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Bei der Niederlage gegen Wolfsburg offenbart Hertha BSC trotz guter Spielanlage ein Manko: Trifft Adrian Ramos nicht, wird es eng. Die Gäste präsentieren sich müde, aber effektiv.

Nachbericht
Aus Berlin berichtet Martin Ernst

Rückschlag für Hertha BSC: Die Berliner verloren wie schon gegen Nürnberg auch gegen den VfL Wolfsburg ihr zweites Heimspiel 2014 - die dritte Niederlage im vierten Rückrundenspiel. Die effizienten Gäste aus der Autostadt nutzen ihre beiden Chancen und drehten das 1:0 durch Per Skjelbred (21.), während die Hauptstädter trotz guter Gelegenheiten das zweite Tor verpassten. Wolfsburg klettert damit auf Tabellenplatz fünf, Hertha rutscht auf den achten Platz.

Eine Unachtsamkeit zu Beginn der zweiten Halbzeit brachte den Gästen den Ausgleich, weil Robin Knoche Höhenluft genoss und nach Rodriguez-Ecke unbedrängt einköpfte (58.). „Das er völlig frei zum Kopfball kommt, kann nicht sein“, ärgerte sich Innenverteidiger Sebastian Langkamp, seit Wochen der große Rückahlt in der Defensive. Zwölf Minuten vor Schluss überraschte der eingewechselte Caliguiri die Herthaner Hintermannschaft mit sehenswerten Schuss zum 2:1 (78.).

"Ein Standard und ein Sonntagsschuss", brachte Manager Michael Preetz die Effizienz der Gäste auf den Punkt. Allerdings war die Fehleranalyse damit nicht beendet: "Wir waren die bessere Mannschaft und haben uns Chancen herausgearbeitet. Wir haben nur leider das zweite Tor nicht gemacht", so der frühere Stürmer. Wie schon vor zwei Wochen gegen Nürnberg verpassten die Berliner es in Person von Adrian Ramos, ihre Führung mit dem wichtigen 2:0 auszubauen, aber nach Fehler von Medojevic lupfte der Stürmer den Ball über Kasten (35.).

Hertha legt nicht nach - und wird bestraft

"Die letzte Zielstrebigkeit und Entschlossenheit fehlte. Ich denke da an zwei Szenen", sagte Jos Luhukay nach Abpfiff. Auch eine zweite Großchance konnte Ramos nicht verwerten: Von Cigerci freigespielt bauchte er einen Tick zu lange zum Abschluss, Naldo-Ersatz Timm Klose blockte den Schuss noch (66.). „Wenn Adrian trifft, sind wir auf der Siegerstraße“, meinte Luhukay später zum Stellenwert des Kolumbianers. Hier liegt aber auch das derzeitige Manko der Berliner: Kaum ein Bundesliga-Verein ist von seinem Stürmer so abhängig wie Hertha.



Ramos ist für 44% aller Berliner Tore verantwortlich, seit Sonntag hat nur Nürnbergs Drmic eine entsprechende Quote für seinen Arbeitgeber. Hinter dem hochgewachsenen Angreifer wird es dünn in der Berliner Torschützenliste, mit sechs Toren weniger folgt Sami Allagui (8), der gegen den VfL keinen guten Tag erwischte. „Adrian ist auch nur ein Mensch“, nahm Luhukay seinen Stürmer aber in Schutz. Wohl wissend, dass der Kolumbianer nicht nur als Vollstrecker wichtig ist. Dem 1:0 durch Skjelbred ging in der Entstehung auch ein Geistesblitz des wohl vom BVB umworbenen Kolumbianers voran.

Die Kaltschnäuzigkeit aus Hamburg ging den Blau-Weißen im heimischen Olympiastadion ab. "Es gibt Spiele, da machen wir aus wenigen Chancen Tore. Das klappt nicht immer, aber dann müssen wir hinten die Null halten", resümierte Sebastian Langkamp. Gäste-Coach Dieter Hecking musste angesichts des Spielverlaufs eingestehen: „Mit einem Punkt wäre ich auch zufrieden gewesen.“ So freute sich der Niedersachse trotz "etwas müder Beine" über eine „perfekte Woche“, mit Siegen gegen Mainz, Hoffenheim und Berlin (3:0, 3:2 und 2:1).

Statt der "Alten Dame" klopfen nun die Wölfe ans Tor zu Europa...

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