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Der HSV-Sportdirektor verteidigt den Spielmacher sowie seine Kaderplanung und baut auf Slomka. Die Hamburger planen bereits für die Relegation, aus dem Lazarett gibt es Positives.

Hamburg. Oliver Kreuzer hofft auf Unterstützung für Spielmacher Rafael van der Vaart und gibt sich für die Bundesliga-Zielgerade optimistisch. Der Sportdirektor des Hamburger SV erklärte die Probleme in dieser Saison und verteidigte seine Personalpolitik. Trainer Mirko Slomka genießt vollstes Vertrauen, seine eigene Zukunft sieht er trotz der Ausgliederungspläne noch beim HSV.

Zuletzt wurde van der Vaart nach seiner schwachen Rückrunde von mehreren Seiten kritisiert, Kreuzer nahm dazu im Kicker Stellung: "Für seine Probleme gibt es eine gewaltige Summe von Gründen. Verletzungen, private Sorgen. Aber: Rafael hatte nach der Hinserie sieben Tore und sechs Vorlagen, er ist ein herausragender Spieler mit einem goldenen Fuß. Wir müssen ihm helfen, damit er wieder dahin kommt."

Kritik auf allen Positionen

Auch Kreuzer steht aufgrund seiner Personalpolitik in der Kritik, vor allem im Sturm ist der HSV, seitdem Artjoms Rudnevs im Winter verliehen wurde, dünn besetzt. "Ich habe Verständnis für die Kritik und stelle mich meiner Verantwortung, aber: Für jede Entscheidung zum jeweiligen Zeitpunkt gab es Gründe. Auch für die Verpflichtung des zuletzt meiner Meinung nach zu hart kritisierten Jacques Zoua", betonte der 48-Jährige.

Im Winter sei er sich immerhin sicher gewesen, die Saison mit Trainer Bert van Marwijk zu beenden, "und weder unter ihm noch unter Fink hat er zuvor noch eine Rolle gespielt. Ausgerechnet am Tag nach Rudnevs’ Ausleihe haben sich Lasogga und Beister verletzt. Für größere Transfers waren uns aufgrund der finanziellen Situation die Hände gebunden."

Fokus auf die Relegation

Doch auf van Marwijk folgte mit Mirko Slomka der dritte Trainer für diese Saison, und obwohl sich der HSV zwar phasenweise stabilisieren konnte, trennen Hamburg mittlerweile vier Punkte von einem direkten Nichtabstiegsplatz. Auswärts warten die Hanseaten seit dem 27. Oktober (3:0 in Freiburg) auf einen Bundesligasieg. Dennoch sieht Kreuzer in Slomka den entscheidenden Faktor für den Klassenerhalt.

"Er arbeitet richtig gut, muss aber mit unfassbaren Widrigkeiten kämpfen. Jede Woche bricht ein anderer weg, und fast ausnahmslos sind es Eckpfeiler. Ich behaupte: Hätte er nur die Hälfte an Ausfällen gehabt, wären wir mit ihm jetzt aus dem Gröbsten raus", so der HSV-Sportdirektor. So sei aufgrund der Tabelle die Relegation das Ziel: "Dann hätten wir in zwei weiteren Spielen die Chance, in der Klasse zu bleiben."

Kreuzer: "Sehe mich als Teil des Gesamtkonstrukts"

Seine eigene Zukunft sieht Kreuzer derweil auch weiterhin in Hamburg, selbst falls die Ausgliederung der Profi-Abteilung durch die Initiative HSVPlus zustande kommen sollte: "Grundsätzlich betrachte ich die Ausgliederung als absolut erforderlich. Und ich sehe mich auch in Zukunft hier in der Verantwortung und als Teil des Gesamtkonstrukts. Momentan geht es aber nur um die ausstehenden drei oder fünf Spiele."

Gute Nachrichten gibt es für die Hanseaten indes immerhin aus dem Lazarett. Marcell Jansen (Sprunggelenk-OP) und Milan Badelj (Muskelfaserriss) wollen am Freitag wieder mit dem Team trainieren und fliegen mit nach Augsburg. Pierre-Michel Lasogga (Faserriss) konnte darüber hinaus am Mittwoch gemeinsam mit van der Vaart (Wadenzerrung) eine Laufeinheit absolvieren.

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