thumbnail Hallo,

Cruyff über Guardiola: "Chemie zwischen ihm und Bayern hat was von Perfektion"

Der ehemalige Star lobt seinen Schützling mit den höchsten Tönen. Der Spanier sei zudem kein Trainer für eine Nationalmannschaft, er müsse "jeden Tag auf dem Platz stehen".

München. Für den niederländischen Weltstar Johan Cruyff (66), der als Mentor von Bayern Münchens Meister-Trainer Pep Guardiola gilt, kommt der Erfolg des Spaniers bei den Bayern nicht überraschend. "Ich kenne Pep sehr gut und weiß, wie intelligent er ist. Es war mir klar, dass er zu diesem Klub nicht mit der Intention geht, unbedingt alles verändern zu wollen. Er ist einer, der Abläufe optimiert", sagte der Vize-Weltmeister von 1974 im Interview mit Münchner Merkur und der tz (Donnerstag-Ausgabe).

Am Mittwoch war Guardiola mit den Bayern am 27. Spieltag der Bundesliga durch ein 3:1 bei Hertha BSC vorzeitig Meister geworden. Cruyff weiter: "Wenn etwas gut ist, verändert er Details. Und da ist seine Gabe: er ist eben genau deshalb so ein guter Trainer, weil er erkennt, wie man etwas Gutes noch einmal optimieren kann."

"Pep überlässt nichts dem Zufall"

Auf die Frage, ob der 43-Jährige perfekt zu den Bayern passe, meinte der Niederländer, langjähriger Spieler und Trainer des FC Barcelona: "Perfektion gibt es im Fußball nicht. Das ist unmöglich. Es gibt immer Fehler in diesem Spiel. Aber dieser Trainer und dieser Verein haben sich sehr gut aufeinander abgestimmt. Ich denke, die Chemie zwischen ihm und Bayern hat ein bisschen was von Perfektion. Sie stimmt total."

Dass Guardiola Erfolg beim FC Bayern hat, kommt für "König Johan" nicht von ungefähr. Er fühlt sich "sehr, sehr wohl" in München. Cruyff: "Aber er wusste ja auch genau, was auf ihn zukommt. Er hat sich sieben, acht Monate auf diesen Verein vorbereitet und hat zum Beispiel Deutsch gelernt, was ich wichtig finde. Das ist typisch Pep: Er überlässt nichts dem Zufall."

Guardiola kein Typ für eine Nationalmannschaft

Guardiola fasziniere das Spiel. Cruyff: "Solange er die Voraussetzungen vorfindet, Fußball nach seinen Vorstellungen zu präsentieren, arbeitet er unermüdlich weiter, von Spiel zu Spiel. Titel kommen von alleine, darum geht es nicht. Er denkt einfach so: Immer das nächste Spiel ist ein Problem, das muss er lösen."

Ein Engagement Guardiolas bei einem Nationalverband als Auswahlcoach kann sich Cruyff nicht vorstellen: "Ich glaube, er ist eher der Typ Coach, der jeden Tag auf dem Trainingsplatz stehen möchte. Er liebt es, Spieler Tag für Tag zu verbessern. Ich war auch nie ein Typ für eine Nationalmannschaft, ich konnte mir das nie vorstellen."

Dazugehörig