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Rafinha: Großer Traum von der WM-Teilnahme in Brasilien lebt

Guardiola vertraute ihm. Ein taktischer Kniff beflügelte ihn. Rafinha stieg zum Profiteur des Machtwechsels auf Bayerns Kommandozentrale empor. Stets getrieben vom WM-Zauber.

Aus München berichtet Christoph Köckeis

München. Der Brasilianer liebt Fußball – und er lebt ihn. Joga Bonita, das schöne Spiel, umgibt eine fast betörende Aura. Ab dem 12. Juli sollen Fans aus aller Welt davon gefesselt werden. An jenem Tag eröffnet die Selecao gegen Kroatien das Projekt "WM-Triumph". Mit heißblütiger Unterstützung einer ganzen Nation. Vor heimischer Kulisse. Ein Kindheitstraum, der für Rafinha vom FC Bayern München greifbar scheint.

"Es ist der letzte Lehrgang vor der Endrunde, die Chance war immer da, nun kommt die Einladung zu einem sehr guten Zeitpunkt", strahlt der 28-Jährige. Wenige Tage zuvor wurde er ebenso wie Teamkollege Dante zum Länderspiel gegen Südafrika (5. März) berufen.

Beim Pressetalk an der Säbener Straße wirkt der Rechtsverteidiger entsprechend gelöst. Zweifel, der ersehnte Anruf würde ihn nicht rechtzeitig erreichen, verfolgten ihn nie. "Wenn du bei Bayern spielst", bekräftigt er, "ist die Hoffnung immer da. Ich würde lügen, wenn ich sage, ich hätte nicht darauf gewartet."

Rafinha profitiert von Pep

Unverhofft erlebt der Edel-Reservist in der bayrischen Landeshauptstadt seine persönliche Renaissance. Zuverlässig bringt er unter Pep Guardiola seine Leistung, steht nunmehr bei 34 Einsätzen in der laufenden Spielzeit. Sein Arbeitspensum aus der Triple-Saison bei Jupp Heynckes konnte er bereits verdoppeln.

"Natürlich war es mein Glück, dass Philipp von rechts ins Mittelfeld geschoben wurde", macht er keinen Hehl daraus. Kurzerhand wurde Lahm zum Sechser umfunktioniert. Mit dem Schachzug verblüffte Guardiola nicht nur die Fußball-Welt. Er erweckte auch das sonnige Gemüt seines Südamerikaners zu neuem Leben.

"Je öfter du spielst, desto mehr Vertrauen gewinnst du. Das ist ein großer Vorteil. Bei Bayern, bei so einem Kader, musst du immer bereit sein." Er war es, hinterließ eine Duftmarke. Und den spanischen Taktikfuchs wusste er mit den bisherigen Vorstellungen zu überzeugen.

"Ich habe keine Angst"

Erneut auf der Bank zu versauern, sollte Lahm seine etatmäßige Position wie im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Arsenal (2:0) bekleiden, damit beschäftigt sich Rafinha in keinster Weise: "Ich habe keine Angst", antwortet er im Bewusstsein der eigenen Klasse. "Jeder möchte zeigen, dass er spielen sollte. Jeder weiß, dass er nicht nachlassen darf."

Getrieben vom Konkurrenzkampf, vom großen Ziel, kämpft er unermüdlich weiter. Zunächst wartet am Samstag das emotionale Kräftemessen mit Schalke, von 2005 bis 2010 seine sportliche Heimat, danach steht er bei Luiz Felipe Scolari auf dem Prüfstand.

"Er hat in Brasilien angekündigt, dass er mich spielen lässt. Wie lange, weiß ich nicht. Eine Minute, fünf oder 90. Ich muss mich einfach gut präsentieren, in der kurzen Zeit alles bestmöglich machen." Dann wird sich Rafinhas Traum von der Endrunde auch erfüllen.

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