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Matthias Sammer: "Es wird Neid geschürt"

Die Aussagen des Bayern-Sportdirektors zur Konkurrenz haben die Stimmung in der Liga aufgeheizt. Sammer wehrt sich und stellt fest: Die Bundesliga ist eine Neidgesellschaft.

München. Matthias Sammer stand in letzter Zeit wegen seiner Aussagen zur nationalen Konkurrenz am Pranger der Bundesliga. Nun meldet sich der Sportvorstand des FC Bayern München zu Wort und rechtfertigt den Kern seiner Kritik. Der sportliche Erfolg des Rekordmeisters sei von Neid und Missgunst begleitet.

"Seit anderthalb Jahren hat der FC Bayern von sieben möglichen Titeln insgesamt sechs gewonnen. In Deutschland, in Europa und in der Welt. Anstatt darüber zu diskutieren, wie so eine Leistung möglich ist, wird Neid geschürt und werden Feindbilder aufgebaut", so Sammer in der Sport Bild. Es gehe dabei "nicht allein um die Person Matthias Sammer, sondern um den ganzen FC Bayern".

Hintergrund für den Vorstoß des Sportvorstands war die Lawine der ligaweiten Entrüstung, die seine Aussagen über die Arbeitsweise der Konkurrenz provoziert hatten. Sammer zog die Trainingsintensität bei den anderen Bundesligisten in Zweifel und stellte die Mentalitätsfrage. Angeführt von BVB-Trainer Jürgen Klopp kassierte Sammer dafür Häme und verbale Retourkutschen.

Sammer geißelt deutsches Abschneiden: "Das ist zu wenig"

"So ganz kann ich die Aufregung nicht verstehen", wunderte sich der 46-Jährige nun. "Schauen Sie sich doch nur mal das internationale Abschneiden der Bundesliga-Klubs im Moment an. 'Eine der stärksten Ligen der Welt', wie es heißt, ist wohl nur noch mit zwei Klubs in den internationalen Wettbewerben vertreten. Das ist zu wenig." Inhaltlich sei seine "Message nach draußen daher grundsätzlich schon richtig" gewesen.

Diese Message bekräftigte der Europameister von 1996 erneut: "Erstens, es gibt eine auf den FC Bayern bezogene Neid-Debatte, die ich angesichts des Leistungsprinzips im Fußball nicht verstehen kann. Zweitens habe ich erklärt, was wir im Training machen. Das ist entscheidend bei der Entwicklung der Spieler, unabhängig davon, dass unsere Jungs schon eine große Qualität haben."

"Meine Feststellung war: Qualität ist das eine. Aber so zu trainieren, als ob es kein Morgen mehr gäbe, ist der entscheidende Punkt", so Sammer, der dafür besonders von Klopp hart angegangen wurde. Der Trainer des Tabellenzweiten tat seine Meinung kund, die Bayern würden ohne Sammer "nicht einen Punkt weniger" haben.

"Ich bin jeden Morgen glücklich"

"Niemand musste sich direkt angesprochen fühlen. Dass man dann aber ins Persönliche geht und dafür auch noch relativ viel Zuspruch erhält, empfand ich als bemerkenswert", so Sammers Replik. In Anspielung auf die Klopp-Schelte ergänzte er: "Ja, ich bin jeden Morgen glücklich, für den FC Bayern arbeiten zu dürfen. Und ich glaube, der eine oder andere wäre auch ganz froh, das tun zu dürfen."

Zudem wollte Sammer das Verhältnis zum nationalen Hauptkonkurrenten aus Dortmund nicht missverstanden wissen. Die Bayern hätten sich "an ihnen orientieren" müssen, "da sie zweimal Meister und Pokalsieger waren. Die Aufgabe war, dass wir dort wieder hinkommen. Dass wir sie bezwingen wollen, ist eine Form der Wertschätzung."

"Die eine oder andere Aussage, die da nun kommt, lege ich deshalb nicht auf die Goldwaage", betonte der gebürtige Dresdner. Doch auch Sammer weiß, dass das Kriegsbeil angesichts der Konstellationen in den Pokalwettbewerben wieder ausgegraben werden könnte: "Wir wissen aber sehr wohl, dass wir in den laufenden Wettbewerben noch aufeinandertreffen können."

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