thumbnail Hallo,

Huub Stevens: Ziel ist es "zusammen da unten raus zu kommen"

Vor dem Duell mit dem HSV spricht der VfB-Trainer über Training, Disziplin, Miteinander und die Entwicklung im Fußball. Egal ob Profi oder Trainer – alle verfolgen dasselbe Ziel.

Stuttgart. Vor dem 26. Spieltag steht der VfB Stuttgart immer noch auf einem Abstiegsplatz mit mageren fünf Siegen. Gegen Eintracht Braunschweig und Werder Bremen gaben die Schwaben einen sicher geglaubten Sieg in den letzten 15 Spielminuten wieder aus der Hand. Huub Stevens erklärt nun, wie er den Klassenerhalt erreichen will.

"Ja, das muss auch mal sein", antwortet der 60-Jährige angesprochen auf viele Trainings mit Liegestützen. Der Anschein, der Trainer habe Freude daran, erklärt er wie folgt: "Wir wollen eine Atmosphäre hinkriegen, in der sich die Jungs auch wohlfühlen, damit sie trotzdem weiter Spaß an ihrer Arbeit haben."

Leistung steht im Vordergrund

"Ihnen fehlt das Erfolgserlebnis", erklärt der Niederländer der Bild und ergänzt: "Wenn du dann noch draufhaust, machst du die falsche Musik, das will ich nicht." Die scheinbar gelöste Atmosphäre wird verstärkt von Stevens Meinung über das Bild von Kevin-Prince Boateng, mit Zigarette und Bier: "Einer der besten Spieler der Welt, einer der ganz Großen, hat geraucht ohne Ende: Johann Cruyff."

"Wenn ich sehe, dass ein Spieler raucht und Leistung bringt, habe ich damit nicht so viele Probleme", seine vorangegangene Aussage entschärfte der Nachfolger von Thomas Schneider jedoch und appelliert: "Aber wenn er seine Leistung nicht bringt oder die anderen anstiftet, dann werde ich darüber mit ihm sprechen müssen."

Spieler sind schwieriger geworden

Huub Stevens erklärte auch warum er so viel notiert: "Früher war es als Spieler einfach: Der Trainer hat dir etwas vorgeworfen, du hast gesagt, das habe ich nicht gemacht, dann konnte der Trainer das nicht immer aufzeigen." Dank der neuen technischen Möglichkeiten kann man nun alles beweisen. Für den Trainer Fluch und Segen in einem, auf der einen Seite kann man seinen Profis ein Video zeigen und sagen: "Hier, da siehst du es doch!"

Auf der anderen Seite hat die Gruppendynamik in der Zeit von Handy und iPad stark nachgelassen: "Als ich mit 16 meinen ersten Profi-Vertrag unterschrieb, da waren meine Eltern unglaublich stolz. Damals bekam ich auch mit, was es heißt, zusammenzuhalten. Ich habe mich durchsetzen müssen auf der Straße. Wann siehst du heute, dass zwei miteinander streiten? Heutzutage sitzen die Kinder eher vor ihren iPads, das war’s dann."

Stevens gehört nicht zum 'alten Eisen'

Stevens legt noch wert auf Disziplin und ist nicht ein Teil des Trends, dass Bundesliga-Trainer immer jünger werden. Ein Grund für Viele ihn zum 'alten Eisen' zu zählen, der 60-Jährige kontert: "Wer das tut, sollte schauen, wie wir arbeiten. Ich war immer offen für Neuerungen", zudem merkt er an: "Ich arbeite auch mit einem iPad, installiere Updates selbst auf meinem iPhone."

Dazugehörig