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Nur Lasogga reicht nicht: HSV taumelt dem Abstieg entgegen

Für den HSV war das trostlose Remis gegen den SC Freiburg wie eine gefühlte Niederlage. Ein Pierre-Michel Lasogga ist im Abstiegskampf zu wenig.

Hamburg. Pierre-Michel Lasogga konnte es nicht fassen. Mit hängenden Schultern und traurigem Blick stand der Sturm-Koloss des Hamburger SV nach seinem Comeback in den Stadionkatakomben und suchte nach einer Erklärung für den neuerlichen Rückschlag im Abstiegskampf seines HSV. Vergeblich.

Lasogga hatte bei seiner Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne unermüdlich geackert, so oft wie kein anderer geschossen und dazu noch getroffen. Die Berlin-Leihgabe hatte eines der besten Spiele im Trikot des HSV absolviert - doch am Ende hatte es wieder mal nicht gereicht. Nach dem trostlosen 1:1 (0:0) im Kellerduell gegen den SC Freiburg nimmt der erste Abstieg des Liga-Dinos allmählich Konturen an.

"Es ist ärgerlich, dass mein Tor nur zu einem Punkt gereicht hat", sagte Lasogga, inzwischen zwölffacher Saison-Torschütze und Alleinunterhalter im Hamburger Angriff: "Das wird jetzt bis zum 34. Spieltag ein Auf und Ab sein. Ich hoffe, dass wir jetzt mal eine kleine Serie starten und uns ein bisschen Luft verschaffen können."

Dies dürfte in der aktuellen Form allerdings ein nahezu unmögliches Unterfangen werden. Bis auf den wuchtigen Lasogga, der mit seinen zehn Torschüssen den Liga-Saisonrekord seines Teamkollegen Hakan Calhanoglu einstellte, zeigten die Hamburger eine ziemlich gruselige Vorstellung. Die Mannschaft um ihren erneut schwachen Kapitän Rafael van der Vaart versuchte viel, doch es gelang wenig. Ein echtes Konzept war bei den umständlichen Angriffsbemühungen nicht zu erkennen.

Schwere Restprogramm macht wenig Mut

HSV-Trainer Mirko Slomka haderte unterdessen mit dem Schicksal. "Wir sind zum 21. Mal in dieser Spielzeit mit 0:1 in Rückstand geraten. Das sagt vieles aus über diese Saison", sagte Slomka, dessen Team eine weitere große Chance liegen ließ, an einem direkten Konkurrenten vorbeizuziehen. Fünfmal spielte der HSV zuletzt gegen einen Nachbarn aus dem Tabellenkeller und holte aus diesen fünf Partien nur mickrige fünf Punkte.

"Wir dürfen nicht rumrechnen, brauchen in Gladbach jetzt unbedingt einen Sieg", sagte Mittelfeldspieler Tolgay Arslan. Und auch Lasogga gibt sich vor dem nächsten Schlüsselspiel bei Borussia Mönchengladbach am Sonntag (15.30 Uhr/Liveticker bei Goal) kämpferisch: "Wir haben die Klasse, um in der Bundesliga zu bleiben."

Angesichts des harten Restprogramms klingen die Aussagen der HSV-Profis jedoch ein bisschen wie das Pfeifen im Walde. In den verbleibenden sieben Partien geht es gegen sechs Teams aus der obereren Tabellenhälfte. Und mit dem FC Bayern und Bayer Leverkusen gastieren noch zwei Liga-Hochkaräter im Norden.

Letzter Auswärtssieg vor fünf Monaten

Und ein Blick in die Statistik verheißt auch für die Partie in Gladbach nichts Gutes. Der letzte Sieg in der Fremde gelang den Hamburgern in Freiburg (3:0) - das liegt inzwischen fünf Monate zurück. "Wir wollen in Gladbach unbedingt Punkte holen", sagte Nationalspieler Heiko Westermann: "Dafür wäre es nicht schlecht, wenn wir auswärts mal ein Tor machen." Nur ein Lasogga in Top-Form wird aber auch in Mönchengladbach nicht reichen.

Freiburg konnte mit dem Punktgewinn, den Vladimir Darida mit seinem Führungstor (50.) eingeleitet hatte, dagegen bestens leben. "Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Unsere Serie hat gehalten", sagte der starke SC-Keeper Oliver Baumann: "Ich hoffe, dass es gegen Nürnberg so weiter geht."

Nach den beiden Siegen gegen Eintracht Frankfurt (4:1) und Werder Bremen (3:1) blieb das Team von Trainer Christian Streich erstmals in dieser Saison dreimal in Folge ungeschlagen und besitzt weiter zwei Punkte Vorsprung auf die Hamburger - die könnten am Ende wertvoll werden.

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