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Der Sportdirektor des HSV bewertet Calhanoglus Entscheidung, für die Türkei zu spielen, kritisch. Der Spieler sieht das anders.

Hamburg. Die Hoffnung der Rothosen im Abstiegskampf heißt Hakan Calhanoglu. Der Youngster überzeugt mit seinen Auftritten, erzielte schon acht Treffer. Er ist ein Lichtblick bei einem sonst oft konfus agierenden Hamburger SV. Doch auf den deutschen WM-Zug kann der in Mannheim geborene Mittelfeldspieler nicht mehr aufspringen.

Im WM-Quali-Spiel am 6. September 2013 gegen Andorra (5:0) wurde Calhanoglu in der 82. Minute für das A-Team der Türkei eingewechselt. Seine Premiere und sein bisher einziges Länderspiel machen einen Einsatz für Deutschland gemäß FIFA-Regeln unmöglich.

"Er hätte im deutschen Nationalteam seinen Weg gemacht"

Der HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer äußert sich via Bild zu diesem Thema. Für ihn ist die damalige Entscheidung die falsche gewesen. "Hakan hat sich zu schnell entschieden. Es hätte nicht allzu lange gedauert, dann wäre eine Einladung vom DFB gekommen“, ist sich der 48-Jährige sicher. "Er hätte im deutschen Nationalteam seinen Weg gemacht. Auch wenn es dort in der Offensive mehr Konkurrenz gibt als in der Defensive."

Gleichzeitig macht Kreuzer aber klar, die Entscheidung seines Spielers zu respektieren. "Es ist die Sache von Hakan, seiner Familie und seinem Berater. Ich wollte die Entscheidung damals nicht beeinflussen", sagt Kreuzer.

"Ich bereue nichts"

Im Wettstreit um die Dienste des Youngsters war der türkische Verband schneller. Trotzdem findet Calhanoglu-Berater Bektas Demirtas den Entschluss rückblickend nicht voreilig. "Die Entscheidung ist Hakan damals nicht leicht gefallen. Wenn die A-Nationalmannschaft anklopft, ist es für einen jungen Spieler nicht leicht, zu warten."

Die Türkei ist nicht für die WM 2014 qualifiziert und hat auch sonst in absehbarer Zeit geringere Titelchancen als die deutsche Nationalmannschaft. Der Ex-Karlsruher Calhanoglu steht jedoch zu seiner Entscheidung für die Türkei: "Ich bereue nichts. Es reicht mir, dass ich in der Bundesliga bin. Ich mag es, mein Land zu vertreten. "

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