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Schalke 04 lässt im Kampf um die Teilnahme an der Champions League nicht nach. Ein am Ende glückliches 2:1 (1:1) beim FC Augsburg sorgt für große Erleichterung.

Augsburg. Um was es ging in diesem Spiel, war unmittelbar nach dem Schlusspfiff zu sehen. Jens Keller riss die Arme hoch, bog den Rücken durch, trippelte kurz auf den Zehenspitzen und schrie dabei seine Freude, seine Erleichterung heraus. Dann ging der Trainer von Schalke 04 hinaus auf den Rasen und umarmte dort jeden in Königsblau, der ihm in die Quere kam. Und er war nicht der Einzige, der nach dem 2:1 (1:1) bei diesem widerspenstigen FC Augsburgwirkte, als wolle er sagen: puh, geschafft.

"Das war ein wichtiger Sieg in einer wichtigen Phase", sagte Horst Heldt - und grinste. Klar, auch Heldt war nicht entgangen, dass Schalke zumindest die erste halbe Stunde verschlafen hatte und dabei durch Tobias Werner in Rückstand geraten war (5.); dass es kein "grandioser Sieg" war, wie der Doppel-Torschütze Klaas-Jan Huntelaar (33. und 49.) einräumte. Und der Sportvorstand hatte nicht vergessen, dass Königsblau in der letzten Viertelstunde teilweise noch mal arg wackelte. Aber: was soll's?

CL-Platz eine Momentaufnahme

"Wenn man oben spielen will", sagte Heldt lapidar, "muss man an solchen Tagen auch gewinnen." Das ist gegen diesen zu jeder Zeit mit großer Leidenschaft spielenden FCA, der den 25. Spieltag als Tabellensechster begonnen hatte, in der Tat nicht einfach - die bayerischen Schwaben wären bei einem Sieg immerhin bis auf drei Punkte an die Schalker und damit einen Champions-League-Platz herangerückt. So aber sprang Königsblau erst mal auf Rang drei, auch wenn Heldt gleich warnte: "Das ist eine Momentaufnahme."

Es ist allerdings auch eine bemerkenswerte Momentaufnahme: Nach dem 1:6 gegen Real Madrid und dem 1:5 beim FC Bayern hat Schalke einen drohenden freien Fall gestoppt: 4:0 gegen Hoffenheim, nun ein 2:1 in Augsburg, das bei wohlwollender Betrachtung auch gut als Sieg von Trainer Keller durchgeht. "Augsburg hat uns ein bisschen überrollt", sagte Leon Goretzka zur ersten, ziemlich bescheidenen ersten halben Stunde. Dann aber griff Keller ein - entscheidend.

Anschiss vom Trainer

Erst gab es eine klare Ansage in der Kabine. "Er hat uns gesagt, dass wir langsam mal wach werden müssen", berichtete Goretzka - mit einem vielsagenden Schmunzeln. Und Keller tat noch mehr: Er stellte seine Mannschaft um, wechselte von 4-2-3-1 auf 4-4-2, brachte Kaan Ayhan, schob Kevin-Prince Boateng als zweite Sturmspitze neben Huntelaar nach vorne. "Der Trainer hat ein gutes Händchen gehabt", bestätigte Boateng und betonte: "Wenn wir unsere Arbeit weiter so machen, bleiben wir da oben."

Auch der FC Augsburg will selbstverständlich oben bleiben, zumindest in jener Region, in der es um die Europa-League-Plätze geht. Und ein bisschen war schon zu spüren, dass die Gastgeber mit einem Sieg gegen eine Spitzenmannschaft der Bundesliga dies auch gerne untermauert hätten. Von einer "bitteren Niederlage" sprach deshalb Halil Altintop, von einer "völlig unnötigen Niederlage" Trainer Markus Weinzierl. Weinzierl betonte aber auch: "Diese Niederlage wirft uns nicht um."

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