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Nach Talfahrt: Sami Hyypiä bei Bayer Leverkusen entlassen

Leverkusen reagiert auf die Krise und trennt sich von Sami Hyypiä. Sein Nachfolger ist mit Sascha Lewandowski ein alter Bekannter.

Leverkusen. Bayer Leverkusen zieht nach der bislang enttäuschenden Rückrunde die Reißleine und feuert Trainer Sami Hyypiä. Das wurde bei einer Krisensitzung am Samstagmorgen entschieden. Sascha Lewandowski, zuletzt Leiter der Nachwuchsabteilung, übernimmt das Team bis zum Saisonende.

"Diese Entscheidung ist uns mehr als schwer gefallen, denn Sami hat in den vergangenen zwei Jahren einen tollen Job gemacht", wird Sportdirektor Rudi Völler in einer Presseaussendung zitiert. "Was er gemeinsam mit seinem Trainerteam noch in der Hinrunde aus unserer Mannschaft herausgeholt hat, war weit über den Erwartungen und hat ihm Lob von allen Seiten eingebracht. Umso schmerzhafter ist für uns der jetzige Einbruch."

Nach Platz zwei in der Winterpause schien Hyypiäs Vertragsverlängerung über den Sommer 2015 hinaus nur Formsache. Mittlerweile bangt Leverkusen ernsthaft um die Teilnahme an der Champions League bangen. Der Rückstand auf Rang drei und den FC Schalke 04 beträgt bereits sechs Punkte, zudem lauert Verfolger Wolfsburg nur einen Zähler dahinter.

Nach sieben Niederlagen in zwölf Rückrunden-Spielen war der Finne zuletzt massiv in die Kritik geraten. Das 1:2 beim Hamburger SV brachte das Fass zum Überlaufen. Völler gesteht: "Die dramatische Entwicklung der jüngsten Wochen ließ uns letztlich keine andere Wahl, als die Trennung herbeizuführen. Wir wollen und müssen alles versuchen, die Saison noch zu retten."

Lewandowski bedauert die Entscheidung

Nun übernimmt Lewandowski. Der 42-Jährige hatte die Werkself in der letzten Saison zusammen mit Hyypiä erfolgreich betreut, war allerdings im Sommer zurück in die Nachwuchsabteilung gewechselt. Für ihn ist es daher keine leichte Situation, den ehemaligen Partner zu beerben.

"Wir haben mehr als ein Jahr lang gemeinschaftlich die Verantwortung  für diese Mannschaft getragen", sagt Lewandowski: "Da übernimmt man nicht ohne zu bedauern, dass Sami seine Vorstellungen nicht mehr verwirklichen konnte. Aber als Angestellter des Vereins stehe ich auch in der Verantwortung, meinem jetzigen Auftrag gerecht zu werden."

In Leverkusens Führungsetage ist man jedenfalls überzeugt, dass unter Lewandowski noch die Trendwende glückt: "Er kennt die Mannschaft aus dem Effeff, er kennt die Strukturen des Vereins und braucht deshalb keine große Eingewöhnungszeit", so Geschäftsführer Michael Schade.

Die Entlassung von Hyypiä ist der siebte Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison. Als Kandidaten für die neue Spielzeit werden Armin Veh, Thomas Schaaf und Markus Weinzierl gehandelt.

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