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Der BVB-Star rechnet fest mit einem Platz im WM-Kader. Die Nichtnominierung für das letzte Länderspiel sei abgesprochen gewesen.

Dortmund. Borussia Dortmunds Offensivspieler Marco Reus brennt auf die Weltmeisterschaft in Brasilien. "Wir alle wollen diesen Titel holen, natürlich träume auch ich davon. Bei der WM müssen wir den unbedingten Willen haben, bereit sein, über unsere Grenzen zu gehen – dann haben wir aus meiner Sicht sehr gute Chancen", meint Reus in der Sport Bild.

Die WM-Nominierung scheint nach den überragenden Leistungen der letzten Wochen selbstverständlich. Nachdem er im Kader für das Testspiel gegen Chile (1:0) Anfang März fehlte, wurde in den Medien von einem Denkzettel aufgrund inkonstanter Leistungen gemutmaßt. Reus widerspricht dieser Darstellung vehement: "Ich weiß zum Glück, dass es überhaupt nicht so war. Ich hatte ein Gespräch mit dem Bundestrainer, und es ging darum, dass ich nach meiner Verletzung wieder zu Rhythmus und Stabilität komme und beim BVB trainieren sollte."

Reus' Fehlen nutzen die Kollegen gegen Chile aber nicht zur Eigenwerbung, zu schwach trat die Mannschaft gegen die Südamerikaner auf. Reus sieht dabei aber kein Problem für die WM. "Es ist enorm schwierig, wenn du nur zweimal trainierst, um dich auf den Gegner einzustellen", erklärt der 24-Jährige. "Vor der WM haben wir eine echte Vorbereitung und werden alle Abläufe detailliert einstudieren. Ich schaue sehr positiv Richtung Brasilien."

Verbleib und mehr Verantwortung

Siegtorschütze beim Test gegen Chile war Mario Götze, der in der Zeit bei den Schwarz-Gelben zu einem guten Freund von Reus geworden ist: "Wir sprechen eigentlich täglich, nicht nur über Fußball. Es hat sich eine echte Freundschaft entwickelt – wir sind auf einer Wellenlänge."

Götzes Wechsel zu Bayern habe ihn nicht gefreut, er habe aber dessen Meinung, bei Bayern besser aufgehoben zu sein, akzeptieren müssen. Bei Reus wird immer wieder über eine Ausstiegsklausel spekuliert, mindestens nächste Saison scheint er jedoch definitiv beim BVB spielen zu wollen. "Natürlich habe ich eine Karriereplanung, und vor allem habe ich einen gültigen Vertrag", so Reus. "Der BVB ist mein Verein, Dortmund ist meine Heimat. Ich bin hierher zurückgekommen, um Titel zu holen – und so weit ist es ja noch nicht. Ich fühle mich wirklich sehr, sehr wohl!"

Mit dem Abgang von Torjäger Robert Lewandowski möchte der Mittelfeldspieler noch mehr in die Führungsrolle hineinwachsen. "Ich will sicher noch präsenter sein, noch mehr Verantwortung übernehmen, noch prägender werden. Ich bin in einem Alter, in dem ich den nächsten Schritt machen will."

"Brauche keinen Luxus"

Zu einem großen Werbestar Deutschlands ist der Fußballstar schon aufgestiegen. An seiner Persönlichkeit ändere dies aber nichts, zum Glücklichsein brauche er keinen Luxus. "Ich versuche, authentisch zu bleiben. Ich bin kein besserer Mensch, bloß weil ich Fußball spiele und ab und zu im TV bin", erklärt der Nationalspieler. "Ich hatte noch keine Skandale, würde mich auch niemals als Star bezeichnen. Manche brauchen es, in der Öffentlichkeit zu stehen – ich ticke da anders. Ich bin meines Erachtens noch immer der Alte."

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