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VfB Stuttgart und der Fluch der letzten Viertelstunde

Die späten Gegentore könnten dem VfB Stuttgart den Klassenerhalt kosten. Der Ausgleichstreffer in der 89. Minute beim 1:1 in Mönchengladbach bedeutete schon die Punktverluste 15...

Mönchengladbach. Trainer Huub Stevens stellte sich schützend vor seine Mannschaft, Sport-Vorstand Fredi Bobic sah sogar eine "überragende Leistung", doch die späten Gegentreffer lassen den VfB Stuttgart weiter in den Abgrund blicken. "Es ist eine gefährliche Situation. Wir haben ein sehr schweres Restprogramm", sagte Torhüter Sven Ulreich nach dem 1:1 (1:0) bei Borussia Mönchengladbach.

Der Ausgleichstreffer durch Juan Arango (89.) war bereits das 18. Gegentor der Schwaben in der letzten Viertelstunde. Wäre nach der 75. Minute Schluss, hätte der VfB 16 Zähler mehr auf dem Konto und den Klassenerhalt schon seit einiger Zeit gesichert.

Mit diesen Zahlenspielen wollte sich Bobic aber nicht lange aufhalten. Der ehemalige Nationalspieler redete den Tabellen-15. vor den Wochen der Wahrheit mit den Heimspielen gegen Schalke 04 und den VfL Wolfsburg sowie den Auswärtsbegegnungen bei Hannover 96 und Bayern München lieber stark. "Ich weiß nicht, wer in dieser Saison hier so gespielt hat - außer die Bayern vielleicht", sagte Bobic.

Stuttgart im Pech

Der VfB präsentierte sich in der Tat nicht wie ein Abstiegskandidat, offenbarte nach der verdienten Führung durch Daniel Didavi (12.) aber große Schwächen in der Chancenverwertung. Martin Harnik (37.) und Timo Werner (45.) ließen hundertprozentige Gelegenheiten aus, Ibrahima Traore hatten mit einem Freistoß gegen die Latte Pech (87.).

"Wenn man gegen so eine Mannschaft so viele Hochkaräter erspielt, kann man darauf aufbauen", sagte Bobic, der für den erneuten Gegentreffer kurz vor dem Ende aber auch keine Begründung liefern konnte: "Wir mussten schon viele Nackenschläge einstecken. Das ist verrückt, aber nicht erklärbar."

Stevens machte seiner Mannschaft nur aufgrund der Schwächen im Abschluss Vorwürfe. "Es ist enttäuschend, wenn du in der letzten Minute ein Gegentor bekommst. Das kann aber immer passieren. Was mich ärgert, ist, dass wir den Sack nicht zugemacht haben", sagte der Niederländer, dessen Team ein Punkt vor dem Relegations- und zwei Zähler vor dem ersten direkten Abstiegsplatz liegt.

Motto: Ruhe bewahren

Didavi räumte allerdings ein, dass die Mannschaft in der Schlussphase im Kopf nicht frei ist. Dies könne man nicht wegdiskutieren, das stecke in den Spielern drin, so der Torschütze. Bobic gab derweil das Motto für die seit über fünf Monaten auswärts sieglosen Schwaben aus: "Wir müssen versuchen, ruhig zu bleiben und an unsere Stärke zu glauben."

Das gilt auch für die Borussia, die nach einer schwachen Leistung immerhin noch einen Punkt rettete. "Wer weiß, wie wichtig der Punkt noch sein kann", sagte Max Kruse. Der Nationalspieler räumte aber mit Blick auf den Schlussspurt im Kampf um den Champions-League-Qualifikationsplatz ein, dass "alle eine Schippe drauflegen müssen."

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