendet.

"Es werden Spiele wie im Pokal", mahnte Sportchef Oliver Kreuzer nach dem 2:3 (1:1) beim FSV Mainz 05, das nur wegen der Niederlagen der beiden direkten Absteiger Nürnberg und Braunschweig für Platz 16 reichte: "In zwei Spielen weiß man - und das ist schon hunderttausendfach geschehen - dass der unterklassige Gegner den höherklassigen sehr ärgern kann."

Die Rettung auf den Relegationsplatz sei deshalb nur ein "kleiner Schritt und das große Ziel haben wir weiterhin vor Augen, nämlich den Klassenerhalt", sagte Slomka, den die Niederlage am Rhein "sehr geärgert" hat. "Mit den klaren Ergebnissen von den anderen Plätzen haben wir vielleicht nicht mehr das Engagement gezeigt", sagte er: "Darüber werden wir reden müssen."

HSV zeigt Willen

In der ersten Halbzeit vor 34.000 Zuschauern war der HSV weit davon entfernt, wie ein Absteiger zu spielen. Rückkehrer Pierre-Michel Lasogga, in dieser Form auch großer Hoffnungsträger in der Relegation, erzielte fünf Minuten nach der Mainzer Führung durch Elkin Soto (7.) den Ausgleich, zur Pause hätten die Gäste nach einer Vielzahl von Gelegenheiten führen müssen. "Wir hatten die Möglichkeit, es aus eigener Kraft zu schaffen und wollten das auch", sagte Kreuzer.

Nachdem aber die klaren Rückstände der Konkurrenten durchgesickert waren, zeigte Hamburg streckenweise wieder sein altes Gesicht, das auch in den vier Partien zuvor zu vier Niederlagen geführt hatte. Yunus Malli (65.) und Shinji Okazaki mit seinem 15. Saisontor (82.) machten alles klar für die Rheinhessen, der Treffer des eingewechselten Ivo Ilicevic (84.) blieb wertlos.

"Es ist schade, dass wir keine Punkte geholt haben", sagte Lasogga, der ab der 67. Minute für die Finalspiele geschont werden konnte: "Das hätte uns zusätzlich motiviert." Mut machte immerhin: "Die Fans waren überragend", sagte Kapitän Rafael van der Vaart.

Tuchel vor dem Absprung

Den Mainzer Anhängern, die nach dem Sieg ausgelassen den Einzug in die Europa League feierten, dürfte der Jubel am Samstagabend im Hals steckengeblieben sein. Erfolgstrainer Thomas Tuchel steht unmittelbar vor dem Absprung, der Klub kündigte für Sonntag eine Pressekonferenz an.

Manager Christian Heidel bestätigte, dass Tuchel "vor geraumer Zeit" um die Auflösung seines bis zum 30. Juni 2015 laufenden Vertrages gebeten habe. "Eine Vertragsauflösung kommt für uns nicht in Frage. Wir sind in Gesprächen, wie es jetzt weitergeht", sagte Heidel: "Wir wollen, dass dieser Vertrag erfüllt wird, und Thomas hat dann vor vier Wochen gesagt, dass er im Jahr 2015 keine Mannschaft trainieren und von seinem Vertrag zurücktreten möchte."

Der 40 Jahre alte Coach selbst, der sich eigentlich erst einmal nur über einen "Wahnsinnsabschluss der Saison" freuen wollte, sagte vieldeutig: "Was wir bekannt geben, steht schon länger fest".

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