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Matthäus zum HSV: "Untergangsstimmung" und "nicht erstligatauglich"

Der Rekordnationalspieler monierte mangelnde Charakterstärke bei den HSV-Profis. Auch Christian Ziege stimmte ein: Zu große Worte, zu wenig Leistung.

Hamburg. Über weite Teile inspirations- und mittellos präsentierte sich der Hamburger SV am Samstagabend bei der 1:3-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg. Damit ist nun auch die zuvor unter Trainer Mirko Slomka gewonnene Heimstärke nur noch Makulatur - und im Abstiegskampf wird die Luft ganz dünn.

Ex-Nationalspieler Christian Ziege fand dementsprechend deutliche Worte zur aktuellen Situation des HSV: "Da sind einige Spieler, die überschätzen sich maßlos", kritisierte Ziege in der TV-Sendung Sky90.

Große Worte, wenig Leistung

Der 42-Jährige, momentan Trainer bei Drittligist Spvgg Unterhaching, präzisierte: "Sie stehen nach dem Spiel immer vor den Kameras und erzählen vom großen Fußball und davon, was zu tun ist." Die verbale Tatkraft sei jedoch keineswegs deckungsgleich mit jener auf dem Rasen: "Und sie selbst gehören dann imer zu den Spielern, die am wenigsten tun", so Ziege weiter.

Nachdem der VfB Stuttgart am Sonntag gegen Schalke einen Dreier einfuhr, beträgt Hamburgs Rückstand auf den ersten direkten Nicht-Abstiegsrang nun vier Zähler. Und sogar der Relegationsplatz ist in Gefahr, es droht der direkte Gang in die erstmalige Zweitklassigkeit. Ziege hat wenig Hoffnung auf Besserung: "Mir fehlen Charaktere auf dem Platz, die das mit Leistung in die Hand nehmen."

Matthäus: "Nicht erstligatauglich"

Noch einen Tick härter als Ziege ging Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bei Sky mit den Rothosen ins Gericht: "Das ist eine Untergangsstimmung hier. Das war nicht erstligatauglich. Spielerisch steckt in dieser Mannschaft gar nichts", analysierte Matthäus schonungslos. Sein Experten-Kollege Jan Aage Fjörtoft sieht Hamburg daher "auf dem Weg in die Zweite Liga. Sie verstehen den Ernst der Lage nicht."

Bei den unmittelbar Beteiligten war das Entsetzen ebenso spürbar. Heiko Westermann bewertete den fehlerhaften Auftritt gegen Wolfsburg als "völlig unverständlich. Wenn wir so viele Fehler machen, nutzt der VfL das natürlich aus."

Sein Teamkollege Hakan Calhanoglu appellierte trotz bedenklicher Lage an den Glauben der Mannschaft: "Ich sage immer 'Never give up'", so der 20-Jährige, dessen Trainer in der nervenaufreibenden Gratwanderung inklusive eventueller Relegationsspiele nichts dem Zufall überlassen möchte: "Letzte Woche habe ich schon den Auftrag erteilt, dass wir die Spiele der möglichen Gegner anschauen müssen. Es bleibt bis zum letzten Spieltag ganz ganz heiß", mutmaßte Mirko Slomka.

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