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Die Leverkusener stecken tief in der Ergebniskrise. Seit vier Begegnungen wartet man auf einen Dreier in der Bundesliga. Der Trainer will an seinem Führungsstil festhalten.

Leverkusen. Nach der 0:1-Niederlage gegen den FSV Mainz 05 verschärft sich die Krise bei Bayer Leverkusen. In den letzten acht Bundesligaspielen gab es sechs Niederlagen und nur zwei Siege. Der letzte Erfolg ist etwa ein Monat her. Trainer Sami Hyypiä sucht nach Lösungen.

"Natürlich habe ich Fehler gemacht", gestand der Finne im kicker ein: "Aber die mache ich auch, wenn ich den Job schon 20 Jahre lang mache." Er sei nicht "allwissend" und möchte sich weiterentwickeln: "Gerade in solchen Phasen wie jetzt lernt man sehr viel."

Trotz der schlechten Ergebnisse fürchtet der 40-Jährige allerdings nicht um seinen Job: "Ich habe nie Angst. So etwas passiert. Da muss man durch und darf keine Angst haben." Trotzdem sei der momentane extreme negative Lauf natürlich schlimm und schwer zu verstehen. Hyypiä weiter: "Manchmal habe ich das Gefühl, wir spielen gegen den Abstieg."

"Man darf seine Persönlichkeiten nicht wechseln"

Seinen Führungsstil möchte der Trainer jedoch nicht ändern. "Ich lege Wert darauf, immer ich selbst zu sein. Auch wenn die Zeiten hart sind", so der Ex-Verteidiger: "Man darf seine Persönlichkeiten nicht wechseln. Mentalität zeigt sich, wenn es schlecht läuft." Man müsse nun sehen, was man "besser machen kann" und sich an der Hinrunde orientieren.

Der ehemalige finnische Nationalspieler hob den Unterschied zwischen Trainern und Spielern hervor: "Wenn du als Spieler schlecht warst, dann hast du das mit dir selbst ausgemacht." Dies sei als Trainer anders. "Man muss dafür sorgen, dass alle 100 Prozent bringen. Spieler, Trainer, Physios, alle", so Hyypiä.

Für ihn ist es eine Frage der Einstellung: "Ich kann theoretisch jemanden von der Straße holen, der nicht kicken kann", sagte der frühere Liverpooler: "Aber laufen, kämpfen, rennen – das kann jeder. Das sind die einfachsten Sachen, die müssen als Basis da sein."

"Diesen Kader haben wir nicht"

Aufgrund der Formkrise wird an der Qualität und Zusammensetzung des Kaders gezweifelt. Der Cheftrainer zieht den Vergleich zum Rekordmeister: "Bayern hat 22 sehr, sehr gute Spieler. Diesen Kader haben wir nicht. Das macht die Situation natürlich schwieriger."

Auch deswegen griff der Bayer-Coach gegen Mainz auf zwei Nachwuchstalente zurück. Julian Brandt und Levin Öztunali (beide 17 Jahre) bekamen ihre Einsatzzeit. "Die Jungs haben sich diese Minuten verdient. Und manchmal ist man gezwungen, etwas anderes zu machen." Es sei eine "tolle Erfahrung" für die Talente.

Seit 2012 ist Sami Hyypiä für die sportlichen Belange beim Bayer Leverkusen verantwortlich. Aufgrund einer fehlenden Trainerlizenz war er zunächst Teamchef und teilte sich die Verantwortung mit Sascha Lewandowski. Seit vergangenem Sommer ist der Finne alleiniger Cheftrainer. 

EURE MEINUNG: Kann Hyypiä Bayer Leverkusen wieder aus der Krise führen?

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