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Uli Hoeneß ist nicht mehr Präsident beim FC Bayern - Hopfner übernimmt

Hoeneß will Nachfolger Hopfner beerben: "Das war's noch nicht!"

Uli Hoeneß ist nicht mehr Präsident beim FC Bayern - Hopfner übernimmt

FC Bayern Muenchen eV - Extraordinary Members, Uli Hoeneß, Karl Hopfner

Karl Hopfner wurde erwartungsgemäß zum Nachfolger des zurückgetretenen Präsidenten Uli Hoeneß gewählt. Hoeneß erklärte: "Ich mache mir um diesen Verein keine Sorgen!"

München. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Die Ära Uli Hoeneß bei Rekordmeister Bayern München ist nur vorerst Geschichte - und wird nach dem Willen des gefallenen Patrons noch ein Nachspiel haben. "Das war's noch nicht", rief Hoeneß "seinen Bayern" auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitagabend zu, auf der Karl Hopfner erwartungsgemäß zum Nachfolger des zurückgetretenen Präsidenten gewählt wurde.

Wenn er nach Verbüßung seiner dreieinhalbjährigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung zurück sei, "werde ich mich nicht zur Ruhe setzen", kündigte Hoeneß an. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Hopfner begrüßten dieses Vorhaben ausdrücklich. Er freue sich auf Hoeneß' Rückkehr, sagte Rummenigge. Und Hopfner betonte, er werde "sicher nicht" gegen Hoeneß antreten, sollte der zurück an die Klubspitze streben.

Rummenigge, Chef der FC Bayern AG, verteidigte überdies den etwas in die Kritik geratenen Trainer Pep Guardiola. Zwischen Coach und Klub passe "kein Blatt Papier", sagte er, und kündigte an, den Kader für die kommende Saison weiter "qualitativ" verstärken zu wollen. Außerdem teilte Rummenigge mit, dass der FC Bayern den Vertrag mit Manuel Neuer vorzeitig bis 2019 verlängert habe.

HIER: Alles zur Mitgliederversammlung des FC Bayern zum Nachlesen

Hopfner, das wurde indes auf der Versammlung klar, ist nur Platzhalter für den "Mister FC Bayern" Hoeneß. Die 1593 Mitglieder im Audi Dome bedachten dessen Comeback-Ankündigung mit Standing Ovations. Während seiner Rede, die er sichtlich bewegt hielt, durfte sich Hoeneß über "Uli"-Rufe freuen.

"Ich will mich nicht sauberer machen als ich bin. Ich habe einen großen Fehler gemacht und werde für alles gerade stehen", sagte er über seine Steuersünden. Nach seiner Verurteilung Mitte März war er von allen Ämtern zurückgetreten. Das Amt des Aufsichtsratschefs übernahm adidas-Boss Herbert Hainer, allerdings dürfte Hopfner auch hier bei der nächsten Sitzung des Gremiums im September übernehmen.

Hoeneß: "Ich mache mir um diesen Verein keine Sorgen!"

"Wenn ich jetzt gehe, dann gehe ich mit ruhigem Gewissen", sagte Hoeneß, sein Lebenswerk sei mitnichten zerstört: "Ich mache mir um diesen Verein keine Sorgen. Wenn wir alle zusammenhalten, wird dieser Verein überhaupt keine Probleme kriegen."

Die Monate nach Bekanntwerden seiner Steueraffäre bezeichnete Hoeneß bei seinem ersten großen öffentlichen Auftritt seit der Verurteilung als "Trauma", vor allem für seine Familie. "Plötzlich war ich ein Arschloch, ein Schwein, ein Mann, der den Leuten das Geld aus der Tasche zieht", sagte er über die Berichterstattung mancher Medien.

Dem Gericht, das ihn verurteilt hatte, mache er wie der Staatsanwaltschaft keine Vorwürfe. Gegen andere habe er einen regelrechten "Hass" entwickelt, den er in der Haft loswerden wolle. "Ich gehe diesen schweren Gang und werde nachdenken über mich", kündigte er für die Zeit in der Justizvollzugsanstalt in Landsberg an.

Hopfner nannte den früheren Bayern-Profi und -Manager "Kopf, Bauch, stets Herz und immer Seele von Bayern München. Lieber Uli, du hast eine tolle Familie, du hast aber auch eine Familie, die zu dir steht in unserem Klub." Hoeneß verfolgte diese Rede mit zunehmender Rührung.

Hopfner war als langjähriger Finanzchef neben Hoeneß für den Aufstieg des FC Bayern zum deutschen Branchenführer maßgeblich mitbeteiligt. Er gehört dem Verein seit 1983 an und betonte, er wolle den Klub "mit Leidenschaft und Herzblut" führen. Hopfner wurde um 20.09 Uhr bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung (Hopfner selbst) gewählt. Als seine Stellvertreter fungieren Rudolf Schels und Dieter Mayer.

"Ich kenne ihn und habe bereits mit ihm gesprochen, er war über Jahr eine der wichtigsten Personen des Vereins", sagte Guardiola am Vormittag über Hopfner. Er wünsche dem neuen Vereinschef "das Beste", fuhr der Spanier fort: "Ich bin sicher, dass er uns unterstützen und uns besser und besser machen wird."

Hoeneß nannte Hopfner einst "einen Glücksfall" für den FC Bayern. Im Darlehensstreit mit Borussia Dortmund zeigte dieser zuletzt, dass er auch die von Hoeneß lange vertretene "Abteilung Attacke" beherrscht. Das soll er auch künftig tun - bis Hoeneß irgendwann wieder zurück ist.

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