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Ex-Stuttgarter Maurizio Gaudino kritisiert die Führung und den VfB stark. Das Konzept greife nicht, die Jugendarbeit bringe keinen Erfolg.

Stuttgart. "Es gab keine Hierarchie. Spieler wie Sven Ulreich, Martin Harnik, Georg Niedermeier oder Christian Gentner waren da, aber sie wurden nicht wie Leader unterstützt. Stattdessen wurden beim VfB Stuttgart die jungen Spieler stark gemacht. Aber nur mit Jungen geht es nicht. Das hat man gemerkt", versucht der 47-Jährige die Krise bei seinem Ex-Verein gegenüber der Bild zu erklären.

Er sieht die fehlenden Führungsspieler und Altersstruktur im Kader als größtes Problem. "Beim 1:4 in Hoffenheim war ich im Stadion, da hat dann Timo Werner einen älteren Spieler angemotzt, weil der den Ball nicht quergelegt hatte. Niemand ist von außen dagegen vorgegangen", so Gaudino.

Aufwind mit Stevens

Dementsprechend begrüßt der Meister von 1992 die Arbeit von Huub Stevens: "Die Erfahrenen geben wieder Gas, die Jüngeren müssen sich etwas zurückhalten, weil sie merken, dass man raus ist, wenn man zu sehr aufmuckt." Und weiter: "Spieler wie Harnik oder Niedermeier wieder stark zu machen, war wichtig."

Das neue Konzept sieht Gaudino zwar als grundsätzlich richtig an, das Timing stimme jedoch nicht: "Da liegt das Problem: Wann immer der VfB Erfolg hatte, hat man es versäumt, eine Mannschaft aufzubauen, mit der man den Erfolg dauerhaft haben kann."

Für die Zukunft wünscht er sich mehr Konstanz: "Du musst dich für einen Weg entscheiden und den dann konsequent gehen. Wenn du nicht die Abermillionen ausgeben kannst, dann musst du eben auf deine Jugend setzen."

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