thumbnail Hallo,

Lucien Favre rastet nicht aus: "An der Seitenlinie immer ruhig bleiben"

Nach dem Trainer-Scharmützel zwischen Gertjan Verbeek und Christian Streich betont Lucien Favre die Bedeutsamkeit der Ruhe auf der Bank. Er spricht aber auch über Kevin de Bruyne.

Mönchengladbach. Lucien Favre hat Borussia Mönchengladbach einst vor dem Abstieg gerettet, dann nach Europa und in der Hinrunde der laufenden Bundesligasaison bis auf Platz drei geführt. Dann kam der Absturz. Doch der Klub hielt am Schweizer fest und wird nun belohnt.

"Eine solche Phase kann es im Verlauf einer Saison immer einmal geben", erinnert sich der Cheftrainer im Gespräch mit bundesliga.de an die Zeit nach der Winterpause: "Ich habe aber gesehen, dass wir in den meisten der Partien, in denen die Ergebnisse nicht stimmten, doch recht konstant waren."

Aber auch wenn es auf dem Platz einmal nicht so gut läuft, rastet der einstige Edeltechniker nicht aus. "Du musst einfach ruhig bleiben an der Linie", sagt Favre, "selbstverständlich stehe auch ich zwar hin und wieder an der Seitenlinie, um meiner Mannschaft zu helfen." Dennoch pflege er einen "sehr guten Kontakt zu den Schiedsrichtern und zu meinen Kollegen".

Als die Fohlenelf in ihrer schwierigen Phase waren, konnte die Mannschaft nicht nur auf einen ruhigen Trainer an der Seite, sondern auch auf einen entspannten Sportdirektor auf der Tribüne setzen. Max Eberl sprach, wenn überhaupt, von einer Ergebniskrise. Inzwischen ist die Borussia aber wieder auf Europa-Kurs, kann mit einem Sieg gegen Kellerkind Nürnberg bis auf Platz vier springen.

"Hätten de Bruyne gern geholt"

Der Grund für die starken Mönchengladbacher ist auch eine Eigenschaft des ehemaligen Teamkollegen von Karl-Heinz Rummenigge. "Ehrlichkeit", sagt Favre, "ist für mich eine der wichtigsten Qualitäten eines Trainers." So habe er seinen ausgemusterten Spielern immer offen gesagt, dass sie unter ihm keine Zukunft hätten. "Selbstverständlich ist das keine angenehme Situation, aber anders geht es nicht! Das ist in jedem Verein und für jeden Trainer gleich", weiß der ehemalige Hertha-Coach.

Zugleich betont er, dass der Klub Kevin de Bruyne "gern geholt hätte". Den Belgier zog es jedoch zum VfL Wolfsburg. "Wir wussten von Anfang an, dass diese Chance sehr, sehr niedrig sein würde", erinnert sich Favre: "Gladbach ist ohne Frage eine sehr gute Adresse. Trotzdem gibt es Spieler, die sich für andere Vereine entscheiden."

Einfacher war es bei Andre Hahn vom FC Augsburg. Der Fast-Nationalspieler wechselt im Sommer für 2,25 Millionen Euro zur Favre-Elf.

Dazugehörig