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Schalke-Manager Horst Heldt geht "angespannt" ins Saisonfinale

Vor dem letzten Spiel am Samstagnachmittag ist der Manager erwartungsfroh, jedoch begleiten ihn auch andere Gedanken. Marco Höger fällt aus.

Aus Gelsenkirchen berichtet Hassan Talib Haji

Nun zählt es für den FC Schalke 04: Die Bundesliga-Saison erwartet den finalen Aufgalopp der 18 Klubs und die letzten Entscheidungen werden fallen. Bittere Tränen könnten vergossen werden oder JubeIarien voller Emotionen begleiten den 34. Spieltag. In der wieder einmal ausverkauften Veltins-Arena kommt es zum Showdown zweier Altmeister: Schalke empfängt den 1. FC Nürnberg. Horst Heldt freut sich auf die Unterstützung der Fans und hofft, sicher mit den Millionen aus der Champions League planen zu können.

Er wirkte nach außen hin sehr gelassen und ruhig, innen drin sah es vielleicht anders aus. Schalke-Manager Horst Heldt wird in der Nacht von Freitag auf Samstag womöglich schlecht schlafen. "Ich bin angespannt", sagte der 44-Jährige am Freitag. Das bleibt auch nicht aus, denn für seinen Klub geht es um ganz viel Geld. Schalke 04 liegt derzeit mit drei Punkten Vorsprung auf Bayer Leverkusen auf Rang drei, der zum direkten Einzug in die finanziell und sportlich verlockende Champions League berechtigt. Kann S04 diesen Platz halten, dann hat Heldt Planungssicherheit und kann auf dem Transfermarkt shoppen gehen.

Aber erst einmal gastiert der 1. FC Nürnberg im Revier. Die Franken kämpfen ihrerseits ums nackte Überleben im Abstiegskampf und wollen den Schalkern ein echtes Kampfspiel aufzwingen. Trainer Roger Prinzen formulierte es etwas martialisch: "Wir müssen mutig auftreten und an uns glauben - Krieger sein!"

Nicht die Butter vom Brot nehmen lassen

Warum Heldt jedoch vor diesem Spiel angespannt ist, lässt sich angesichts der aktuellen Situation einfach in Worte fassen: "Weil wir nach diesem letzten Spiel nichts mehr korrigieren können." Der gebürtige Königswinterer nahm die Mannschaft von Trainer Jens Keller, aber auch die Fans, in die Pflicht: "Wir müssen diese Chance nun wahrnehmen, das bedarf auch einer großen Unterstützung unserer Fans. Es darf nicht in Nervosität umschlagen, weil sich das dann auf den Rasen überträgt", sagte Heldt. Ob die königsblaue Fan-Gemeinde auch bei einem vielleicht zähen Spiel komplett hinter ihrer Mannschaft steht – darüber macht sich Heldt aber "keine Sorgen".

Ein Zünglein an der Waage im Kampf um die Millionen der Königsklasse könnte einmal mehr Stürmer Adam Szalai sein, der den gelbgesperrten Chefknipser Klaas-Jan Huntelaar vertreten dürfte. Zu Beginn der Saison schnürte der Ungar bei PAOK Saloniki in den Play-Offs der Champions League einen Doppelpack und hatte beim 3:2-Auswärtssieg maßgeblichen Anteil daran, dass die Königsblauen die Gruppenphase erreichten - und zusätzliches Geld in die Kassen gespült wurde. Dadurch war der finanzielle Rahmen geschaffen, Kevin-Prince Boateng und Dennis Aogo zu verpflichten.

Doch der 26-jährige Angreifer ist auf Schalke nur zweite Wahl. Als Klaas-Jan Huntelaar zur Rückrunde wieder zur Verfügung stand, "hatte Adam eine schwere Phase. In einem 4-2-3-1 mit nur einer Spitze ist es halt schwierig für ihn, an Huntelaar vorbeizukommen", so Heldt. Gegen den Club kommt es bei Szalai auch auf die Unterstützung durch die Anhängerschaft an, denn "wichtig wird morgen sein, dass er spürt, dass alle hinter ihm stehen", meinte Heldt.

Viele Rückkehrer – Höger verletzt

Vor der brisanten Partie musste Jens Keller jedoch eine erneute Hiobsbotschaft hinnehmen: "Marco Höger hat sich leider wieder verletzt. Er hat einen Muskelfaserriss, beziehungsweise muskuläre Probleme", sagte der Übungsleiter. Besonders bitter für den Mittelfeldmann, da er sich nach einem monatelangen Ausfall durch einen Kreuzbandriss, den er in der Hinrunde bei Eintracht Braunschweig erlitt, erst letzte Woche in Freiburg fit zurückmelden konnte. Allerdings kehren bei Schalke 04 Benedikt Höwedes, Sead Kolasinac und Jefferson Farfan in den Kader zurück.

Auch wenn der kommende Gegner ein Abstiegskandidat ist, wird dieses Spiel eine knifflige Aufgabe bleiben. "Nürnberg wird noch mal alles reinwerfen. Sie werden probieren, uns mit der Qualität, die sie im Spiel nach vorne haben, auszukontern. Mit Drmic haben sie einen außergewöhnlichen Stürmer und Kiyotake kann Spiele alleine entscheiden", lobte Keller die Offensivabteilung der Franken. Die Knappen werden dagegenhalten müssen, denn "das wird kein Selbstläufer", warnt Schalkes Cheftrainer. "Aber wir spielen zuhause, wir wollen das Spiel machen und es für uns entscheiden!", stellte Keller klar.

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