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Der 22-Jährige ist trotz Bayerns Dominanz vor Langeweile gefeit: Das tägliche Lernen in Peps revolutionärem Spielstil sei wie eine "Doktorarbeit." Persönliche Messlatte: Xavi.

München. Mit 20 Punkten Vorsprung führt der FC Bayern München die Tabelle der Bundesliga an, könnte bereits Ende März die Meisterschaft perfekt machen. Stillstand ist an der Säbener Straße dennoch ein Fremdwort: "Man kann immer alles besser machen. Es ist wie bei einer Doktorarbeit, jeden Tag lernt man etwas hinzu", erklärte Mittelfeld-Zauberer Thiago Alcantara im Kicker.

Eine Lektion, die der spanische U21-Europameister von 2011 und 2013 in Deutschland gelernt hat: Bei seinem früheren Verein FC Barcelona ging Torgefahr fast ausschließlich mit vielen, schnellen Kurzpässen einher. Spieler wie Messi, Pedro oder Alexis Sanches seien ständig im Strafraum rotiert, so gab es Anspielstationen satt. Das Plus bei den Bayern: "Das haben wir hier auch, dazu die Option, von außerhalb abzuschließen."

Kein Barca 2.0

So fiel es Thiago auch nicht schwer, sich an die Spielweise beim amtierenden Champions-League-Sieger zu gewöhnen. Hilfreich war dabei sicher, dass Guardiola die traditionellen deutschen Taktik-Gepflogenheiten einer kleinen Revolution unterzogen hat. "Das ist für die Spieler neu, vielleicht für den ganzen deutschen Fußball", glaubt Thiago.

Ob der Trainer aus den Bayern damit ein Barcelona 2.0 macht? Thiago scheut die eindeutige Parallele und verneint: "Barca wird nie Bayern sein und Bayern nie Barca." In München habe Guardiola anderes Spielermaterial zur Verfügung, mit dem er richtig umzugehen weiß: "Er bringt uns seine Vorstellungen vom Fußball bei und schafft es, die Fähigkeiten der hiesigen Spieler zum Tragen zu bringen", so der 22-Jährige weiter.

"Weder Vor- noch Nachteil"

Dass Guardiola ihn vor der Saison zu seinem Wunschspieler auserkoren hatte, sei indes "weder Vor- noch Nachteil." Es helfe jedoch, "wenn man weiß, dass man auf den Trainer zählen kann, weil er einen explizit gefordert hat."

Für 25 Millionen Euro wurde Thiago schließlich vom FC Barcelona losgeeist. "Die Entscheidung war wunderbar", bewertet der Mittelfeldakteur den Transfer als vollen Erfolg. Gleichzeitig betonte er jedoch, nicht vor der riesigen Konkurrenz um Xavi und Andres Iniesta geflohen zu sein. "Es ging um die Führung: Man gab mir bei Barca nicht das Gefühl, dass man an mich glaubte."

Spektakel Bundesliga

Dieses Gefühl ist ihm bei Bayern gewiss, Thiago stand in 13 der letzten 14 Pflichtspiele in der Startelf. Die deutsche Eliteklasse begeistert ihn: Sie sei "von der Organisation her die beste der Welt. Es ist spektakulär, in der Bundesliga zu spielen."

Geht es um das absolute sportliche Vorbild, blickt er aber zurück in die Primera Division. "Xavi ist für mich weiter die Messlatte. Wenn ich ihn sehe, fällt mir die Kinnlade runter." Auch auf die spanische Nationalelf gemünzt ist der 34-jährige Regisseur der Orientierungspunkt für Thiago: "Hoffentlich kann ich dem Fußball mal ein bisschen von dem geben, was Xavi dem Fußball gab."

Um damit schon bei der WM in Brasilien beginnen zu können, will er sich bei Bayern weiter in den Vordergund spielen. Vier Einsätze für Spaniens A-Nationalelf hat Thiago bislang absolviert.

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