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Die Vereine haben abgestimmt: Keine Torlinien-Technik in Bundesliga

Die Bundesliga sagt "Nein" zu technische Hilfsmitteln: Auf der Mitgliederversammlung der DFL wurde die Zwei-Drittel-Mehrheit für die Einführung der Technologie verfehlt.

Frankfurt. Der deutsche Fußball wehrt sich gegen technische Hilfsmittel: Torlinientechnik bleibt Zukunftsmusik. Die 36 Profivereine stimmten am Montag in Frankfurt/Main mehrheitlich gegen die Einführung der technischen Unterstützung in den Bundesligen - die Schiedsrichter müssen auch künftig bei "Phantomtoren" auf ihr Augenmaß vertrauen.

"Sowohl die Bundesliga als auch die zweite Bundesliga verzichten zunächst auf die Einsetzung dieses Hilfsmittels", sagte Reinhard Rauball, Präsident des Ligaverbandes und des Bundesligisten Borussia Dortmund im Anschluss an die ordentliche Mitgliederversammlung: "Bis auf Weiteres hat sich dieses Thema damit aus unserer Sicht erledigt."

Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL), sprach von einem "demokratischen Votum, das es zu akzeptieren gilt. Der Grad der Professionalität der Bundesliga steht und fällt nicht mit einer Torlinientechnik". Das recht klare Votum gegen die Technik - für die Einführung wäre eine Zweidrittel-Mehrheit notwendig gewesen - ist zumindest für die Bundesliga überraschend. Nur neun Vereine stimmten am Ende für die Revolution auf der Torlinie.

Zustimmung aus München

Noch am Montagmittag hatte Triple-Gewinner und Branchenprimus Bayern München bestätigt, "definitiv" für die Technik zu stimmen. Am Ende überwogen aber dennoch die Kritiker, die Kosten und Nutzen der Systeme nicht im Verhältnis sahen. Im Unterhaus lautete das Ergebnis der geheimen Wahl sogar nur 3:15.

Damit bleibt die englische Premier League die bislang einzige Liga, in der eine Torlinientechnik ("Hawk-Eye") zum Einsatz kommt, der Weltverband FIFA baut bei der WM in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) ebenfalls auf ein kamerabasiertes System ("GoalControl").

Richtig Fahrt gewonnen hatten die teils hitzigen Diskussionen nach dem "Phantomtor von Sinsheim" am 18. Oktober 2013. Bayer Leverkusens Torjäger Stefan Kießling köpfte den Ball während der Partie bei 1899 Hoffenheim (2:1) durch ein Loch im Außennetz ins Tor - Schiedsrichter Felix Brych (München) gab den Treffer dennoch und schrieb damit ein Stück Sportgeschichte. Die Nachwehen mit Gerichtsverhandlung und Internethetze gegen Kießling waren jedoch alles andere als förderlich für die Außenwahrnehmung des deutschen Fußballs.

Zu großer Aufwand

International setzt die FIFA seit dem Confed-Cup im vergangenen Jahr auf das Kamerasystem GoalControl. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hingegen lehnt die technische Hilfe in ihren Klubwettbewerben bislang strikt ab. Diskutiert wurde in Deutschland zuletzt immer wieder, ob Einzelentscheidungen in einem Ligabetrieb den Aufwand rechtfertigen würden. Anders als bei dem K.o.-System bei EM- und WM-Endrunden hatte bislang noch kein falsch bewertetes Tor über Meisterschaften, Auf- oder Abstiege entschieden.

Auch deshalb konnte die Präsentation der Spitze der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Liga-Vertreter im Sheraton Airport Hotel & Conference Center am Frankfurter Flughafen mehrheitlich nicht überzeugen.

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