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Philipp Lahm hat die Philosophie der Münchner erklärt und verlangt mehr Überzeugung. Die Mannschaft sei keineswegs satt, die Rollenverteilung im Pokalfinale ist ihm egal.

München. Nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League prasselte viel Kritik auf den FC Bayern München ein, vor allem die passintensive Spielweise von Trainer Pep Guardiola wurde in Frage gestellt. Kapitän Philipp Lahm hat die Kritik jetzt zurückgewiesen und ist davon überzeugt, dass die Mannschaft noch längst nicht satt ist.

"Barcelona war zwischen 2008 und 2012 weltweit das Maß aller Dinge und hat einen überragenden Fußball gespielt. Unser Ziel war es aber nie, ein zweites Barca zu werden", betonte Lahm in der Sport Bild: "Wir haben mit Pep Guardiola über zwei Drittel der Saison gezeigt, dass wir einen eigenen, sehr erfolgreichen Stil spielen können."

Dieser zeichne sich zwar, ähnlich wie bei Barca, durch viel Ballbesitz, gleichzeitig aber auch durch präzise Angriffe aus. "Ballbesitz bedeutet Kontrolle über das Geschehen", so der 30-Jährige weiter: "Der FC Bayern hat nie Tiki-Taka gespielt, wie auch immer sich das genau definiert, sondern mit Pep Guardiola eine eigene effektive Art gefunden, auf höchstem Niveau erfolgreich Fußball zu spielen."

"Müssen unsere Überzeugung wiedergewinnen"

Dabei müsse sich das Team aber weiter verbessern, wenngleich bereits in dieser Saison unter anderem Manchester City, Manchester United, Arsenal und Chelsea geschlagen wurden: "Wir müssen daran arbeiten, unsere Überzeugung wiederzugewinnen, dass wir das eine ganze Saison durchziehen können."

Gleichzeitig müsse sich die Mannschaft aber permanent weiterentwickeln. "Es funktioniert nicht so einfach, dass ein einmal erfolgreiches System immer beibehalten werden kann", warnte Lahm und stellte klar: "Es geht für die kommende Saison vielmehr darum, die Mannschaft in dieser Spielweise, die Pep Guardiola vermittelt, zu stabilisieren und wieder wie im Herbst aufzutreten."

"Die Mannschaft hat weiterhin Ehrgeiz"

Dass die Spieler, wie ebenfalls medial moniert, nach der erfolgreichen Vorsaison und dem frühen Meistertitel satt sein könnten, glaubt der Münchner dagegen nicht: "Die Mannschaft hat weiterhin Format, Klasse und Ehrgeiz. Titel, insbesondere den Champions-League-Titel, muss man sich, wie auch die Geschichte des Wettbewerbs zeigt, sehr hart erarbeiten."

Dennoch sieht Lahm nach wie vor die Chance, mit der Mannschaft eine Ära zu prägen: "Eine Ära zu prägen bedeutet für mich, eine Mannschaft zu sein, die jedes Jahr um die Champions-League-Krone mitspielen kann. Das ist uns in den letzten drei Jahren gelungen und bleibt unser Anspruch."

Auch in dieser Saison kann der FC Bayern neben der Meisterschaft noch einen Titel holen, gegen Borussia Dortmund steigt am 17. Mai das Pokalfinale. Ex-Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hatte zu Wochenbeginn den BVB als Favoriten auserkoren, Lahm hielt dagegen: "Für mich macht es keinen Unterschied, welche Rolle wir in dieser Partie einnehmen. Ob Außenseiter oder nicht, wir gehen in das Spiel, um zu gewinnen."

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