thumbnail Hallo,

FC Bayern: Den Fall Hoeneß ausblenden und die Serie ausbauen

Bayer Leverkusen will den FC Bayern nach 49 Spielen ohne Niederlage endlich wieder schlagen und ein Zeichen für die Bundesliga setzen. Bayern muss den Fall Hoeneß ausblenden.

München. Bayern München ist nach dem Sturz des Denkmals Uli Hoeneß in seinen Grundfesten erschüttert - doch von seinem sportlichen Erfolgsweg will sich der deutsche Rekordmeister nicht abbringen lassen. Zumindest für 90 Minuten beim Bundesliga-Spiel gegen Bayer Leverkusen soll der spektakuläre Fall Hoeneß verdrängt werden.

Doch wie schwer es momentan ist, die turbulenten Geschehnisse an der Säbener Straße vor dem Spiel am Samstag gegen Bayer Leverkusen auszublenden, machte Trainer Pep Guardiola am Freitag deutlich. "Es ist nicht so einfach. Uli ist so wichtig für diesen Verein. Er ist mein Freund, und er wird mein Freund bleiben", sagte der Spanier in einer sehr persönlichen Stellungnahme mit trauriger Miene.

Es sei nicht einfach für ihn, über dieses Thema zu sprechen. "Ich bin erst neun Monate hier, und ich wünschte, ich könnte besser deutsch sprechen, um meine Gefühle beschreiben zu können", sagte Guardiola. Der FC Bayern sei "einer der besten Vereine der Welt, das wäre ohne die große Persönlichkeit Uli Hoeneß nicht möglich gewesen".

Guardiola: "Wir müssen weitermachen"

Natürlich hätten Stars wie Franck Ribéry, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm oder Thomas Müller "viel Zeit mit ihm verbracht. Ich habe gemerkt, wie sehr sie ihn lieben", betonte Guardiola, um dann doch wenigstens kurz den Fokus auf das Sportliche und die beeindruckende Serie von inzwischen 49 Spielen ohne Niederlage zu lenken.

"Wir, der Verein, müssen weiter machen, was wir von ihm gelernt haben. Die Spieler wollen das Beste für ihn. Wir müssen weitermachen und gewinnen", sagte Guardiola vor dem Duell gegen den Tabellendritten, der den Bayern in der Liga am 28. Oktober 2012 die letzte Niederlage beigebracht hatte (1:2). Doch die Geschichte soll sich nicht wiederholen - trotz oder gerade wegen Hoeneß.

"Wir müssen in der Lage sein, uns auf das Spiel zu konzentrieren, das ist unser Job. Uli und alle im Verein wollen das", forderte der Bayern-Coach vor dem Duell mit "einer der besten Mannschaften der Liga". Dass die Bayern am Samstag die "50" vollmachen können, interessierte ihn aber nur am Rande: "Es ist nicht so wichtig, wie viele Spiele wir nicht verloren haben. Früher oder später werden wir verlieren. Wichtig ist, dass wir uns weiter fokussieren und unseren Titel verteidigen."

Leno: "Wir haben keine Angst vor den Bayern"

Ob Hoeneß nach seiner Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft und seinem Rücktritt als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender am Samstag seinen Platz auf der VIP-Tribüne der Allianz Arena einnehmen wird, wurde am Freitag nicht bekannt. Die Bayern-Stars hatten in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass sie sich "auf das Wesentliche konzentrieren können - und das ist der Fußball" (Kapitän Lahm).

Leverkusen hat indes neues Selbstvertrauen getankt. "Wir fahren nicht nach München, um ein netter Gast zu sein. Wir haben Respekt, aber keine Angst vor den Bayern. Warum sollen wir dort nicht etwas holen?", sagte Torwart Bernd Leno. Trainer Sami Hyypiä gab sich für das Spiel des Tabellendritten beim 24 Punkte entfernten Spitzenreiter optimistisch: "Wer gegen Paris mithalten kann, kann auch bei den Bayern bestehen."

Dass Leverkusen die bislang letzte Mannschaft ist, die den Champions-League-Sieger in einem Ligaspiel besiegt hat, betonte explizit niemand. Dasselbe Mannschaftshotel und derselbe Trainingsplatz an der Isar sollen aber erneut Wunder bewirken - hofft auch Sportchef Rudi Völler: "Wir haben gesehen, dass die Mannschaft lebt."

EURE MEINUNG: Kann Bayern den Fall Hoeneß ausblenden?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig