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Verletzungsfluch beim HSV kein Alibi: "Wollen nicht jammern"

In der sportlichen Krise hat der HSV nun auch noch erhebliches Verletzungspech. Eine ganze Elf droht für das Spiel gegen Frankfurt auszufallen.

Hamburg. Kapitän Rafael van der Vaart liegt mit 40 Grad Fieber im Bett, Nationalspieler Marcell Jansen bereits im OP-Saal, und auch Shootingstar Pierre-Michel Lasogga muss passen: Mitten im Abstiegskampf wird der Hamburger SV von einer Verletzungswelle überrollt, die Trainer Mirko Slomka kaum abfedern kann. Eine ganze Elf droht für das eminent wichtige Duell mit Eintracht Frankfurt am Samstag auszufallen. Der Bundesliga-Dino gerät in eine immer prekärere Lage.

"Wir wollen uns nicht hinter Verletzungen verstecken und nicht anfangen zu jammern", sagte Slomka und versuchte trotz der zahlreichen schlechten Nachrichten seinen Optimismus zu bewahren. Doch die Schwächungen seines Teams bereiten auch dem 46-Jährigen schweres Kopfzerbrechen: "Das ist natürlich bitter."

Entscheidende Abstiegsduelle stehen an

Am Mittwochabend hatte sich die Verletzungs-Flut der vergangenen Tage nahtlos fortgesetzt. Nationalspieler Marcell Jansen zog sich im Länderspiel gegen Chile einen Knöchelverletzung zu. "Er wird wahrscheinlich gerade jetzt operativ versorgt", sagte Slomka am Donnerstagmittag. Jansens Bandapparat hat Schaden erlitten, die Prognose ist düster: Sechs Wochen Pause.

Damit wird der wichtige Stabilisator in den Abstiegsduellen mit Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart und Freiburg ausfallen. Duelle, in denen die auf dem Relegationsplatz rangierenden Hamburger dringend punkten müssen. Mit nur 19 Zählern auf dem Konto ist die Luft für den HSV extrem dünn. "Wir werden am Samstag alles dafür tun, dass der Funke wieder überspringt und uns die tolle Atmosphäre wie gegen Dortmund beflügelt", sagte Slomka. Die Hamburger Arena müsse wieder zur Festung werden.

"Das sind alles Profis"

Doch Jansen ist längst nicht der einzige prominente Name auf der langen Liste des HSV-Lazaretts. Auch Lasogga muss für das Duell gegen die Eintracht mit einer Muskelverhärtung passen, die im Training mit der Nationalmannschaft wieder aufgetreten war. Die Verteidiger Lasse Sobiech (Gehirnerschüterung) und Zhi Gin Lam (Adduktorenprobleme) stehen wie die Langzeitverletzten Maximilian Beister und Slobodan Rajkovic (beide Kreuzbandriss) sowieso nicht zur Verfügung.

Die medizinische Abteilung der angeknockten Hanseaten arbeitet auf Hochtouren, damit Slomka am Samstag eine konkurrenzfähige Elf auf den Rasen schicken kann. Bei Mittelfeld-Juwel Hakan Calhanoglu, Petr Jiracek (beide Oberschenkelprobleme) und Milan Badelj (Mittelhandbruch) hofft Slomka noch auf einen Einsatz, ob van der Vaart wieder rechtzeitig zu Kräften kommt, ist unklar. Ansonsten muss Slomka auf Profis wie Robert Tesche oder Jacques Zoua setzen, die im Saisonverlauf noch fast gar keine Rolle gespielt haben. "Das sind alles Profis", meinte Slomka.

Gegen Frankfurt, bei denen der HSV-Trainer die schnelle Offensive um Torjäger Alexander Meier und Antreiber Stefan Aigner fürchtet, muss es eine Rumpfelf richten. Denn die neunte Niederlage aus den abgelaufenen zehn Liga-Spielen kann sich der Traditionsverein nicht mehr leisten.

EURE MEINUNG: Wer kanns am Wochenende gegen Frankfurt richten?

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